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So, 3. September 2006, 00:00

Projekt »Virtueller hochverfügbarer Linux-Server«, Teil 2

Hardware-Auswahl und Aufbau

In dieser Folge der Artikelreihe wird die Hardware-Auswahl einer Revision unterzogen. Dann wird der Aufbau des Rechners nach erfolgreicher Beschaffung der Komponenten beschrieben. Nach der Installation des Betriebssystems Debian GNU/Linux werden erste Funktionstests und Benchmarks durchgeführt.

Front des Servers

Hans-Joachim Baader (hjb)

Front des Servers

Hardware-Reprise

Eigentlich wollte ich in dieser Artikelserie nicht so sehr auf die Hardware eingehen, sondern schneller zur Virtualisierung kommen. Da aber einige Leser durchaus an den Einzelheiten interessiert sind und sich noch einiges gegenüber den ersten Plänen geändert hat, will ich doch noch einmal ausführlich werden. Der Großteil des Artikels ist aber der Linux-Installation und ersten Tests gewidmet.

Ich war kurz davor, die im ersten Teil dieser Serie beschriebene Hardware zu bestellen, als ich entdeckte, dass das Board des Barebones kein ECC-RAM unterstützt. Dazu kam noch die Aussicht, dass der Sockel 939 eingestellt und durch den Sockel AM2 ersetzt wird. Ich entschloss mich daher, auf die ersten AM2-Boards und -CPUs zu warten. Die Idee, einen Barebone zu verwenden, ließ ich nach einer gewissen Zeit auch fallen.

Ein zweiter Punkt fiel mir noch ein, den ich beinahe übersehen hätte. Derzeit habe ich eine redundante Konfiguration, bei der ein zweiter, nahezu identischer Server bereitsteht, den ersten zu ersetzen, wenn es einmal ein schwerwiegendes Problem geben sollte. Mit dem neuen Server wollte ich keinesfalls schlechter dastehen als mit dem alten, was bedeutete: Der Server muss doppelt angeschafft werden. Letztlich ging ich so vor, dass ich zuerst den ersten Server als Muster baute und den Aufbau des zweiten Servers auf einen späteren Zeitpunkt verlegte. So können die Erfahrungen mit dem ersten Server genutzt werden, den zweiten Server zu konfigurieren: Im Idealfall wäre er identisch, im Fall von Problemen mit etwas anderer Hardware ausgestattet.

Der Datenabgleich zwischen den beiden Servern sollte mit DRBD erfolgen. Derzeit nutze ich dieses System nicht, obwohl ich es schon immer mal probieren wollte. Als DRBD einsatzreif war, hatte ich allerdings meine Server schon eingerichtet und sah keine Möglichkeit, DRDB nachträglich einzubauen. DRBD - und damit einhergehend Hochverfügbarkeit mit dem Linux-HA-Projekt - erhöht zwar die Komplexität des Projektes noch weiter, aber das sollte es allemal wert sein. Interessant ist sicher die Frage, wie DRBD mit den virtuellen Maschinen interagiert. Soll es auf der Ebene des Hostsystems arbeiten und somit die virtuellen Maschinen mit spiegeln, oder soll jede virtuelle Maschine das für sich selbst tun?

Hardware-Einkaufsliste

Nach diesen Überlegungen wartete ich erst einmal ab, bis AM2-Prozessoren und AM2-Mainboards in den Handel kamen. Danach wählte ich die Hardware noch einmal sorgfältig aus. Hier nun das Ergebnis der Recherche.

Meine Auswahl ist natürlich etwas willkürlich und ich will an dieser Stelle betonen, dass es für die meisten Komponenten noch andere Alternativen gibt, so dass der resultierende Rechner deutlich anders aussehen könnte. Wenn andererseits jemand den Rechner mit genau den gleichen Komponenten nachbauen möchte, soll mir das recht sein. Am Ende des Kapitels stelle ich eine Stückliste zur Verfügung.

Gehäuse

Das Gehäuse muss ein Mainboard im ATX-Format, DVD-Laufwerk und drei oder besser mehr Festplatten aufnehmen können. Zuerst hatte ich den Plan, kein neues Gehäuse anzuschaffen, sondern ein älteres wiederzuverwenden. Aber nach genauerem Nachdenken erkannte ich den Fehler: Die älteren Gehäuse bieten möglicherweise nicht genug Kühlung für die doch recht stromfressende Hardware. Zudem gibt es heute recht preisgünstige Gehäuse, in denen sich alle Komponenten ohne Werkzeug installieren lassen. Allein die gesparte Zeit kann es schon wert sein, die 40 bis 60 EUR zu investieren, die für ein einfacheres Gehäuse fällig sind. Lediglich beim Netzteil würde ich auf ein vorhandenes zurückgreifen. Früher oder später muss man ohnehin mit dem Ableben eines Netzteils rechnen, so dass es meiner Meinung nach kaum eine Rolle spielt, ob es neu oder gebraucht ist. Theoretisch müssten 230 Watt für das Netzteil unseres Systems reichen, doch erst die Praxis wird zeigen, ob das stimmt.

Nach kurzer Recherche standen drei Kandidaten für das Gehäuse zur Auswahl: CoolerMaster Centurion 534, Enermax CA-3030 Pandora und Thermaltake Matrix. Ich entschied mich für das Enermax, das von den dreien am günstigsten war.

Gehäuselüfter: Papst

Das von mir ausgewählte Gehäuse besitzt bereits einen großen Lüfter. Sollte dieser zu laut oder unzureichend sein, muss man ihn ersetzen und/oder mit weiteren Lüftern ergänzen. Ungeregelte Lüfter reichen dafür aus. Ich setze grundsätzlich nur Papst-Lüfter ein. Sie sind für mich das Maß aller Dinge. Sie sind nicht billig, doch dafür unhörbar und äußerst langlebig.

Mainboard: ASUS M2N-SLI Deluxe

Dieses etwa 130 EUR teure Board enthält einen AM2-Sockel. Eine redundante Auslegung der CPU wie in meinen früheren SMP-Systemen ist damit nicht möglich, diesen Kompromiss denke ich aber in diesem Fall eingehen zu können. Der Chipsatz nVidia 570 SLI bietet 6 SATA-Kanäle, 10 USB 2.0-Schnittstellen, 2 Gbit-Ethernet-Schnittstellen und Audio. Auf dem Board sind auch zwei Firewire-Anschlüsse vorhanden. Es stehen vier RAM-Slots für bis zu 8 GB DDR2-RAM zur Verfügung. Das RAM muss allerdings mindestens PC-533 entsprechen, höchstens PC-800. ECC wird unterstützt. Bis auf die Grafik sind also alle Komponenten vorhanden, die man normalerweise braucht. - Ich kann nur dringend davon abraten, billige Consumer-Mainboards zu kaufen. Diese unterstützen kein ECC, obwohl der Chipsatz es kann, und sind generell von zweifelhafter Qualität. ASUS dagegen ist recht renommiert für professionelle und langlebige Boards, auch wenn nicht jedes Modell wirklich gut ist.

CPU: AMD Sempron64 2800+ für Sockel AM2

Die Sempron-CPU ist eine der billigsten, die man derzeit bekommen kann, und bietet für den NAS-Server ausreichende Leistung. Einziger Wermutstropfen ist die Leistungsaufnahme von max. 65 Watt. Doch mit dem AM2-Sockel besteht die Option, später einmal auf eine »Energy Efficient«-CPU zu wechseln, die nur 35 Watt schluckt und dazu dank Dual Core und größerem Cache noch weit mehr als doppelt so schnell ist. Derzeit sind diese CPUs noch teuer und schwer erhältlich, doch in einem oder zwei Jahren ergeben sich sehr attraktive Aufrüst-Möglichkeiten. Wer gleich die höhere Leistung braucht oder nicht warten will, kann natürlich auch sofort zuschlagen.

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