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Mi, 21. Januar 2004, 00:00

PySol

Vorwort

Der Splash-Screen von PySol

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Der Splash-Screen von PySol

Das einzig Gute an Windows 3.0 und 3.1 war, im Rückblick, ein eher unauffälliges Programm namens sol.exe. Dabei handelte es sich, wie wohl jeder weiß, um ein Patience-Spiel (englisch »Solitaire«) mit Karten, das meist als »Klondike« bezeichnet wird. Im Gegensatz zum restlichen System war sol.exe weitgehend fehlerfrei und stabil. Außerdem hatte ich schon immer eine Neigung zu Patience-artigen Spielen. So kam es nicht selten vor, daß ich nach einer abendlichen Programmier-Session noch bis vier Uhr morgens am Rechner blieb und spielte. Manchmal war es Tetris, meist aber Solitaire.

Meinen Beobachtungen zufolge bin ich nicht der einzige, der dem Spiel verfallen ist. Selbst heute sieht man immer wieder Leute in den Arbeitspausen dieses oder ein ähnliches Solitaire spielen. So ist es kein Wunder, daß es bald auch für unixoide Systeme, also auch Linux, entsprechende Spiele gab. Eines der ersten hieß Spider. Ich erinnere mich an weitere wie xsol, Ace of Penguins, xpat2 und diverse Implementierungen für KDE und GNOME.

Doch das beste Programm von allen nennt sich PySol und wurde von Marcus Oberhumer geschrieben, der auch als Autor eines innovativen Kompressions-Algorithmus (LZO, realisiert in dem Programm lzop) bekannt geworden ist.

Kurzbeschreibung von PySol

Der Name PySol erinnert zwar eher an ein Lösungsmittel, soll aber nur darauf anspielen, daß das Programm in Python geschrieben wurde. Neben Python benötigt man auch Tcl/Tk, da PySol mittels TkInter die grafische Oberfläche von Tk verwendet.

PySol ist eine wahrhaft beeindruckende Kollektion von Solitaire-Spielen. Was Pysol auszeichnet, ist zum Beispiel:

  • Exzellente Grafik mit Liebe zum Detail.
  • Über 300 Solitaire-Spiele.
  • Zahlreiche unterschiedliche Kartensätze.
  • Alle denkbaren Features, mit Ausnahme von Netzwerk- oder Multiplayer-Optionen.
  • Es ist frei.

In diesem Artikel beschreibe ich Version 4.82.

Installation und Start

PySol ist bei einigen Distributionen im Lieferumfang enthalten, insbesondere in Debian. Sollte es in Ihrer Distribution fehlen und auch kein Binärpaket aufzutreiben sein, können Sie auf jeden Fall den Quellcode herunterladen. Folgen Sie dann den Anweisungen im Paket zur Installation. Sie finden auf dieser Seite auch Zusatzpakete mit weiteren Spielkarten, dem Soundserver und Musikstücken.

Das installierte Spiel wird mit dem Kommando pysol gestartet. Als erstes zeigt sich ein liebevoll gestalteter Splash-Screen, der bereits zeigt, wo es bei PySol langgeht: exzellente Grafik und hervorragende Bedienbarkeit. Zugegeben, der Autor brauchte kein großer Künstler zu sein, um die Kartenspiele einzuscannen oder die Grafik auf dem Splash-Screen zu erstellen, aber im Vergleich zu allen anderen Implementierungen, die ich kenne, ist das bereits hervorragend.

Das klassische Spiel »Klondike«

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Das klassische Spiel »Klondike«

Danach wird das Hauptfenster gezeichnet, dann ein Informationsfenster geöffnet. Dieses sollte man schnell mit ENTER bestätigen, sonst begibt sich PySol recht schnell in den Demo-Modus. Das ist insbesondere dann schlecht, wenn Sie bereits ein Spiel als Standard ausgewählt haben, da PySol dann diese Auswahl vergißt.

Nun hat man das Hauptfenster vor sich, das den Spieltisch repräsentiert. Es präsentiert sich zunächst in grüner Farbe. Dies ist unter dem Menüpunkt OptionsTable Tile änderbar, wenn einem das Grün nicht zusagt. Hier sehen wir schon, daß die Internationalisierung in PySol noch nicht Einzug gehalten hat. Momentan ist alles englisch. Wen das abschreckt, der muß wohl auf PySol 5 warten.

Gewonnenes Spiel

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Gewonnenes Spiel

Nun heißt es Karten legen - es sei denn, Sie wollen ein anderes Spiel, andere Kartensätze, andere Kartenrückseiten oder sonstige Optionen wählen. Dazu kommen wir gleich. Wie das mit dem Kartenlegen funktioniert, finden Sie schnell heraus. Ein Rätsel werden Ihnen aber wahrscheinlich die Regeln der meisten Spiele sein. Macht nichts, denn diese und alles, was man sonst noch wissen muß, findet man in der Online-Hilfe, die mit F1 herbeigerufen wird.

Die vielen Features von PySol kann ich hier nicht alle beschreiben. Schauen Sie einfach mal die Menüs durch und probieren Sie alles aus. Zwei Features möchte ich aber erwähnen, die das Spielen deutlich beschleunigen können. Zum einen dient die rechte Maustaste dazu, eine Default-Aktion mit der angeklickten Karte durchzuführen. Wenn Sie beispielweise auf eine frei spielbare Karte klicken und diese auf den Ablagestapel paßt, dann wird sie unmittelbar dorthin befördert. Zum anderen gibt es die Taste STRG-A. Wenn eine oder mehrere Karten auf den Ablagestapel (As, Zwei, Drei usw. jeder Farbe) befördert werden können, dann macht STRG-A das für Sie automatisch. Sie müssen sich also nicht die Finger wundklicken, insbesondere am Ende eines Spieles.

Hat man ein Spiel erfolgreich beendet, wird man darüber mit einem weiteren Splash-Screen informiert.

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