Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Mo, 22. November 1999, 00:00

IRC-Server unter Linux

Vorwort

IRC-Server sind sehr weit verbreitet. Das war ein Grund für mich, über dieses Thema zu berichten. Diese Dokumentation beschäftigt sich mit der Einrichtung eines einfachen IRC-Servers, der zum Beispiel bei größeren LAN-Partys eingesetzt werden kann, um miteinander zu kommunizieren. Mein System sah dazu wie folgt aus: Ein Intel Celeron 400 MHz Prozessor, 128 MB RAM, 20 GB HDD, SuSE Linux 6.2 und der IRC-Server IRCD 2.10.2.

Grundsätzliches

Wenn Sie schon Erfahrung mit IRC haben, so können Sie diesen Abschnitt überspringen. Was ist IRC? IRC steht für "Internet Relay Chat". Es wurde ursprünglich von Jarkko Oikarinen 1988 entwickelt. Seit dem Start in Finnland ist es inzwischen in mehr als 60 Ländern verbreitet. Es ist ein textbasierendes Kommunikationssystem, das auf dem Client/Server-Prinzip aufgebaut ist. Im IRC bestehen mehrere Netze, die voneinander getrennt sind. Das bekannteste ist das IRCnet. Weitere Netze sind DALNet oder das EFNet. Um sich auf einem IRC-Server einzuloggen, wird ein sogenannter IRC-Client benötigt. Für viele Betriebssysteme gibt es einige Clients. Hier eine kleine Auflistung:

System Client
UNIX/Linux ircII
Windows mIRC
Amiga amIRC
MAC MacIRC

Die entsprechenden Internet-Adressen finden Sie bei den Quellenangaben. In jedem Netz gibt es sogenannte Channels (Kanäle), die in erster Linie dazu dienen, eine Übersicht in das Netz zu bringen. Jeder Channel hat mindestens einen "Channel Operator". Dieser Operator (kurz OP) ist der Administrator und hat die vollständige Kontrolle über den Channel. Macht ein Benutzer einen neuen Channel auf, so ist er damit automatisch ein OP. Nun kann er auch andere User zum OP "befördern". Weiterhin gibt es sogenannte "Bots". Ein Bot ist ein Programm, das spezielle Aufgaben erledigt. Dazu gehört zum Beispiel, daß der Channel permanent aufrecht erhalten bleibt, oder User zu kicken bzw. zu verbannen, falls sie sich nicht an den Regeln halten. Der bekannteste Bot ist "Eggdrop". Zu Eggdrop finden Sie hier in Kürze einen entsprechenden Artikel. Wenn Sie sich im IRC bzw. auf einem Channel befinden, so gibt es bestimmte Regeln, die eingehalten werden sollten. Solche Regeln werden auch als Etikette bezeichnet. Im folgenden finden Sie einige Dinge, die grundsätzlich zu vermeiden sind:

  • Das Belästigen anderer IRC-Benutzer
  • Einen Kanal durch wiederholtes Absenden von Piep-Signalen oder Nachrichten zu stören (flooden)
  • Channel hopping: Einen Kanal betreten und dann sofort wieder verlassen

Um erfolgreich IRCen zu können, sollten Sie sich noch mit einigen Befehlen vertraut machen. Das ist nicht zwingend, da die Befehle bei Clients mit grafischer Oberfläche durch Anklicken aktiviert werden können. Allerdings ist es recht sinnvoll, wenn Sie die Befehle kennen, um auch evtl. mit anderen Clients umgehen zu können. Auf die einzelnen Befehle möchte ich hier allerdings nicht genauer eingehen, da bei sie bei jedem Client ausreichend dokumentiert sind.

Installation

Die Installation ist unter SuSE sehr einfach. Das Paket "ircd" finden Sie in der Serie "s", welches Sie mit Yast nachinstallieren können. Yast installiert den IRCD in das Verzeichnis /usr/lib/ircd. Die Dokumentation zu diesem Paket finden Sie unter /usr/doc/packages/ircd/doc. Die Hauptkonfigurationsdatei heißt ircd.conf, die sich ebenfalls im Verzeichnis /usr/lib/ircd befindet. Wenn Sie es gewohnt sind, Konfigurationsdateien im Verzeichnis /etc zu finden, so können Sie auch ein Link auf /usr/lib/ircd/ircd.conf setzen. In der Datei /etc/rc.config muß der Eintrag "START_IRCD" auf "Yes" gesetzt werden, um den IRC-Server beim Systemstart hochzufahren. Bei SuSE 6.2 funktionierte das allerdings nicht korrekt, da der Server nicht startete. Erst nach dem ändern des Startup-Skriptes /sbin/init.d/ircd lief der Server hoch. Ich weiß nicht, ob dieses Problem noch bei späteren Versionen vorhanden ist. Falls jemand mehr Informationen zu diesem Problem hat, würde ich mich über eine Rückmeldung sehr freuen. Ist der IRCD-Server nicht bei Ihrer Distribution dabei, dann laden Sie ihn herunter (siehe Quellen) und installieren Sie ihn nach der Anleitung.

Konfiguration

Wie schon erwähnt, ist die Konfigurationsdatei die Datei /usr/lib/ircd.conf. Im selben Verzeichnis befindet sich example.conf, die sehr gut beschrieben ist. Wir benutzen allerdings unsere eigene Konfiguration und sichern die ursprüngliche ircd.conf in ircd.conf.org. In der ircd.conf gibt es verschiedene Abkürzungen, die für verschiedene Optionen stehen:

  • Option Abkürzung
  • 1. Machine information (M)
  • 2. Administrative info (A)
  • 3. Port connections (P)
  • 4. Connection Classes (Y)
  • 5. Client connections (I,i)
  • 6. Operator privileges (O)
  • 7. Restrict lines (R)
  • 8. Excluded accounts (K,k)
  • 9. Server connections (C,c,N)
  • 10. Deny auto-connections (D)
  • 11. Hub connections (H)
  • 12. Leaf connections (L)
  • 13. Version limitations (V)
  • 14. Excluded machines (Q)
  • 15. Service connections (S)
  • 16. Bounce server (B)
  • 17. Default local server (U)

Die Abkürzungen stehen am Anfang jeder Konfigurationsoption in der ircd.conf. Nun sehen Sie die dokumentierte Konfigurationsdatei:

Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung