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Mi, 13. August 2008, 00:00

Systemüberwachung mit Zabbix - Teil 1

Mittels des System-Überwachungstools Zabbix ist es mit relativ wenig Aufwand möglich, auch komplizierte Netzwerkstrukturen zu überwachen. Im ersten Artikel unserer zweiteiligen Reihe stellen wir Ihnen das Tool vor und begleiten Sie bei der Installation.

Grundlegendes

Administratoren oder passionierte Heimanwender mit mehreren Servern können davon ein Lied singen. Da verabschiedet sich ein System gerade dann, wenn der Chef seine wichtige E-Mail senden wollte oder die Frau gerade bei Ebay das Schnäppchen des Lebens tätigt. Für Administratoren ist es deshalb essenziell, über eventuelle Ausfälle bereits beim Eintreten durch geeignete Tools informiert zu werden. Besser noch - von Unregelmäßigkeiten zu erfahren, bevor es zu einem Ausfall kommt.

Die Übersichtsseite von Zabix kann den Wünschen entsprechend angepasst werden und gibt Auskunft über alle Server

Mirko Lindner

Die Übersichtsseite von Zabix kann den Wünschen entsprechend angepasst werden und gibt Auskunft über alle Server

Um den Firmen- oder Familienfrieden wenigstens im Server- oder Systembereich aufrecht zu erhalten, empfiehlt sich ein Einsatz von Überwachungssystemen. Doch hier fängt schon das Problem an. Der Dschungel der Monitoring-Tools ist dichter denn je. Die Zahl der zu überwachenden Dienste und Anwendungen für kritische Prozesse steigt und damit auch der Bedarf an geeigneten Überwachungstools. Während die einen leicht zu administrieren sind, fehlt es ihnen an Funktionen. Die anderen lohnen dagegen nicht den Einsatz, da die Funktionalität zwar den Ansprüchen eines Administrators gerecht wird, die eigentliche Konfiguration aber die verfügbaren Zeitressourcen um ein Vielfaches übersteigt. Noch andere sind vielleicht leicht zu administrieren und bieten professionelle Funktionen, kosten aber auch gleich mehrere tausend Euro.

Zabbix, hier in der Version 1.4.6, verspricht einen Spagat zwischen einer leichten Konfiguration, leistungsfähigen Tools und freier Verfügbarkeit. Das System will sich dabei nicht nur auf Linux-Systeme beschränken, sondern bietet auch Überwachungsagenten unter anderem für Systeme wie AIX, FreeBSD, HP-UX, Mac OS X, Solaris und alle momentan verfügbaren Windows-Versionen an. Darüber hinaus will Zabbix das Leben der Administratoren durch eine einfache Konfiguration und Anpassbarkeit an die Netzwerktopologie leichter machen.

Zabbix allgemein

Das System besteht aus drei voneinander unabhängigen Komponenten. Das Herz des Systems stellt der Zabbix-Server dar. Dieser überwacht alle angemeldeten Clients, startet geeignete Aktionen und sammelt ständig alle verfügbaren Daten, die er in einer Datenbank speichert. Versorgt wird der Server mit Informationen durch die Zabbix Agents, die jeweils auf einem zu überwachenden System installiert werden und periodisch dem Server den Status des Systems übermitteln. Die Kommunikation erfolgt dabei bidirektional auf den Ports 10050 und 10051. Für Visualisierung der Systemressourcen und die Konfiguration des Servers ist dagegen die Web-Komponente von Zabbix zuständig. Sie kann auf einem dedizierten System installiert werden und greift direkt auf die Daten des Servers zu.

Zabbix bietet dem Administrator die Möglichkeit, auf einen Blick alle relevanten Daten der Server zu überblicken

Mirko Lindner

Zabbix bietet dem Administrator die Möglichkeit, auf einen Blick alle relevanten Daten der Server zu überblicken

Eine für den Administrator wichtige Frage stellt die Erweiterbarkeit des Systems und die Möglichkeit dar, es an die eigenen Bedürfnisse, Prozesse oder Applikationen anzupassen. Hier setzt Zabbix dem Anwender, die nötige Arbeit vorausgesetzt, kaum Einschränkungen, und erlaubt unter anderem auch Server zu überwachen, auf die der Administrator keinen Zugriff hat.

Die eigentliche Überwachung findet über sogenannte Trigger statt. Diese machen nichts anderes, als beim Eintreten einer bestimmten Situation eine Aktion auszuführen. Sie sind in Gruppen festgelegt und bereits zahlreich vorhanden. Bei Bedarf können Administratoren weitere Trigger erstellen oder vorhandene ändern. Um die Arbeit der Administratoren zu minimieren, sind alle Trigger in Gruppen unterteilt. Auch existieren Trigger für spezielle Hardwarekomponenten oder Betriebssysteme, so dass auch eine nicht extra angepasste Version von Zabbix einen großen Teil des zu überwachenden Systems abdeckt.

Dank der automatischen Erkennung der Netzwerktopologie kann Zabbix sowohl für große Unternehmen als auch für Heimadministratoren interessant sein, die beispielsweise einen virtuellen Server betreiben. Die freie Verfügbarkeit unter den Bedingungen der GNU General Public License (GNU GPLv2) ermöglicht darüber hinaus, auch eigene Erweiterungen leicht durchzuführen.

Installation

Installation allgemein

Die Installation des Systems gestaltet sich trotz des durchaus beachtlichen Umfangs relativ einfach. Um Zabbix sinnvoll nutzen zu können, werden Apache, PHP mit diversen Modulen, je nach gewünschter Speicherart SQLite, MySQL, Oracle oder PostgreSQL und weitere Tools benötigt. Empfehlenswert ist es auch, Net-SNMP oder UCD-SNMP zu installieren, um vor allem in großen Umgebungen Systeme leichter einbinden und überwachen zu können. Wer über Jabber benachrichtigt werden möchte, sollte auch Iksemel installiert haben. Für Web-Monitoring wird auch Libcurl benötigt.

Je nach Einsatz können alle Komponenten von Zabbix auf mehrere Server ausgelagert werden. Dabei müssen nicht alle Tools auf einem System vorhanden sein. Der Einfachheit halber gehen wir allerdings bei unserer Beschreibung von einem zentralen Server aus und nutzen für die Speicherung der Daten MySQL.

Ein massiver Vorteil von Zabbix stellt die Verfügbarkeit für eine Vielzahl von Distributionen und Systemen dar. Es ist deshalb empfehlenswert, bereits vorhandene Pakete zu nutzen. Wer den Kern von Zabbix allerdings verändern möchte, kommt um eine Neucompilierung des Pakets nicht herum. Da dies nur die Minderheit sein wird, beschäftigen wir uns mit der Installation der Pakete nur beiläufig. Nähere Angaben über die verfügbaren Optionen liefert der Befehl »./configure --help«.

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