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Mo, 8. Mai 2000, 00:00

Backup-Server unter Linux

tar -xvv --directory=/pfad -b 64 -f /dev/st0

Das ist die einfachste Methode. Nun kann es aber schon mal vorkommen, daß Sie mehrere Sicherungen auf ein Band nutzen möchten. Standardmäßig wird das Band nach jeder Sicherung zurückgespult und bei jeder neuen Sicherung überschrieben. Damit das Medium nicht nach jeder Sicherung zurückgespult wird, müssen Sie die non rewinding Gerätedatei für das Bandlaufwerk verwenden, wie z.B. /dev/nst0 oder wie bei meinem IDE-Bandlaufwerk /dev/nht0. Zusätzlich benötigen Sie noch den mt-Befehl. mt ist ein Programm, das es ermöglicht, ein Bandlaufwerk individuell zu steuern. Damit ist es zum Beispiel möglich, ein Medium zu löschen, oder Daten an ein bestehendes Archiv anzuhängen. Gehen wir davon aus, daß Sie Daten an ein bestehendes Archiv anhängen möchten:

tar -cvv -b 64 -f /dev/nst0 /daten1

Datensicherung erfolgt im non rewinding-Modus.

mt -f /dev/nst0 rewind

Das Medium wird jetzt zurückgespult und kann erst dann entnommen werden. Möchten Sie es nicht entnehmen, sondern sofort weitersichern, so entfällt der Befehl.

mt -f /dev/nst0 eom

Das Bandlaufwerk wird an das Ende der zuletzt beschriebenen Daten vorgespult.

tar -cvv -b 64 -f /dev/nst0 /daten2

Die Sicherung beginnt wieder und die Daten werden jetzt angehängt.

mt -f /dev/nst0 rewind

Das Medium wird jetzt zurückgespult und kann wieder entnommen werden.

Hinweis: Sie können die Variable TAPE mit dem Befehl export TAPE=/dev/nst0 setzen, damit Programme wie tar oder mt standardmäßig auf das richtige Device zugreifen.

Jetzt haben Sie zum Beispiel alle Daten gesichert. Jetzt geht es an die Rücksicherung. Auch hier hilft uns das mt-Programm weiter. Möchten Sie das erste Backup wieder herstellen, geben Sie folgendes ein:

mt -f /dev/nst0 rewind

Band wird zurückgespult

tar -xvv -b 64 -f /dev/nst0 /daten1

Rücksicherung /daten1 erfolgt

mt -f /dev/nst0 rewind
mt -f /dev/nst0 fsf 1

Das erste Archiv wird übersprungen

tar -xvv -b 64 -f /dev/nst0 /daten2

Rücksicherung /daten2 erfolgt

mt -f /dev/nst0 rewind

Medium kann entnommen werden

Ich liste Ihnen hier noch die wichtigsten Optionen zu dem mt-Programm auf.

Option Beschreibung
fsf Das Medium springt zu dem ersten Block des nächsten Archivs
bsf Das Medium springt zu dem ersten Block des vorherigen Archivs
eom Das Medium wird zum Ende der zuletzt beschriebenen Daten gespult
rewind

Das Medium wird zurückgespult

status Es werden Statusinformationen über das Medium angezeigt
retension Das Band wird nachgespannt (vor- und zurückgespult)
erase Das Medium wird gelöscht

Das sind die wichtigsten Optionen von mt. Weitere Optionen finden Sie in der entsprechenden Manpage.

Hinweis: Sie müssen sich unbedingt merken, wieviele Archive sich auf dem Medium befinden, damit die fsf-Angabe korrekt gesetzt wird.

Nun gehen wir noch ein Schritt weiter und Sie möchten ihren Linux-Rechner als Backup-Server einsetzen und damit z.B. zwei NT-Shares sichern. Dazu empfehle ich den Befehl smbclient, um auf den NT-Server zuzugreifen. Dies sieht bei der Sicherung wie folgt aus:

mt -f /dev/nst0 rewind
smbclient //server_nt/share_1 -U name%password -Tcb 64 /dev/nht0

Es wird auf den Server server_nt zugegriffen, um die Share share_1 zu sichern. Dazu muss ein existierender Benutzer auf dem NT-Server Leserechte auf die zu sichernden Daten haben. Durch die Option T wird tar benutzt, um ein Backup zu erstellen (Parameter c). Die Blockgröße ist wieder auf 64 gesetzt.

mt -f /dev/nst0 rewind
mt -f /dev/nst0 eom
smbclient //server_nt/share_2 -U name%password -Tcb 64 /dev/nht0
mt -f /dev/nst0 rewind

Share share_2 wird gesichert.

Nun muss nur noch die Rücksicherung erfolgen:

mt -f /dev/nst0 rewind
smbclient //server_nt/share_1 -U name%password -Txb 64 /dev/nht0

Es wird auf dem Server server_nt zugegriffen, um die Daten auf share_1 zurückzusichern. Dazu muss ein existierender Benutzer auf dem NT-Server Schreibrechte auf die Share haben. Durch den Parameter x (extract) erfolgt die Rücksicherung.

mt -f /dev/nst0 rewind
mt -f /dev/nst0 fsf 1
smbclient //server_nt/share_2 -U name%password -Txb 64 /dev/nht0
mt -f /dev/nst0 rewind

Die Daten werden auf share_2 zurückgesichert.

Nun werden Kenner wahrscheinlich einen Einwand haben. Es geht nämlich auch etwas einfacher mit dem Befehl smbmount. Es könnten ja einfach alle Shares von dem NT-Server auf den Linux-Rechner gemountet werden, um sie dann einfach in einem Archiv zu sichern. Prinzipiell ist das richtig, aber smbmount steckt ziemlich voll mit Bugs. Er trennt merkwürdigerweise nach einiger Zeit die Verbindung mit der Fehlermeldung »Broken Pipe«. Das geschah bei mir, während ich auf die zu sichernden Daten zugegriffen habe. Aus diesem Grund ist dieses Verfahren mit smbmount nicht zu empfehlen. Sollte jemand dazu noch nähere Informationen haben, so würde ich mich über ein Feedback freuen.

Hinweis: Wenn Sie in der Richtung einen Backup-Server aufsetzen möchten, empfehle ich Ihnen dringend, eine Rücksicherung zu testen.

Fazit

Es ist zwar eine etwas umständliche Art, zumal es auch andere Software gibt, wie z.B. afio und cpio. Allerdings hat man so ein absolut individuelles Backup-System, das in einem Rutsch (wenn erwünscht) von einem NT-Server, einem NFS-Server und anderen Hosts sichern kann. Aus diesem Grund denke ich, daß sich die Arbeit lohnen wird. Weiterhin möchte ich noch sagen, daß ich keinerlei Verantwortung für den Inhalt bzw. Richtigkeit dieser Dokumentation übernehme.

Quellen

  • SuSE Linux Handbuch
  • smbclient Manpage
  • tar helpfile & Manpage
  • mt Manpage
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