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Mi, 3. März 2010, 19:00

BackupPC als Backupserver im Heimnetzwerk

Im Fall einer Fehlmanipulation oder eines Systemausfalles möchte man auf möglichst aktuelle Daten zurückgreifen. Wege zum Backup gibt es nun viele und im Folgenden soll das Programm BackupPC vorgestellt werden.

Unter einem Backup soll hier vor allem eine Lösung für Notfälle verstanden werden: Man möchte als besonders wichtig eingestufte Daten sichern und im Bedarfsfall schnell wiederherstellen. Ein Backup darf also nicht mit Archivierung und anderen Möglichkeiten der Datensicherung verwechselt werden. Deshalb vorab noch eine kleine Begriffsklärung. Die Informationen stammen dabei von der Seite computerworld.ch, sofern nicht anders ausgezeichnet.

Klärung einiger Begriffe

Unter Archivierung versteht man die vollständige und schreibgeschützte Speicherung von Daten in jeder Version nach Änderungen. Ziel der Archivierung ist die Nachvollziehbarkeit der Geschäftsvorgänge; die jeweiligen rechtlichen Anforderungen sind dabei zu erfüllen.

Ein Image eines Datenträgers erfüllt ganz andere Anforderungen, und zwar ist es damit möglich, die Installation und Konfiguration eines PCs oder Servers festzuhalten. Das Image ist ein Abbild des jeweiligen Datenträgers, meistens der Festplatte, auf der das Betriebssystem ruht. Ziel des Images ist die schnelle Wiederherstellung des jeweiligen Systems nach fehlerhafter Konfiguration oder Hardwareausfall.

Einen anderen Ansatz verfolgt die Continuous Data Protection (CDP), welche die Daten fortlaufend sichert. Es gibt dabei keinen bestimmten Zeitpunkt, an dem ein Backup erstellt wird, da die Daten bei Änderungen unmittelbar auf ein zweites System überspielt werden.

Ähnlich einem Image ist ein Snapshot, welcher ein Abbild, zum Beispiel das eines Laufwerks zu einem bestimmten Zeitpunkt, darstellt. Der aktuelle Zustand wird festgehalten, indem alle Änderungen auf dem Datenträger in eine weitere Datei geschrieben werden. Snapshots werden nicht wie ein Image auf einen separaten Datenträger überspielt, sondern verbleiben auf dem aktiven Datenträger. Damit ist eine rasche Wiederherstellung auch einzelner Dateien möglich.

Das Disaster-Recovery hingegen ist das Ineinandergreifen der schon erwähnten Methoden. Damit ist Disaster-Recorvery als Konzept zu verstehen, das die gewünschte Verfügbarkeit garantieren soll. Dazu gehört z.B. auch die Verfügbarkeit von Ersatz-Hardware, welche kompatibel zu der bestehenden Hardware ist.

BackupPC - das Programm der Wahl

BackupPC kann für die Datensicherung von Linux- und Windows-Systemen eingesetzt werden. Im Gegensatz zu den anderen Programmen arbeitet es als Backup-Server und wird unter Linux im Netzwerk installiert. Als Server arbeitet es selbstständig und sichert alle definierten Daten aller eingerichteten PCs, wenn sie am Netzwerk angeschlossenen sind. Jeder Benutzer kann mit seinem Webbrowser auf dem Server den Status seiner Backups nachvollziehen und darüber hinaus auch die Wiederherstellung einzelner Dateien oder ganzer Verzeichnisse für seinen PC auslösen.

Das Programm benötigt auf den Windows- und Linux-Clients wenig bis keine Installation und beherrscht die Sicherung aller selbst definierten Verzeichnisse als Full-Backup sowie auch nur die Änderungen (Incremental-Backup) daraus. Für den Administrator und die Benutzer steht eine Web-Benutzeroberfläche zur Verfügung. Insofern erscheint BackupPC als vielversprechende Wahl.

Darüber hinaus ist es auch wichtig zu wissen, dass BackupPC dateibasierte Backups anlegt. Dabei besitzt es ein ausgeklügeltes System, um die Backups kompakt abzulegen und die benötigte Bandbreite im Netzwerk möglichst gering zu halten. So werden zum Beispiel identische Dateien verschiedener Backups nur einmal physisch gespeichert.

Die deutsche Dokumentation für BackupPC scheint einwandfrei zu sein, sodass mit ein wenig Arbeit - und hoffentlich ohne allzu große Mühen - das System in Betrieb genommen werden kann.

Grundlage für die Einrichtung von BackupPC soll hier ein Ubuntu 9.04-Server (mit GNOME als graphischer Oberfläche) sein.

BackupPC speichert die Sicherungskopien in /var/lib/backuppc, also wird dort viel Speicherkapazität benötigt. In der Beispielinstallation stehen ungefähr 250 GB zur Verfügung. Je nach Anzahl zu sichernder PCs (im Test vier an der Zahl) mag das ausreichen, jedoch empfiehlt es sich, ein LVM für die Partition einzurichten, auf der /var/lib/backuppc angelegt ist, damit man sie im Bedarfsfall vergrößern kann.

Die zu sichernden Systeme sollen aus Ubuntu-Linux-Systemen und einem Windows-Vista-Notebook bestehen. Alle Systeme beziehen ihre Netzwerkeinstellungen im Heimnetz durch DHCP. Bei der Übertragung der Daten unterstützt BackupPC drei Transfermethoden: smb, rsync/rsyncd und tar. Für Linux-Systeme ist die empfohlene Methode rsync, für Windows-Systeme ist dagegen die Transfermethode smb zu bevorzugen.

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