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Do, 29. Juli 2010, 15:00

OpenSuse 11.3

Neuerungen und Verbesserungen der Anwenderdistribution

Acht Monate ist es her, dass Novell Version 11.2 von OpenSuse herausbrachte. Nun liefert der Distributor eine Aktualisierung in Form von OpenSuse 11.3 aus. Nach Angaben des Herstellers sollte man sich von dem kleinen Versionssprung nicht täuschen lassen, denn es gibt zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen. Unter anderem enthält es Verbesserungen des Paketsystems und Unterstützung für Netbooks. Pro-Linux schaute sich das Produkt eine Zeit lang an und testete es in einer produktiven Umgebung.

Paketmanagement

Einen besonderen Wert legten die Entwickler in der aktuellen Version auf das Paketmanagement. Neben der Tatsache, dass Zypper dank diversen Verbesserungen in den letzten Versionen zu einem wirklich brauchbaren Tool aufwuchs, hat die Applikation auch eine Menge neuer Funktionen erhalten. So kann Zypper nun PackageKit unterbrechen, falls dieses im Hintergrund läuft. Da nicht beide Programme gleichzeitig auf die Software-Paketdatenbank zugreifen können, war es für die Benutzer ein Ärgernis, von Zypper eine Fehlermeldung zu erhalten, wenn PackageKit im Hintergrund gestartet war. In der neuen Version kann das Problem nur noch auftreten, wenn PackageKit tatsächlich beschäftigt ist. In unseren Tests funktionierte die neue Lösung recht ordentlich und wir konnten in unserer Arbeit keine Blockaden feststellen, wenn sie nicht wirklich berechtigt waren.

zypper entfernt nach einer Deinstallation nicht mehr benötigte Anhängigkeiten

Mirko Lindner

zypper entfernt nach einer Deinstallation nicht mehr benötigte Anhängigkeiten

Eine der am meisten gewünschten Funktionen für das Paketmanagement haben die Entwickler nun in der aktuellen Veröffentlichung implementiert - das automatische Löschen nicht mehr benötigter Komponenten. Wird beispielsweise ein Paket entfernt, so lassen sich alle nicht mehr benötigten Komponenten des Systems mittels der Option »--clean-deps« ebenfalls deinstallieren. Auch die Yast-Komponente verfügt über dieselbe Funktionalität. Interessenten müssen zu diesem Zweck lediglich die Option Cleanup when deleting packages im Optionsmenü vor der Deinstallation eines Pakets aktivieren. Während allerdings die GTK+-Variante die Einstellungen unter /etc/sysconfig/yast2-gtk speichert, verwerfen die Qt- und ncurses-Versionen die Option nach einem Neustart.

Darüber hinaus findet sich im Optionsmenü ebenfalls der Eintrag Allow vendor change, der nichts anderes bewirkt, als dass Yast per Default auch Software aus Fremdquellen installieren soll. Doch auch hier werden die Einstellungen nach einem Neustart der Qt- und ncurses-Versionen verworfen. Entschuldigend sollte allerdings hinzugefügt werden, dass eine Speicherung der Werte bis kurz vor dem Release von OpenSuse 11.3 nicht wirklich geplant war und die GTK-Version diese Funktionalität im wahrsten Sinne des Wortes auf den letzten Drücker erhielt. Ein entsprechender Patch wurde erst Mitte Juni erstellt und darf eher als Provisorium angesehen werden. Laut Aussagen der Entwickler wird künftig die Speicherung wohl eher in /etc/sysconfig/yast2 erfolgen.

Yast: Die neue Gtk+-Softwarekomponente

Mirko Lindner

Yast: Die neue Gtk+-Softwarekomponente

Massive Überarbeitung erfuhr auch das Gtk+-Frontend von Yast zur Verwaltung der Software. Trotz des relativ kleinen Versionsunterschieds zwischen OpenSuse 11.2 (v2.20.x) und OpenSuse 11.3 (2.21.x) bietet das Tool extrem viele Verbesserungen. Die ehemals doch recht fummelige Installation von Anwendungen wurde grundlegend überarbeitet. So lassen sich nun Anwendungen mittels einer Auswahlbox, ähnlich der Qt-Komponente, zur Installation oder Deinstallation auswählen. Die Sortierung unterstützt neben Gruppen auch eine Baumansicht von RPM-Gruppen. Die eher verwirrende Anzeige der Anwendungen, die zwischen verfügbaren Anwendungen, Aktualisierungen und installierten Applikationen unterschied, wurde nun entfernt, so dass alle Applikationen samt einer Versionsanzeige an einer Stelle zu sehen sind.

Die Auswahl der verfügbaren Versionen gestaltet sich nun ein wenig logischer in der GTK+-Komponente. Leider unterlag Novell bei der Konzeption oder bei der Implementierung ein kleiner und doch folgenreicher Fehler. Hat man eine Applikation zur Installation ausgewählt, selektiert die Applikation automatisch die höchste Version. Hat man danach die Version geändert, wird die Korrektur allerdings ignoriert. Das kann unter anderem dazu führen, dass Versionen installiert werden, die nicht gewünscht waren.

Das Gtk+-Tool bietet nun auch eine Anzeige der zuletzt installierten oder aktualisierten Pakete an. Ein grafischer Solver, wie ihn die Qt-Version hat, fehlt allerdings noch. Dagegen lassen sich unter dem Menüpunkt view all changes die kommenden Aktionen, die das Tool ausführt, anzeigen. Die eher verspielte Anzeige des verfügbaren Speicherplatzes flog dagegen hinaus und wurde durch eine etwas schlichtere ersetzt. Ein Manko des neuen Tools stellt die teils noch nicht vorhandene Lokalisierung dar. Es ist zwar nicht gänzlich in Englisch gehalten, es fehlen aber noch etliche Beschreibungen auf Deutsch. Das führt dann zu solch Kuriositäten wie »No changes to perform: Rückgängig«.

Kommentare (Insgesamt: 33 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Score: 3 http://www.wie-als.de/ (narf, Mi, 20. Oktober 2010) Score: 3 Re: openSUSE 11.3 (suseuser97, So, 10. Oktober 2010)
Score: 3 Stabilitä 11.3 ($schoko, Sa, 2. Oktober 2010)
Score: 3 Re: Installation (E. coli, Mo, 2. August 2010)
Score: 3 openSUSE 11.3 (transwarp, So, 1. August 2010)
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