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Sa, 22. Mai 1999, 00:00

Linux als NT 4.0-Server

Vorwort

Mit dieser Dokumentation möchte ich erkären, wie ein Samba-Server als NT 4.0-Server agiert. Damit dieses Verfahren verstanden werden kann, sollte man auf jeden Fall schon an NT 4.0 Server und NT 4.0 Workstation gearbeitet haben. Ebenso setze ich hier Grundkenntnisse von Linux voraus. In der vorliegenden Dokumentation wird nur die SuSE-Distribution beschrieben, was nicht heißen soll, daß ich andere Distributoren damit abwerten möchte. Ich habe es einfach nur mit dieser Distribution ausprobiert. Die verwendete Samba-Version war 2.05a, die standardmäßig bei SuSE 6.2 mitgeliefert wird. Nach Möglichkeit sollte keine frühere Version verwendet werden, da die Implementierung von Samba als NT PDC noch nicht komplett zu Ende entwickelt ist. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass Samba als NT 4.0 nicht geeignet ist. Samba ist voll funktionsfähig, um einen NT-Server darzustellen (siehe dazu auch das Fazit).

Einiges in dieser Dokumentation ist wahrscheinlich schon in vorigen Kapiteln beschrieben worden, allerdings werde ich hier noch einmal kurz darauf eingehen. Auf Druckerfreigabe möchte ich nicht noch extra eingehen, da sie nicht direkt zu diesem Thema gehört. Außerdem ist sie im Prinzip genauso zu behandeln wie die anderen Ressourcenfreigaben.

Grundsätzliches

Samba ist ein Server, der auf dem SMB (Server Message Block)-Protokoll aufbaut. SMB ist das Herzstück, um Dateien und Drucker mit anderen Benutzern zu teilen. Dieses Protokoll baut auf NetBIOS auf, um die Namen einzelner Rechner innerhalb eines Netzes zu verwalten. NetBIOS ist ein Protokoll, mit dem es ermöglicht wird, anhand der Netzkartenadresse dem Rechner einen Namen zuzuweisen. NetBIOS wird auch mit dem TCP/IP-Protokoll in Kombination verwendet (NBT), um Namensauflösung innerhalb eines Netzes zu betreiben. Um Samba nutzen zu können, muß das SMB-Protokoll von den entsprechenden Betriebssystemen unterstützt werden, was heutzutage standardmäßig der Fall ist. Damit jeder auf die geteilten Dateien (shared files) der Benutzer zugreifen kann, gibt es verschiedene Zugriffsrechte, auf die ich später noch eingehen werde.

Das Netzwerkkonzept

In diesem Beispiel habe ich ein einfaches Netz aufgebaut, welches aus einem Linux-Rechner, diversen Windows NT 4.0-Workstations und Windows 95/98-Rechnern bestand. Es ist also nur ein Server vorhanden, der später als PDC laufen soll. Falls mehrere Server in einem Netz laufen sollten, ist es zusätzlich möglich, »Vertraute Domänen« einzurichten. Nähere Informationen sind in der Manpage zu smb.conf zu finden.

Installation von Samba und Beschreibung der Samba-Tools

OK, jetzt haben wir genug über die grundsätzlichen Dinge gesprochen und legen richig los. Als erstes muß natürlich das aktuelle Samba-Paket installiert sein. Vorher sollte allerdings noch festgestellt werden, ob das TCP/IP-Protokoll korrekt installiert ist. Weiterhin sollte darauf geachtet werden, daß in der Datei /etc/rc.config der Parameter START_SMB auf YES nach der Installation des Paketes gesetzt ist, damit der Samba-Daemon smbd gestartet wird. Um sicherzustellen, daß sich bei der Konfiguration keine Fehler in der smb.conf eingeschlichen haben, gibt es das Programm testparm, das die vorhandene Konfiguration auf ihre Richtigkeit überprüft. Mit smbclient -L localhost können Sie lokal prüfen, ob alle gewünschten Ressourcen auch freigegeben sind.

Konfiguration des Linux-Systems

Wir legen eine neue Gruppe am besten mit dem Namen »samba« an. In dieser Gruppe werden später alle User eingetrgen, die auf Samba zugreifen sollen. Es wird auch der root-User in die Gruppe eingetragen. Danach müssen einige Verzeichnisse angelegt werden, damit Samba vollständig als PDC agiert. Wir befinden uns auf /, sind mit root angemeldet und gehen wie folgt vor:

mkdir samba
# Samba-Verzeichnis wird erstellt
chgrp samba /samba
# Änderung der Gruppenzugriffsrechte
chmod 755 /samba
# Änderung der Rechte lesen, schreiben, ausführen
chmod 755 /cdrom
# Änderung der Rechte lesen, schreiben, ausführen für das CDROM,
wenn diese Rechte noch nicht vorhanden sind
cd samba
# Verzeichnis wird gewechselt
mkdir daten1
# Daten Resource 1
mkdir daten2
# Daten Resource 2
mkdir profiles
# Profiles Verzeichnis für die Kopien der Benutzerprofile
mkdir netlogon
# Anmelde-Resource (Hat dieselbe Funktion, wie unter NT)
chgrp samba *
# Änderung der Gruppenzugriffsrechte sämtlicher Verzeichnisse (daten1,
daten2, profiles, netlogon)
chmod 770 *
# Änderung der Rechte lesen, schreiben, ausführen sämtlicher
Verzeichnisse (daten1, daten2, profiles, netlogon)

Das war schon der erste Schritt! Jetzt haben wir alle benötigten Verzeichnisse, auf denen wir später arbeiten können. Nun folgt die Konfigurationsdatei von Samba.

Datei: /etc/smb.conf

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