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So, 2. Mai 2010, 19:00

Ubuntu 10.04

Ein Überblick

Am 30. April 2010 wurde Ubuntu 10.04 freigegeben. Wir geben einen Überblick über die Neuerungen mit besonderem Augenmerk auf den Desktop.

Paketverwaltung und Updates

Auswahl von Anbietern im Software-Center

Hans-Joachim Baader

Auswahl von Anbietern im Software-Center

Das Hauptprogramm zur Paketverwaltung ist das in der letzten Version eingeführte Software-Center, das es weiterhin nur unter GNOME gibt. Es ist in der Art eines Anwendungs-Stores aufgebaut, verwaltet aber auch die installierten Anwendungen. In der Kategorie-Ansicht gibt es nun auch Unterkategorien. Die für diesen Bereich verfügbare Software wird dann als Liste angezeigt. Mit der Suche kann man die Auswahl weiter einschränken. Klickt man ein Softwarepaket in der Liste an, erhält man Buttons zum Installieren (bei installierten Paketen einen zum Entfernen) und einen Link zum Aufrufen der Webseite. Ferner werden eine Beschreibung, ein Screenshot und weitere Informationen angezeigt.

Das Software-Center enthält allerdings keine Funktionen für die Verwaltung der Paketquellen und für Paket-Updates. So besitzt man unter GNOME momentan drei Anwendungen, die sich mit der Paketverwaltung befassen. Es wäre eine Überlegung wert, ob man nicht die fehlenden Funktionen ins Software-Center integriert und damit den gleichen Funktionsumfang wie Synaptic erreicht.

Außerdem kann man nun im Software-Center zwischen Software, die von Ubuntu und anderen Anbietern stammt, unterscheiden. Dies geschieht über separate Zweige im Baum Software installieren. Es ist keine sehr geschickte Lösung, weil bei der Wahl von Bereitgestellt von Ubuntu eine Liste von über 30.000 Paketen erstellt wird - glücklicherweise dauert es nur wenige Sekunden.

Die offiziellen Repositorien von Ubuntu 10.04 sind weiterhin main, universe, multiverse und restricted. Letzteres ist das Archiv, in dem sich unterstützte, aber unfreie Pakete befinden. Darunter befinden sich die Grafikkarten-Treiber von NVidia und anderen, Firmware-Pakete und Treiber, die nicht unter vollständig freien Lizenzen stehen. Sie können von Ubuntu grundsätzlich nicht so wie die anderen Pakete unterstützt werden, da der Quellcode teilweise nicht zugänglich ist.

KPackageKit

Hans-Joachim Baader

KPackageKit

Im Gegensatz zu main wird Software, die im Repositorium universe zu finden ist, nicht offiziell unterstützt. Die Softwarepakete in universe sind frei, während jene in multiverse unfrei sind. Daneben existiert noch das Repositorium partner, das kostenlos erhältliche Software von Partnerunternehmen beherbergt.

Unter KDE wird weiterhin KPackageKit zum Verwalten und Aktualisieren von Software verwendet. Im Gegensatz zum Software-Center ist es eine umfassende Lösung wie Synaptic, und es wurde gegenüber früher verbessert. Leider lassen sich in der Suche nach Softwarepaketen keine Wildcards verwenden. Die Auswahl der Funktionen »Softwareverwaltung«, »Softwareaktualisierungen« und »Einstellungen« hätte leicht in einem Menü erfolgen können, anstatt so viel Platz auf dem Bildschirm zu verschwenden. Außerdem fanden wir die Kombination von Suchbegriffen, Filtern und Bereichsauswahl, wie sie im Hauptfenster präsentiert wird, vollkommen unlogisch und nicht intuitiv. Die Oberfläche von KPackageKit wirkt demnach wie ein schlechter Prototyp, die zugrundeliegenden Funktionen scheinen dagegen einwandfrei zu arbeiten.

Fazit

Ubuntu 10.04 LTS wirkt trotz aller Änderungen sehr vertraut. Natürlich gibt es sowohl einige Änderungen in den Äußerlichkeiten als auch viele Verbesserungen in den Details. Einige Wünsche bleiben weiterhin offen, und so manches Programm und manche Komponente könnte noch intuitiver werden. Unterm Strich gilt jedoch für Ubuntu wie für die meisten freien Programme: Die neueste Version ist meist die beste.

Auch wenn im Test keine ernsthaften Fehler zu bemerken waren, heißt es sicher nicht, dass Ubuntu 10.04 frei von Fehlern wäre. Der Preis, den man für große Aktualität zahlen muss, ist, dass es anfänglich so einige Fehler geben kann. So ist auch bei Ubuntu 10.04 mit zahlreichen Paket-Updates zu rechnen. Alle Anwender, die nicht die Zeit oder die Fähigkeit haben, sich mit Fehlern auseinanderzusetzen, sollten wie immer einige Wochen warten, bevor sie auf Ubuntu 10.04 aktualisieren. Die Aktualisierung ist Pflicht, allerdings muss sie ja keineswegs sofort erfolgen, wenn man noch keinen Bedarf verspürt. Erst am Ende des Support-Zeitraumes sollte man wirklich nicht länger zögern.

Insgesamt ist Ubuntu 10.04 LTS eine der empfehlenswertesten Linux-Distributionen. Sie weist wenige echte Probleme auf, die mit Workarounds in den Release-Notes dokumentiert sind. Ihre hohe Benutzerfreundlichkeit macht sie für Einsteiger geeignet, und wo Einsteiger ohne Probleme klarkommen, gilt das für die Experten erst recht. Selbst wenn so manche Nachricht zunächst etwas anderes befürchten ließ, ist Canonical mit Ubuntu 10.04 ein exzellenter Start in den neuen LTS-Zyklus gelungen.

  • Dieses Werk wurde unter der GNU Free Documentation License veröffentlicht. Das Kopieren, Verbreiten und/oder Modifizieren ist erlaubt unter den Bedingungen der GNU Free Documentation License, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation. - Weitere Informationen
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