Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Mi, 18. August 1999, 00:00

Linux-Mini-Distriutionen: muLinux und Tom's Root Boot Disk

Bootdisketten unter Linux

SuSE und Red Hat erlauben das Erstellen einer Bootdisk (= Notfalldiskette) mit YaST bzw. dem Befehl mkbootdisk. Nun sind die Möglichkeiten solcher Disketten als Notfallsystem ("Mini-Linux") sehr beschränkt, da sie nur auf dem Rechner laufen, mit dem sie erstellt wurden. Auch bieten sie nur wenig hilfreiche Zusatzprogramme. Zwei sehr interessante Alternativen sind "Tom's Root Boot Disk" (TRBD) sowie Mu-Linux (Mu steht für Mikro).

Die Unterschiede

TRBD bietet Module für Netzwerkfunktionalität, ZIP-Drive und UMSDOS. Mu-Linux bietet neben dem Basissystem (eine Disk) auf einer Zusatzdiskette Tools für das EXT2-Dateisystem, einer Zusatzdiskette GCC (C-Compiler), einer weiteren Zusatzdiskette ein vorkonfiguriertes X-Window-System mit wahlweise den Fenstermanagern Fvwm95, Afterstep 1.0 und WM2.

Damit ist Mu-Linux auch gut als Mini-Betriebssystem für 386er geeignet.

Tom's Root Boot Disk

Homepage von TRBD

Module, die man unter TRBD benutzen kann

In diesem Archiv befinden sich z.B. die benötigen Module für Zipdrive und verschiedene Dateisysteme, die man (wenn man TRBD gebootet hat) via "insmod" laden kann.

Die Installation:

  • PC ins DOS booten, Datei entpacken
  • README und oder INSTALL durchlesen (!!), dort steht erklärt, wie man TRBD installiert
  • eine leere Diskette bereit halten, den Bildschirmanweisungen folgen
  • nachdem die Diskette erstellt wurde, einmal probehalber zuhause testen, sprich, vom Diskettenlaufwerk booten

TRBD bietet im Gegensatz zu muLinux keine grafische Oberfläche, man muß sämtliche Befehle von Hand eingeben, es gibt auch keinen Midnight Commander oder Midnight-Commander-Clone - reine Handarbeit ist angeagt. Damit aber trotzdem der Überblick nicht verloren geht, bietet TRBD verschiedene "Konsolen" an.

TRBD ist gut für den "schnellen" Einsatz geeignet, z.B. um Daten via Zipdrive auszutauschen und um Zugriff auf seinen PC zu bekommen, um Linux zu reparieren, als Boot- und Notfalldiskette eben. TRBD schreibt sich ins RAM, d.h., wenn der PC ausgeschaltet wird, ist auch TRBD-Linux futsch.

Mu-Linux

Es beginnt mit einem Besuch der Webseite von Mu-Linux.

http://mulinux.nevalabs.org/

Dort gibt es auch einen Bildschirmschnappschuss der X-Oberfläche.

Nachdem ich die Info-Texte überflogen hatte, klickte ich auf "Download" und "other binaries". In Netscape wurde jetzt ein Verzeichnis angezeigt, aus dem ich mir jede Datei runterlud.

Ich will Mu-Linux unter DOS installieren, also lese ich install.dos. Es gibt auch eine install.linux :o).

Das Installationsprogramm (install.bat) ist skriptgesteuert, es erscheinen Hilfstexte und Kurzerklärungen. Ich werde regelrecht "an die Hand genommen".

Das Skript bietet drei Installationsarten:

  • auf Disketten (als transportables Notfallsystem für zerschossene Festplatten auf Fremdrechnern)
  • auf Festplatte (wahlweise in ein DOS/WIN-Verzeichnis oder eine neue Linux-Partition)
  • in den Hauptspeicher (RAM) (hallo Netzwerker :)

Ich wähle die Installation auf Festplatte in ein DOS-Verzeichnis. (Falls ich mal nicht von Festplatte booten kann, starte ich über eine Dos-Diskette.) Nach dem Kopieren der Dateien und automatischem Rechnerneustart beende ich Windows mit der Option "Computer im MS-DOS-Modus starten". Zum Start von Linux genügen die Befehle

cd \
cd linux
linux

Es folgen Fragen zu Maus, Drucker (Textmodus oder Postscript), Soundblaster-Karte, Modem und Netzwerkkarte. Dann bei Bedarf die Einrichtung der Zusatzprogramme. Für X-Window wird ein 2-Farb- oder 16-Farb-Server (Treiber) installiert. Dank sorgfältiger Konfiguration sehen die X-Anwendungen damit sogar ganz passabel aus! Abschliessend lande ich im Hilfesystem von Mu-Linux und bekomme gesagt, dass ich mit startx in die X-Window-Oberfläche starte, in der bereits diverse voreingerichtete Anwendungen auf mich warten.

Fazit

Toms Root Boot Disk ist etwas für "Tippwütige", die auf die Unterstützung von Spezialmodulen angewiesen sind. Mu-Linux dagegen ist ein sehr komfortables Notfallsystem bzw. ein interessantes System für ausrangierte Altrechner.

Für jeden Englischsprechenden, der nicht auf eine grafische Oberfläche verzichten möchte (sogar der X-Filemanager ist dabei), aber auf Textverarbeitungen verzichten und sich mit Editor und textbasierten Webbrowsern (Lynx, Quark) begnügen kann.

Und beim Installieren (und Dank des sehr guten HTML-basierten Hilfesystems) lässt sich eine ganze Menge über Linux und die Funktionsweise eines Computers lernen.

Viel Spaß und viel Erfolg beim "Systemretten" wünschen PB und TUX

Anhang

Es folgen einige Auszüge des Schriftverkehrs der Autoren, die "Bastelwütigen" weiterhelfen könnten:

ZIP-Drive/UMSDOS unter Mu-Linux

Ein kleiner Nachtrag, das Zipdrive läuft nun auch unter muLinux, man kann es nicht sofort via "insmod ppa" laden, sondern muss erstmal "insmod scsi_bla" machen, damit muLinux "weiss", daß jetzt ein Gerät für SCSI kommt, dann bekommt man auch das Zipdrive :-) Leider hab ich noch nicht "umsdos" bekommen :-( Wenn "umsdos" funktionieren/ladbar wäre, wäre muLinux meine erste Wahl ;-)

Anmerkung zu muLinux:

Ein Zipdrive bekommt man auch unter muLinux hin, das geht aber nicht mit "insmod", sondern man muss sich zuerst durch Unterverzeichnisse wühlen, um die Module, die in gepackter Form vorliegen, zu entpacken, erst danach funktioniert das Modulladen via insmod.

Obwohl muLinux, genauso wie TRBD mit dem Kernel 2.0.36 daherkommt, habe ich es nicht geschafft, das "umsdos"-Modul vom 2.0.36er-Kernel (vom TRBD-Archiv) unter muLinux zu laden.

Kommentare (Insgesamt: 0 || Kommentieren )
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung