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Do, 18. Mai 2000, 00:00

Samba konfigurieren mit SWAT

Vorwort

Diese Beschreibung dient der Konfiguration des Samba-Servers über ein Web-Interface. Mein System sah dazu in grobe Zügen wie folgt aus: Ein Celeron 400 MHz, 128 MB RAM, SuSE Linux 6.2 mit dem neuen Kernel 2.2.14 und der Samba-Version 2.0.5a. Um mit SWAT einigermaßen umgehen zu können, sollte man sich ein wenig mit Linux auskennen. Das heißt genau: Man sollte z.B. mit einem Editor umgehen können, diverse Programme, Anwendungen usw. installiert haben.

Installation

Da ich SuSE 6.2 installiert habe, war SWAT bei mir schon mit installiert. Sollte das bei jemanden nicht der Fall sein, muß es entsprechend nachinstalliert werden.

Nachdem SWAT installiert ist, müssen folgende Dateien ein wenig umkonfiguriert werden, damit der Dienst automatisch mit dem inetd geladen wird. Die folgenden Einträge sind schon in den neueren SuSE-Distributionen enthalten und müssen nur noch aktiviert werden:

Datei /etc/services

#
# swat is the Samba Web Administration Tool
#
swat 901/tcp

Datei /etc/inetd.conf

# swat is the Samba Web Administration Tool
swat stream tcp nowait.400 root /usr/sbin/swat swat

Konfigurationsbereiche

Nachdem SWAT eingerichtet ist, starten wir den Rechner einfach neu, um die Dienste zu aktivieren. Alternativ können Sie auch einfach den inetd-Daemon neu starten, um die Dienste zu aktivieren. Danach starten wir das X-System und einen Browser. Wir tippen nun in der Adresszeile http://localhost:901 und rufen somit das Samba-Konfigurationstool auf. Jetzt erfolgt eine Eingabeaufforderung, wo der User »root« eingetragen und das entsprechende Standard-Passwort eingegeben wird. Daraufhin sehen wir das eigentliche Konfigurationstool mit sieben Menüs (HOME, GLOBALS, SHARES, PRINTERS, STATUS, VIEW, PASSWORD). Diese Menüs werden im folgenden weitergehend beschrieben.

HOME

Das Home-Menü ist im Prinzip ein sehr gutes Menü, um sich alle möglichen Informationen rund um Samba zu besorgen. Angefangen bei den entsprechenden Daemonen über Administrator-Utilities bis hin zu detaillierten Beschreibungen findet sich hier einfach alles. Beim Klicken auf einen der Links öffnet sich ein weiteres Browser-Fenster, wodurch das ganze sehr übersichtlich bleibt. Die abgebildeten Informationen stammen alle aus den Manual-Pages von Samba, so daß sie auch ohne Konfigurations-Tool nochmal nachgelesen werden können.

GLOBALS

In dem Globals-Bereich können generelle Eigenschaften von Samba definiert werden. So ist es zum Beispiel möglich, einen NT Server über Samba auf die Beine zu stellen, oder Samba einfach nur als Fileserver ohne Benutzerangaben einzurichten (siehe dazu auch die anderen Samba-Dokumentationen).

Als erstes finden sich diverse Buttons, wie zum Beispiel die fortgeschrittene Ansicht (Advanced View), in der sämtliche Parameter verzeichnet sind. Änderungen können einfach über den Button Commit Changes übernommen werden. Soll die ürsprüngliche Konfiguration wieder hergestellt werden, so findet sich dort auch noch ein Reset Values Button.

Danach sind diverse Parameter aufgelistet. Zu jedem Parameter gibt es die entsprechende Hilfe, um genauere Infomationen zu erhalten. Außerdem ist es eventuell möglich, den Default-Wert zu setzen für den Fall, daß man sich nicht sicher ist, was für ein Wert zu dem Parameter gehört.

SHARES

Auch hier ist es ähnlich wie im Globals-Bereich. Es gibt eine Standard-Ansicht und eine fortgeschrittene Ansicht. Allerdings muß der User erst eine Freigabe einrichten (Create Share), bevor es soweit kommt. Ist schon eine Konfiguration vorhanden, kann sie per Pull-Down-Menü ausgewählt und Choose Share angeklickt werden, um die Freigabe zu aktivieren. Ist eine entsprechende Freigabe überflüssig, kann sie auch wieder gelöscht werden (Delete Share). Auch hier ist es wieder so aufgebaut, daß zu jedem Parameter eine Hilfe vergeben ist und eventuell die Default-Werte gesetzt werden können.

PRINTERS

Das Printers-Menü ist von dem Oberflächen-Prinzip her genauso aufgebaut wie das SHARES- bzw. das GLOBALS-Menü. Erst muß ein Drucker erstellt werden, damit die restliche Konfiguration erfolgen kann. Dabei sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, daß ein Name gewählt wird, wie er in der Datei /etc/printcap eingetragen ist (z.B. bj200-a4-raw), damit nicht alle verfügbaren Drucker in der Netzwerkumgebung erscheinen.

STATUS

Das Status-Menü gibt den kompletten Serverstatus aus. Hier kann herausgefunden werden, ob zum Beispiel die Daemonen laufen, wer gerade mit dem Server verbunden ist oder welche Dateien gerade geöffnet sind. Außerdem ist es möglich, den Status in einem Zeitraum von 20 Sekunden regelmäßig zu aktualisieren und ungewünschte Clients zu »kicken«.

VIEW

Unter View findet sich die gesamte Samba-Konfiguration wieder, die sich generell in der Datei /etc/smb.conf befindet. Sie wird auch hier in zwei Bereiche aufgeteilt. Zum einen die Standard-Ansicht und die fortgeschrittene Ansicht. Die Standard-Ansicht ist identisch mit der Datei /etc/smb.conf. Die fortgeschrittene Ansicht zeigt wiederum alle möglichen Parameter mit ihren Default-Werten.

PASSWORD

Das letzte Menü bei SWAT ist das PASSWORD-Menü. In ihm können User angelegt werden, die sich vorher schon in der Datei /etc/passwd befinden. Außerdem ist es noch möglich, schon vorhandene Passwörter des Servers bzw. der Clients zu ändern und/oder User zu (de)aktivieren.

Fazit

Ich denke persönlich, daß dieses Konfigurations Tool sehr übersichtlich gestaltet und mit sehr vielen Funktionen und Hilfen ausgestattet ist. Am besten gefällt mir die Hilfe, die permanent durch einfaches Wechseln des Browser-Fensters nachlesbar ist. Ein weiterer Vorteil ist es meiner Meinung nach, daß auf einen Schlag alle Parameter sichbar sind. So ist es zum Beispiel möglich, mal nachzuschauen, ob es vielleicht noch einen Parameter gibt, der vergessen wurde oder noch ganz nützlich sein könnte. Ein weiterer Vorteil ist, daß es auch über andere Fernwartungssysteme per Web-Interface zu bedienen ist. Es zum Beispiel komfortabler, den Status des Servers über SWAT abzurufen anstatt über den konventionellen Weg.

Was mir allerdings nicht so gut an diesem Tool gefällt, ist die Passwort-Verwaltung. Es war für mich einfacher, die entsprechenden Benutzer »von Hand« anzulegen, zumal sie vorher sowieso in der Datei /etc/passwd existieren müssen.

Quellen

  • HOME-Bereich in SWAT
  • Manual Page zu smb.conf
Pro-Linux
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