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Mi, 23. Mai 2007, 00:00

Home-Server mit Ubuntu 6.06 LTS, Teil 6

Von mmu

NFS-Shares und die Datei /etc/exports

Nun würde ich gerne einen Teil der Daten auf dem Server auch auf dem Laptop zugänglich machen. Da ich keine Windows-Computer in meinem Netzwerk habe, greife ich dafür nicht auf Samba, sondern auf NFS zurück. NFS (Network File System) ist ein Weg, Dateien auf einem Unixrechner anderen Unixrechnern anzubieten. Um es zu verwenden, müssen wir erst einmal folgende Pakete installieren:

fish@fishbox:~$ sudo apt-get install nfs-kernel-server
Reading package lists... Done
Building dependency tree... Done
The following extra packages will be installed:
 libevent1 libnfsidmap1 nfs-common portmap
The following NEW packages will be installed:
 libevent1 libnfsidmap1 nfs-common nfs-kernel-server portmap
0 upgraded, 5 newly installed, 0 to remove and 0 not upgraded.
Need to get 270kB of archives.
After unpacking 950kB of additional disk space will be used.
Do you want to continue [Y/n]? Y

Die Freigaben definiert man in der Datei /etc/exports. Sie ist anfänglich noch leer, das ist richtig so.

Ich würde gerne ca. 250 GB auf der Partition /media/stoked für meinen Laptop zugänglich machen. Er hat in meinem Netz die feste IP-Adresse 192.168.0.174, die ihm vom Router zugewiesen wird. Ich editiere /etc/exports also wie folgt:

# /etc/exports: the access control list for filesystems which may be exported
# to NFS clients. See exports(5).
/media/stoked 192.168.0.174(rw,async)

Nun starte ich den NFS-Server neu:

fish@fishbox:/media$ sudo /etc/init.d/nfs-kernel-server restart
 * Stopping rpc mountd... [ ok ]
 * Stopping rpc nfsd... [ ok ]
 * Unexporting directories for NFS kernel daemon... [ ok ]
 * Exporting directories for NFS kernel daemon... [ ok ]
 * Starting rpc nfsd... [ ok ]
 * Starting rpc mountd... [ ok ]

Die Dateien möchte ich auf dem Notebook gerne im Verzeichnis /media/stoked/Share sehen. Dieses muss zuerst erstellt werden:

fish@fishbook:/$ cd /media/stoked
fish@fishbook:/media/stoked$ mkdir Share
fish@fishbook:/media/stoked$ ls -l
total 4
drwxrwxrwx 1 root root 4096 2007-03-07 11:44 Palm TX
drwxrwxrwx 1 root root 0 2007-03-02 19:13 RECYCLER
drwxrwxrwx 1 root root 0 2007-03-20 12:08 Router Firmware
drwxrwxrwx 1 root root 0 2007-04-02 07:49 Screenshots
drwxrwxrwx 1 root root 0 2007-04-02 20:07 Share
drwxrwxrwx 1 root root 0 2007-03-03 00:50 System Volume Information
drwxrwxrwx 1 root root 0 2007-03-05 06:07 Uni

Nun »mounten« wir den Share:

fish@fishbook:/media/stoked$ sudo mount -t nfs
192.168.0.175:/media/stoked /media/stoked/Share/
Password:
fish@fishbook:/media/stoked$ cd Share
fish@fishbook:/media/stoked/Share$ ls
complete crap lost+found Possessedby

Wie man sieht, ist das Verzeichnis /media/stoked/Share nicht mehr leer, es hat also geklappt. Jetzt ist es problemlos möglich, mit z.B. dem Musikplayer Amarok auf dem Laptop Musik zu spielen, die im gemounteten Verzeichnis /media/stoked/Share und somit ja eigentlich auf dem Server liegt. Die Dateien lassen sich also nun ganz normal verwenden, als wären sie lokal auf dem Laptop vorhanden.

In den Dateien /etc/hosts.allow und /etc/hosts.deny könnte man nun noch detailliertere Zugriffsrechte definieren, aber für ein Home-Netzwerk scheint mir das nicht nötig. Praktisch wäre es hingegen, wenn bei jedem Laptop-Start automatisch dieses Verzeichnis eingebunden würde.

Dazu öffnen wir die Datei /etc/fstab. Momentan sieht sie hier so aus:

# /etc/fstab: static file system information.
#
# -- This file has been automaticly generated by ntfs-config --
#
# <file system> <mount point> <type> <options> <dump> <pass>
proc /proc proc defaults 0 0
# Entry for /dev/hda2 :
UUID=927170a7-125e-4417-9be1-bf957feea772 / ext3 defaults,errors=remount-ro 0 1
# Entry for /dev/hda4 :
UUID=0D0122100384A716 /media/stoked ntfs-3g defaults,locale=en_US.UTF-8 0 1
# Entry for /dev/hda1 :
UUID=1600C51E00C505A9 /media/win ntfs-3g defaults,locale=en_US.UTF-8 0 1
# Entry for /dev/hda3 :
UUID=a6db1a6c-1bfd-42b3-8f5a-7318391b25a4 none swap sw 0 0
/dev/hdc /media/cdrom0 udf,iso9660 user,noauto 0 0
/dev/fd0 /media/floppy0 auto rw,user,noauto 0 0

Wir fügen folgende Zeile hinzu:

192.168.0.175:/media/stoked /media/stoked/Share nfs rw,rsize=8192,wsize=8192 0 0

Anmerkung: Natürlich geht das auch für andere Dateisysteme. Bei NTFS sollte man sich vorher das hier durchlesen.

Von nun an sollte das obige Verzeichnis nach dem Booten immer sofort verfügbar sein - auch das wäre erledigt...

Anhang - NFS-Shares auch unter Windows nutzen

Für Windows wird im Netzwerk zwar meist auf das SMB-Protokoll zurückgegriffen, aber falls es doch mal NFS sein muss, ermöglicht dies ein Java-Programm namens JFTP. Die Software gibt es auf Sourceforge zum Download.

Es benötigt das aktuelle Java Runtime Environment (JRE) von Sun. Sobald es installiert ist, lässt sich auch das Programm JFTP öffnen.

Zur Konfiguration öffnen wir File --> Connect to NFS Server und geben folgendes ein:

URL: nfs://192.168.0.175

Den Rest belassen wir so - und schon können wir auch mit Windows auf unseren NFS-Share zugreifen.

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