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Do, 26. Oktober 2000, 00:00

Installation des Samba-Servers

Samba?!

Für alle, denen der Begriff Samba höchstens aus der Tanzschule bekannt ist, möchte ich im Voraus einige Worte über diese Software verlieren. Bei Samba handelt es sich um eine Server-Anwendung für Linux/Unix-Systeme. Samba stellt Dienste wie Datei- und Druckerfreigaben für Windows-Netzwerke zur Verfügung. Inzwischen ist es sogar möglich, mit Samba die Domainverwaltung für Windows-Netzwerke bereitzustellen. Samba greift hierbei auf das Windows-eigene Netzwerkprotokoll SMB zurück, welches Samba auch seinen Namen verliehen hat. Wenn man für ein Windows-Netzwerk einen kostengünstigen Server benötigt, so ist die Kombination Linux/Samba sicherlich die erste Wahl, zumal eine WindowsNT/Windows2000-Serverlizenz alleine, je nach Benutzerzahl, mit einigen tausend EUR zu Buche schlägt. Für manche wertvolles Geld, das anderswo wesentlich sinnvoller eingesetzt werden kann. Samba ist freie Software, die ohne Einschränkungen eingesetzt werden kann. Samba kann einen Windows NT- bzw. Windows 2000-Server hinsichtlich der Bereitstellung von Datendiensten sowie der Verwaltung der Domain und deren Benutzer und Benutzergruppen nahezu ersetzen.

Das Samba-Paket installieren

Falls das Samba-Paket noch nicht installiert ist, muss dies jetzt geschehen. Es ist meist bei den Netzwerkkomponenten einer Distribution zu finden. Alternativ kann dies auch als jeweils aktuellster Quellcode heruntergeladen und anschließend kompiliert werden. Allerdings müssen dann einige Änderungen in Konfigurationsdateien manuell vorgenommen werden. Dies wird aber im Verlauf dieses Dokumentes erläutert. Wie man eine Anwendung aus dem Quellcode in ein lauffähiger Programm übersetzen kann, ist nicht sehr schwierig, und wird in diesem Workshop ausführlich beschrieben.

Samba im Kernel

Damit Samba richtig funktioniert, muß die Unterstützung für das SMB-Dateisystem im Kernel aktiviert sein. Bei den meisten aktuellen Distributionen ist diese Unterstützung bereits aktiviert. Zum Beispiel bei SuSE ab Version 6.1 oder Red Hat/Mandrake 6.0 oder aufwärts. Sind Sie nicht sicher, ob diese Option im Kernel gesetzt ist, so muss dies im Kernel nachgeschaut werden. Die SMB-Unterstüztung ist im Kernel unter "Filesystems" zu finden. Wissenswertes zur Konfiguration und zur Kompilierung eines Linux-Kernels ist in dieser Artikelserie von Pro-Linux ausführlich beschrieben.

Konfigurationsdateien anpassen

Wurde das Samba-Paket noch nicht vorinstalliert oder als RPM-Paket installiert, so müssen jetzt noch zwei Konfigurationsdateien angepasst werden, bevor der Server gestartet werden kann.

inetd.conf

In der Datei /etc/inetd.conf müssen folgende zwei Zeilen hinzugefügt werden:

/usr/local/samba/bin/smbd -D
/usr/local/samba/bin/nmbd -D

Diese Einträge sorgen dafür, dass Samba bei jedem Systemstart automatisch gestartet wird. Die Option "-D" bedeutet, dass diese Dienste als Daemons gestartet werden und im Hintergund ihr Werk verrichten. Voraussetzung hierfür ist, dass der inetd- bzw. xinetd-Daemon beim Hochfahren gestartet wird. Die Aktivierung dieses Daemons geschieht meist mit einem mitgelieferten Konfigurationstool der jeweiligen Distribution. Als Beispiel sei hier Yast genannt, das Konfigurationstool der SuSE-Distribution. Mehr zur Konfiguration des inetd ist hier zu finden.

/etc/services

Für den Samba-Dienst müssen jetzt noch Netzwerk-Ports zur Verfügung gestellt werden. Ist dies noch nicht geschehen, so müssen folgende Zeilen in die Datei /etc/services eingetragen werden:

# NETBIOS-Services
netbios-ns 137/tcp
# NETBIOS name service
netbios-ns 137/udp
netbios-dgm 138/tcp # NETBIOS datagram
netbios-dgm 138/udp
netbios-ssn 139/tcp # NETBIOS session
netbios-ssn 139/udp

Sonderfall SuSE

Die Distribution von SuSE ist in Sachen Konfiguration ein Sonderfall. Hier existiert eine Datei mit dem Namen /etc/rc.config. Das ist eine Art globale Konfigurationsdatei. Dies hat den großen Vorteil, dass alle Konfigurationseinstellungen an einem Ort zu finden sind. Allerdings hat dies den Nachteil, dass diese Datei nur bei SuSE existiert und deshalb gewisse Inkompatibilitäten zu anderen Distributionen hervorruft. SuSE-Linux-Benutzer müssen nun noch in der Datei /etc/rc.config den Eintrag START_SMB="no" auf START_SMB="yes" ändern.

Abschließend

Nach einem Neustart des Systems sollte jetzt der SMB-Daemon korrekt gestartet werden, was folgendermaßen festgestellt werden kann. Auf einer Konsole gibt man das Kommando ps aux | grep smb ein. Nun sollten zwei aktive Prozesse angezeigt werden. Ist dies der Fall, so wurde der Samba-Dienst erfolgreich gestartet. Ist dies nicht der Fall, so überprüfen Sie bitte noch einmal die Einstellungen in den Konfigurationsdateien. Ist alles korrekt und komplett eingetragen? War der Start des SMB-Daemons erfolgreich, so muss im nächsten Schritt die Datei /etc/smb.conf angepasst werden, um Samba nutzen zu können. Das Thema um die Datei /etc/smb.conf wird in einem folgenden Artikel des Samba-Server-Workshops noch einmal gesondert behandelt.

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