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Do, 15. Februar 2018, 15:00

rlwrap – Kommandos einfacher absetzen

Wer sich schon einmal an die Bash gewöhnt hat und beispielsweise in eine alte Anwendung per Telnet eintauchen muss, wird schmerzlich viele Sachen vermissen. »rlwrap« eliminiert zahlreiche Unzulänglichkeiten und verhilft dem Nutzer zu mehr Komfort beim Absetzen des Kommandos.

Vor allem bei Systemen, die nur einen Minimalzugang erfordern, wie beispielsweise bei Messgeräten, passiert es nicht selten, dass die Systeme nur eine rudimentäre Schnittstelle bereitstellen, die außer dem Absetzen von Kommandos kaum andere Funktionen anbietet. Und plötzlich wird einem Nutzer schmerzlich bewusst, welche Funktionen man beispielsweise bei der Kommandozeile der Bash zum Standard erhoben hat, die nicht notwendigerweise selbstverständlich sind. Da währe beispielsweise die Navigation mittels der Pfeiltasten innerhalb der abgesetzten Kommandos. Oder aber die Suche nach bereits ausgeführten Sequenzen. All die bereits eingetippten Sequenzen, die mühevollen Kommandozeilenangaben, müssen immer und immer wieder aus einer Datei herauskopiert und eingefügt oder eben noch einmal eingetippt werden. Einen Ausweg aus dem Dilemma verspricht der »readline wrapper«, der besser unter dem Namen »rlwrap« bekannt ist.

»rlwrap« stellt ein kleines Programm bereit, das die Readline-Bibliothek nutzt, um das Editieren von Tastatureingaben für den eigentlich abgesetzten Befehl zu erlauben. Die kleine Anwendung arbeitet transparent, leitet die Angaben an die eigentliche Anwendung, verfügt aber zugleich über eine History, die analog zur .bash_history standardmäßig alle Eingaben für jedes einzelne Werkzeug im Home-Verzeichnis des Nutzers speichert. Setzt der Anwender »rlwrap« mit nc ein, liegen alle Kommandos beispielsweise innerhalb der Datei [file].nc_history[/file], bei anderen Werkzeugen entsprechend des Werkzeugnamens.

Das Hinterlegen von abgesetzten Kommandos erlaubt »rlwrap« unter anderem das Durchsuchen von Eingaben und die Komplettierung von Einträgen. Damit gleicht das Absetzen von Befehlen und Kommandos auch unter »rlwrap« den aus der Bash und anderen Readline-basierenden Anwendungen.

Die Einbindung des Tools gestaltet sich relativ einfach. Dazu muss nur »rlwrap« vor das eigentliche Kommando hervorgestellt werden. Bei Netcat, das als Ersatz für Telnet fungieren kann, sieht das Kommando folgendermaßen aus:

# rlwrap nc 192.168.0.1

Doch auch Nutzung als Wrapper für andere Werkzeuge ist kein Problem. Die Anleitung selbst nennt hier unter anderem smbclient, gosh, pipeto und read. Weitere Hinweise sowie Beispiele der Nutzung liefert die Man-Page von »rlwrap«.

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