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Do, 21. Oktober 2010, 16:00

Ubuntu 10.10

Kurze Vorstellung von Ubuntu 10.10 »Maverick Meerkat«

Am 10. Oktober 2010 wurde Ubuntu 10.10 freigegeben. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Neuerungen mit besonderem Augenmerk auf den Desktop.

Installation

Ubuntu wird meist von einem Live-System aus, das als CD und umfangreichere DVD verfügbar ist, installiert. Ferner ist eine Installation von der »Alternate«-CD, möglich, die im Textmodus läuft, aber wesentlich mehr Flexibilität als die grafische Installation besitzt.

Für Ubuntu 10.10 werden nach wie vor 256 MB RAM für den GNOME-Desktop als Mindestanforderung angegeben. Mit 512 MB und mehr läuft das System allerdings wesentlich besser. Kubuntu ist aufgrund des größeren Speicherbedarfs von KDE unter 512 MB RAM fast nicht zu benutzen - aber wer den Rechner intensiv nutzt, sollte bei den heutigen Speicherpreisen lieber gleich in 4 bis 8 GB RAM und ein 64-Bit-System investieren, so dass reichlich Platz für die Anwendungen ist. Xubuntu und die Server-Edition sollten weiterhin mit 128 MB auskommen.

Für die Live-CDs sind ebenfalls mindestens 256 MB erforderlich. Aber auch hier ist das System mit 256 MB sehr langsam. Der in den Vorversion benutzte komprimierte Swap-Bereich hat sich offenbar nicht bewährt, jedenfalls ist jetzt keiner mehr vorhanden. Die Oberfläche des Live-Systems ist in Englisch mit nur wenigen deutschen Einsprengseln gehalten, auch wenn man Deutsch als Sprache vor dem Start ausgewählt hat. Man kann natürlich die deutsche Sprachunterstützung herunterladen, wenn man eine Netzverbindung hat, aber die ist beim nächsten Start des Live-Systems wieder weg.

Hier soll nur die Installation von der Desktop-CD kurz vorgestellt werden soll. Zu empfehlen ist allerdings die textbasierte Installation von der Alternate-CD, da in der Desktop-Variante nach wie vor die Möglichkeit fehlt, den Logical Volume Manager (LVM) zu verwenden. Die Alternate-Installation läuft fast genauso ab wie bei der grafischen Installation. Durch Boot-Optionen steht aber eine erweiterte Installation zur Verfügung, mit der man weitgehende Kontrolle über den ganzen Vorgang hat.

Die grafische Installation wurde etwas umgestellt, um die Partitionierung und Paketinstallation parallel zur Abfrage der letzten Daten vornehmen zu können. Daher sind die ersten Schritte die Auswahl der Sprache, die Einstellung einiger Optionen (die neue Option, ein Update schon während der Installation vorzunehmen, wenn Netzverbindung besteht, und Auswahl von unfreien Paketrepositorien) und die Partitionierung. Wählt man hier die Standard-Option, ist die Partitionierung mit zwei Klicks erledigt. Es ist nun auch möglich, Treiber während der Installation hinzuzufügen.

Sprachauswahl

Hans-Joachim Baader

Sprachauswahl

Partitionierungs-Auswahl

Hans-Joachim Baader

Partitionierungs-Auswahl

Will man die Partitionen manuell einstellen, lernt man einen Nachteil der umgestellten Installation kennen. Die Tastaturbelegung ist nämlich immer noch Englisch, da die Eingabe des gewünschten Tastatur-Layouts erst später erfolgt. Da man die meisten Aktionen mit der Maus erledigt, macht sich das hauptsächlich bei der Eingabe von Mount-Pfaden bemerkbar, wenn man die Taste / finden muss. Ein weiterer Nachteil der neuen Installation ist, dass es nach Abschluss der Partitionierung kein Zurück mehr gibt. Will man sich noch einmal anders entscheiden, muss man das System zurücksetzen und noch einmal von vorne anfangen. Somit führt die neue Installation zu zwei Verschlechterungen für einen kaum nennenswerten Zeitgewinn. Die zusätzliche Arbeit hierfür hätte Canonical besser in Optionen wie LVM oder die Verschlüsselung der gesamten Festplatte investiert, die weiterhin nur auf der Alternate-CD zur Verfügung stehen.

Von diesen Makeln abgesehen funktioniert die Partitionierung korrekt. Als Dateisystem ist ext4 voreingestellt. Alternativ stehen ext3, ext2 und alle anderen Journaling-Dateisysteme zur Verfügung. Auch btrfs ist möglich, das seit Kurzem offiziell stabil ist. Allerdings warnte Michael Kofler davor, dass es durchaus noch Ungereimtheiten geben kann. Wählt man ext4 oder btrfs als Dateisystem der Boot-Partition, wird man darauf hingewiesen, dass der Bootloader das nicht unterstützt. Auch an das Einrichten mindestens einer Swap-Partition wird man gegebenenfalls erinnert, und es wird gewarnt, wenn die Root-Partition zu klein für die Installation ist. Dabei warnt das Programm aber auch, wenn man die Root-Partition klein macht und eine separate, ausreichend große Partition für /usr anlegt. Das kann das Tool nicht erkennen, was aber nicht schlimm ist, da man trotzdem fortsetzen kann.

Direkt nach der Definition der Partitionen beginnt der Installer mit der Partitionierung und der Installation der Pakete im Hintergrund. Ein Fortschrittsbalken zeigt von nun an den Stand der Installation an. Parallel dazu kann man nun die Zeitzone auswählen und danach das gewünschten Tastatur-Layout einstellen.

Zeitzonenauswahl

Hans-Joachim Baader

Zeitzonenauswahl

Tastenbelegung

Hans-Joachim Baader

Tastenbelegung

Im letzten Schritt gibt man seinen Namen, Anmeldenamen, Passwort und den Computernamen ein. Wenn zuvor bereits per DHCP ein Name ermittelt werden konnte, wird dieser als Vorgabe angezeigt. Wenn erkannt wird, dass die Installation in einer virtuellen Maschine läuft, wird dagegen der Name benutzer-virtual-machine vorgegeben. Man kann nun angeben, dass Daten im Home-Verzeichnis verschlüsselt werden sollen. Die Auswahl von Bootloader-Optionen wurde dagegen gestrichen.

Während man das Ende der Installation abwartet, kann man nun noch einige Tipps zu Ubuntu ansehen. Am Ende der Installation kam es bei mir in mindestens zwei Fällen zu einem Absturz des Installationsprogramms. Irgendein Python-Plugin verbrauchte, so wie ich es verstanden habe, zuviel Speicher, so dass der Kernel anfing, Prozesse zu killen und schließlich auch den Installer erwischte. Das ist ein Fehler, der Canonical gemeldet werden sollte, sofern er noch nicht bekannt ist. Das installierte System war danach nicht bootfähig. Es ist momentan unklar, unter welchen Bedingungen das Problem auftritt, denn bei einer Wiederholung der Installation klappte alles. Vertrauen erweckt dies aber nicht.

Name und Passwort

Hans-Joachim Baader

Name und Passwort

Tipps während der Installation

Hans-Joachim Baader

Tipps während der Installation

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