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Do, 12. August 2010, 16:00

HTML5 - Webseiten innovativ und zukunftssicher

Das Buch »HTML5 - Webseiten innovativ und zukunftssicher« von Peter Kröner beschreibt, wie weit HTML5, der Nachfolger von HTML 4.01, schon gediehen ist, und gibt Hinweise für den praktischen Einsatz. Eine Rezension.

Vorwort

Aufmerksamen Lesern der Nachrichten wird wohl kaum entgangen sein, dass Firefox von Version zu Version mehr HTML5-Features unterstützt. Das ist übrigens nicht nur bei Firefox, sondern auch bei den anderen bekannten Browsern so. Doch welche Features sind es im Einzelnen? Welcher Browser unterstützt was? Und wann kommt HTML5 eigentlich? Das sind Fragen, nicht so einfach ist. Da kommt ein Buch wie »HTML5 - Webseiten innovativ und zukunftssicher« von Peter Kröner gerade recht.

Cover von »HTML5«

Open Source Press

Cover von »HTML5«

Das Buch

HTML5 (ohne Leerzeichen vor der 5) ist die Nachfolgeversion des Web-Standards HTML 4.01, der mittlerweile fast elf Jahre auf dem Buckel hat und ganze Generationen von Browsern kommen und gehen sah. Im ersten von zehn Kapiteln wird ein kurzer geschichtlicher Abriss von HTML und XHTML gegeben. Demnach entstand HTML5 aus einer Art Rebellion der Browser-Hersteller gegen das Web-Standardisierungsgremium W3C, das XHTML 1 zum Standard erheben wollte und die Arbeit an XHTML 2 begonnen hatte, aber nicht vorankam.

Die Browser-Hersteller schufen also die WHATWG, die den kommenden Standard HTML5 entwickeln sollte. Das W3C hatte aber inzwischen XHTML2 eingestampft und begann eine eigene Definition von HTML5. Beide Gruppen kommunizieren nicht miteinander und haben sehr unterschiedliche Vorstellungen, wann HTML5 fertig sein soll. Die WHATWG geht von einem Termin nicht vor 2022 (!) aus, das W3C dagegen will HTML5 noch 2010 zur Empfehlung erheben - angesichts der noch vorhandenen Lücken in der Spezifikation dürfte das nicht mehr realistisch sein. Hier beantwortet Kröner schon die Frage, ab wann man HTML5 einsetzen kann, mit einem überraschenden: Ab sofort! Man muss zwar berücksichtigen, dass HTML5 in den verschiedenen Browsern unterschiedlich weit implementiert ist, aber diese Unterschiede können mit geschicktem Design und Bibliotheken ausgeglichen werden. Die hohe Kompatibilität von HTML5 zu HTML 4.01 macht es möglich. Die Tatsache, dass HTML5 noch nicht offiziell ist, sollte sowieso kein Hindernis darstellen. Schließlich ist auch CSS 2.1 noch keine offizielle Empfehlung und wird doch weithin genutzt.

Das weitere Programm des Buches besteht infolgedessen darin, die Neuerungen von HTML5 aufzuzeigen (HTML 4.01 wird beim Leser als gut bekannt vorausgesetzt), und den Stand der Implementierung in den wichtigsten Browsern zu dokumentieren. Letztere Information wird schnell veralten, aber der in diesem Buch genannte Umfang der Implementierungen wird sicher nicht abnehmen, und Änderungen sind in HTML5 kaum noch zu erwarten - höchstens noch Erweiterungen. Damit ist zu erwarten, dass die Kompatibilitäts-Workarounds, die derzeit an vielen Stellen nötig sind, im Laufe der Zeit immer weniger nötig sind.

Kapitel 2 »HTML5-Einstieg für Fortgeschrittene« gibt einen allgemeinen Überblick über HTML5 und erläutert, dass es neben der HTML5- auch eine XHTML5-Syntax gibt. Da bei letzterer aber jede syntaktische Unkorrektheit dazu führt, dass die Seite nicht dargestellt werden kann, plädiert der Autor eher für erstere. Ferner gibt das Kapitel eine Übersicht über die Neuerungen von HTML5. Die Tags »video« und »audio«, die ja bereits weithin bekannt sind, gehören dazu, aber noch spannender ist wahrscheinlich »canvas«, zudem gibt es etliche weitere Neuerungen sowie ein erweitertes JavaScript-API.

Kapitel 3 »Semantisches HTML5« bringt dem Leser die neuen und in der Bedeutung teilweise geänderten Tags näher, speziell diejenigen, die das Dokument so strukturieren, wie es die Bedeutung der Inhalte verlangt. Auch die Zugänglichkeit (Barriererfreiheit) mit WAI-ARIA kommt hier zur Sprache. Kapitel 4 stellt »HTML5-Formulare« vor. Als Benutzer von HTML 4 kann man nur neidisch werden, was HTML5 an erweiterten Möglichkeiten zu bieten hat, das man in HTML 4 nur mit viel JavaScript-Code simulieren konnte. Dieser JavaScript-Code ist natürlich auch hier der Schlüssel zur Rückwärts-Kompatibilität.

In den Kapiteln 5 bis 9 liegt der Schwerpunkt auf den neuen JavaScript-APIs von HTML5. Es beginnt mit dem Geolocation-API in Kapitel 5, da dieses von den neuen APIs das einfachste ist. Mit diesem API erfährt der Browser den Standort des Benutzers, wodurch in Web-Anwendungen entsprechend reagiert werden kann. Je nachdem, ob und welche Art von Datenquellen der Benutzer zugelassen hat, stehen dem API entweder sehr genaue, weniger genaue oder gar keine Daten zur Verfügung.

»Offline-Webanwendungen« sind das Thema von Kapitel 6. Hier erklärt der Autor, wie Anwendungen einen Cache für den Offline-Betrieb anlegen können, wie sie mitbekommen, wann sie Netzverbindung haben und wann nicht, und was es sonst noch zu beachten gibt. Zu den bereits berühmt gewordenen »video«- und »audio«-Tags kommt Kapitel 7 »Multimedia-Elemente und eingebettete Inhalte«. Neben diesen geht es in dem Kapitel auch um Flash und andere Plugins.

Kapitel 8 widmet sich dem Drag and Drop-API. Dieses vom Internet Explorer 5 entlehnte API wird von vielen Beobachtern als unnötig komplex kritisiert. Da es aber in den meisten Browsern schon implementiert ist, konnte das WHATWG eigentlich nichts anderes tun, als es in den geplanten Standard aufzunehmen. Entwickler sollten allerdings eher eine JavaScript-Bibliothek als das API direkt verwenden.

Eine der spannendsten Neuerungen von HTML5 ist das »canvas«-Element, das in Kapitel 9 ausführlich behandelt wird. Es handelt sich, wie der Autor schreibt, um eine Art programmierbares »img«-Tag und wird letztlich die Implementierung von Bildbearbeitung und -änderung jeder Art direkt im Browser ermöglichen.

Das zehnte, letzte Kapitel schließt mit einigen Kommentaren und einem Ausblick auf die Weiterentwicklung von HTML5, die aber wahrscheinlich nicht HTML6 heißen wird. Vielmehr dürfte es kontinuierliche Erweiterungen zu HTML5 geben. Die Einzelheiten stehen natürlich noch in den Sternen. Anhänge mit Details zu allen neuen HTML5-Tags und JavaScript-APIs sowie ein achtseitiger Index runden das Buch ab.

Bemerkenswert ist noch, dass sich HTML5 weniger als Auszeichnungssprache denn als Basis für Web-Anwendungen versteht. Der Trend geht zum Browser als Anwendungsplattform: Die Anwendungen weisen immer weniger Einschränkungen gegenüber Desktop-Anwendungen auf und werden diesen mit HTML5 schließlich fast ebenbürtig.

Andere Autoren sind (noch) der Ansicht, dass weder Firefox 3 noch IE 8 HTML5 verstehen - was definitiv falsch ist. Das könnte erklären, warum »HTML5 - Webseiten innovativ und zukunftssicher«, soweit mir bekannt, bisher das einzige Buch über HTML5 ist. Weitere Bücher, die sich mit HTML5 befassen, sind wohl frühestens im November oder Dezember erhältlich.

Fazit

»HTML5 - Webseiten innovativ und zukunftssicher« zeigt auf, dass man HTML5 schon jetzt nutzen kann. Für mich erscheint diese Tatsache überraschend, andere haben das wohl schon länger erkannt - Portale wie »Spiegel Online« haben schon mit der Umsetzung begonnen.

Angesichts der Tatsache, dass das Buch bisher recht allein auf weiter Flur steht, ist ein Vergleich mit anderen Büchern müßig. Meiner Ansicht nach ist es sehr gut geschrieben, weist nur wenige Tippfehler auf und ist für alle Web-Designer und Programmierer interessant, die mit HTML5 jetzt beginnen wollen.

Fakten

Titel:HTML5 - Webseiten innovativ und zukunftssicher
Jahr:2010
Autor:Peter Kröner
Preis:34,90 EUR
Umfang:398 Seiten
Verlag:Open Source Press
Homepage:http://html5-buch.de/
ISBN:978-3-937514-97-0

  • Dieses Werk wurde unter der GNU Free Documentation License veröffentlicht. Das Kopieren, Verbreiten und/oder Modifizieren ist erlaubt unter den Bedingungen der GNU Free Documentation License, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation.

    - Weitere Informationen
Kommentare (Insgesamt: 24 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: OpenSourcePress (nobody, So, 24. Oktober 2010)
OpenSourcePress (morszeck, Mo, 16. August 2010)
Re[6]: Pfuscher-Web (Unglaublich, Sa, 14. August 2010)
Re[5]: Pfuscher-Web (Unglaublich, Sa, 14. August 2010)
Re[4]: Pfuscher-Web (Unglaublich, Sa, 14. August 2010)
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