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Thema: btrfs - Linux-Dateisystem der Zukunft

19 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
Score: 3 Von name am Do, 26. August 2010 um 18:34 #

Für Linux gibt es ja eine ganze Menge von Dateisystemen. Nur was ist der Unterschied aller dieser? Wo sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme? Für welchen Anwendungsfall setzt man welches System ein? Wo finde ich eine Gegenüberstellung?

  • Score: 3 Von Klaus2 am Do, 26. August 2010 um 18:56 #

    ich nehme mal an du bist neu.

    Es gibt einen ganzen Zoo an Dateisystemen unter Linux. Linux ist auch nicht nur eine Distribution, sondern viele. Du musst unterscheiden zwischen dem was du zu hause hast und dem was in einer Firma eingesetzt wird.

    Privat benutze ich F13, auf einem alten Rechner mit einem 1,6 GHz Semptron und neuerdings einer einer 1,5 GB externen USB-Platte. Hier bin ich allen Vorgaben von RedHat gefolgt.

    In meinen Augen genügen ext2/3/4 für den privaten Bereich. Einen Vorteil hat es zu dem Microsoftzeug sowieso, man muss sich um die Defragmentierung nicht kümmern. Hier waren clevere Programmierer am Werk und haben dies für uns gelöst.

    Von ReiserFS sollte man meiner Meinung nach die Finger lassen, ich hatte damit Datenverlust nach einem Stromausfall. Möge man mich steinigen ...

    XFS, ZFS, btfrs sind Dateisysteme für richtig dicke Maschinen, hunderte Prozessoren und Terrabyte an Festplatte. Nichts für zuhause..

    Wer dir bei einem Vergleich helfen kann? Vielleicht die Entwickler, die Mailadressen findet man im Kernelcode, früher war das jedenfalls mal so. Oder die Linux Kernel Mailingsliste, Obacht: Hoher Traffic.

    • Score: 3 Von jojo am Do, 26. August 2010 um 19:44 #

      zu ReiserFS: war bei mir als boot und root Dateisystem über Jahre hinweg im Einsatz und ich hatte nie Probleme damit.

      Denke, die beiden Fälle könnte man so einander Reihen.

      Bei btfrs ist die Komprimierung für den Endanwender interessant, wenn btfrs einmal stabil ist.
      'Unnütze' Daten in /usr werden plötzlich um die Hälfte kleiner. Ist doch schon was, oder nicht?

      Score: 3 Von o13 am Do, 26. August 2010 um 20:32 #

      Btrfs hat Features die /ich/ zumindest für
      zuhause interessant finde.

      Fragmentierung ist übrigens schon ein Problem.
      Insb. wenn die Partition vollläuft.

      Der Omega13.

      Score: 3 Von Michael Gruner am Sa, 28. August 2010 um 10:00 #

      Der geäußerten Ansicht möchte ich gerne widersprechen. ZFS und btrfs sind meines Erachtens sehr wohl für den Privatanwender interessant. Die Komprimierung wurde ja schon genannt.

      Ein anderer Punkt den ich auf ZFS unter OpenSolaris auf meinem Notebook sehr schätzen gelernt habe ist die Möglichkeit Snapshots zu erstellen. Der Snapshot ersetzt zwar kein richtiges Backup auf einem externen Medium aber er hilft einem zumindest dabei wenn man doch einmal den Fehler gemacht hat eine Datei zu löschen oder irgendwelchen Blödsinn in ein File geschrieben hat. Stündlich per Cron einen Snapshot erstellt und man fühlte sich schon ein wenig sicherer. ;)

      Dieses Feature ist auch das, was ich momentan auf meinem Ubuntu-Netbook am meisten vermisse. Schade, dass die Entwicklung von OpenSolaris nie wirklich an die von Linux herangereicht hat. Ich habe es immer so empfunden, dass ich einen massiven Tradeoff zwischen Stabilität auf der einen und Aktualität auf der anderen Seite in Kauf nehmen musste. :(

      Michael

    Score: 3 Von lilili am Do, 26. August 2010 um 19:02 #

    ich werde so lange meine Platte nicht zu groß wird bei EXT3 bleiben. Danach wohl auf EXT4 wechseln. Ist superstabil. Hatte in den vielen Jahren nie einen Datenverlust damit. Es soll etwas langsamer als andere Systeme sein was aber auf einem Desktoprechner nicht wirklich spürbar ist. Auf einem Server von dem fast ausschließlich gelesen wird würde ich was anderes nehmen. Experimente sollte man mit Dateisystemen nur machen wenn man genau weiss was man tut ansonsten sind die Daten ruckzuck wech.

    • Score: 3 Von Sven Fischer am Do, 26. August 2010 um 19:36 #

      Die für mich wichtigesten Vorteile von ext4 zu 3 sind: extrem beschleunigter Dateisystemtest (bei 1TB sehr wichtig), SSD ist nur bei ext4 wegen TRIM zu verwenden.

      • Score: 3 Von jajan am Do, 26. August 2010 um 22:08 #

        Ja, der schnellere Dateisystemtest sollte für alle Grund genug sein, von ext3 auf ext4 zu wechseln. Außerdem geht das Löschen von Dateien deutlich schneller. Insgesamt fühlt sich das System damit schneller an, was aber auch Einbildung sein kann, was aber auch egal ist, Hauptsache ext4 wirkt sich positiv aus ;)

    Score: 3 Von Hyäne am Do, 26. August 2010 um 20:10 #

    Falls es nur darum geht, welche(s) du verwenden solltest, dann ist die Antwort Ext4 bzw. Ext3, wenn du ein sehr vorsichtiger Mensch bist.

    Ext2/3/4 sind - wie die Zahlen verraten - ein immer wieder verbessertes Dateisystem. (Standard)
    ReiserFS wurde als Alternative zum Standarddateisystem entwickelt - natürlich mit einigen Vorteilen bedacht.
    JFS und XFS sind Dateisysteme, die von zwei unterschiedlichen Unternehmen für sich entwickelt und erst später freigegeben wurden.
    btrfs ist noch stark in der Entwicklung und soll tolle Features bieten.

    Die Vielzahl der unterstützen Dateisysteme kam also durch Weiterentwicklung und Freigabe proprietärer Dateisysteme zustande. NIEMAND hätte es für nötig befunden, ein Dutzend Dateisysteme parallel zu entwickeln.

    • Score: 3 Von o13 am Do, 26. August 2010 um 20:29 #

      Quak. Die div. Dateisysteme sind alle berechtigt.
      Haben alle Vor- und Nachteile. Oder
      benutzt du für alles einen Hammer?

      Proprietär war auch nur ein Teil.

      Der Omega13.

      Score: 3 Von crazycow am Do, 26. August 2010 um 21:40 #

      Tja, bisher hatte ich immer nur mit ext3 Dateisystemcrashs und Datenverluste, trotz aller Vorsicht.
      Die diversen Reiserfs-Altlasten oder XFS-Partitionen habe bisher alles überlebt, egal ob Desktop oder Server.
      Daher halte ich Auswahl bei Dateisystemen und Software im allgemeinen für absolut essentiell.

      • Score: 3 Von Hyäne am Do, 26. August 2010 um 22:37 #

        Mir ging es erstmal nur um eine einfache Antwort, um im FS-Chaos einen Anker anzubieten.

        Dass jemand bei ReiserFS ständig Probleme hatte, und bei Ext3 nicht bzw. umgekehrt, habe ich komischerweise öfter gelesen - wie gesagt in beide Richtungen.
        Ich selbst verwende Ext4 für Root- und Home-Partition, für Datenpartitionen noch Ext3, allerdings hauptsächlich um auch per Windoze drauf zuzugreifen.

        Score: 3 Von glasen am Fr, 27. August 2010 um 13:09 #

        > Tja, bisher hatte ich immer nur mit ext3 Dateisystemcrashs und Datenverluste, trotz aller Vorsicht.

        Ein Datenverlust mit ext3 ist mir persönlich nur ein einziges Mal passiert und da war ich 100% selbst Schuld. Man sollte halt immer vor dem Experimentieren mit "resize2fs" und Konsorten ein Backup durchführen.

        Bei den anderen Dateisystem fiel mir eigentlich immer nur ReiserFS negativ auf. Zugegeben, ich habe ReiserFS bestimmt 8 Jahre nicht mehr benutzt. Aber das hängt vor allem mit meinen schlechten Erfahrungen zusammen ("Ein gebranntes Kind scheut das Feuer!").

        Unter XFS hatte ich auch schon Probleme, aber nur deshalb, weil ich anfangs nicht verstanden habe, dass XFS "nur" die Integrität des Dateisystems schützt und nicht die der Daten. So kam es dann halt mal vor, dass nach einem Absturz des Rechners einzelne, kurz vor dem Absturz angelegte Dateien, nur Nullen enthielten. Die Datei war schon auf dem Datenträger angelegt, der Inhalt aber noch nicht geschrieben. Um das Dateisystem konsistent zu halten, wurde die Datei einfach mit Nullen aufgefüllt.

    Score: 3 Von tetex am Do, 26. August 2010 um 20:20 #

    Bedenken im Hinblick auf Ext4 kann man schon haben, wenn man sich z.B. die Unmenge an behobenen Ext4-Bugs in Ubuntu 10.04.1 anschaut:
    https://wiki.ubuntu.com/LucidLynx/ReleaseNotes/ChangeSummary/10.04.1
    Ich wollte die Ext4-Bugs für dieses Posting erst zählen, ab dem fünfzigsten habe ich aber damit aufgehört.

    Es mag auch sein, dass die Ext4-Stabilität in dieser Hinsicht auch von der jeweiligen Distribution abhängt, zum einen im Hinblick auf die Ext4-Voreinstellungen und zum anderen hinsichtlich der Art und Weise des Umgangs mit solchen Bugs:
    https://bugs.launchpad.net/ubuntu/+source/linux/+bug/588069

    Ich habe das zur Zeit so gelöst, dass ich Ubuntu nicht mit Ext4, sondern immer noch mit Ext3 installiere.
    Ob es bei anderen Distros ähnliche Probleme gibt, weiß ich nicht. Da ich zur Zeit Ubuntu benutze, ist mir das halt nur aufgefallen.

    Score: 3 Von Fragen fragen frage am Do, 26. August 2010 um 23:00 #

    Jedes Dateisystem hat halt sein Einsatzgebiet.


    Allrounder ---> ext2/3/4
    Quasi Nachfolger von ext und Konkurrent zu ZFS---> BtrFS als Allrounder inkl. optimierung für SSD
    Für Server mit kleinen Daten ---> XFS
    Für Server mit grossen Daten ---> JFS
    Clusterserver ---> GFS
    usw usf,

    • Score: 3 Von glasen am Fr, 27. August 2010 um 13:00 #

      > Für Server mit kleinen Daten ---> XFS
      > Für Server mit grossen Daten ---> JFS

      Ist eher umgekehrt. JFS glänzt bei vielen kleinen Dateien, XFS bei sehr großen.

      Ist auch kein Wunder :

      XFS wurde von SGI entwickelt und der Hauptverwendungszweck der alten MIPS-basierten SGI-Maschinen waren Multimedia-Anwendungen (Video/Audio/3D-Rendering).

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