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Do, 10. März 2011, 16:00

Test openSUSE 11.4 mit KDE 4.6

Drittanbietersoftware

Zusätzlich zu einigen Python-Paketen, Inkscape und Multimediacodecs brauche ich eigentlich nicht viel mehr zum produktiven Arbeiten. Den Abschluss der Installation bilden dann aber noch ein paar Produkte von Drittanbietern: Skype, Googletalk-Plugin, Virtualbox, Sip-communicator und Dropbox.

Da Skype seiner Linuxversion seit Ewigkeiten kein Update mehr hat angedeihen lassen und diese auch nur 32-bittig ist, fehlen auf einem 64-Bit openSUSE ein paar Bibliotheken, um das als RPM installierte Skype auch starten zu können. Ein beherztes

zypper in xorg-x11-libXv-32bit libqt4-x11-32bit libpng12-0-32bit pavucontrol

schafft hier Abhilfe.

Per Default aktiviert openSUSE 11.4 nun Pulseaudio, was auch Voraussetzung für Skype ist. Allerdings ist das Zusammenspiel mit KDE auch in Version 4.6 noch alles andere als optimal. Die neue Version von Kmix macht einen katastrophalen, unfertigen und zusammengeflickten Eindruck auf mich. Trotz der unnötigen Kompliziertheit lässt sich aber nicht mehr auswählen, welcher Eingangskanal für Pulseaudio verwendet werden soll. Auf meinem HP-Laptop wird anstatt des integrierten Mikrofons leider der Line-In vorausgewählt, während auf Freundins ThinkPad korrekter- bzw. praktischerweise das Mikro out-of-the-box funktioniert.

Nutzerverwaltung

Daniel Mader

Nutzerverwaltung

Mit KDE-Bordmitteln lässt sich das Dilemma nicht beheben, darum habe ich auf Anraten eines openSUSE-Entwicklers im Bugtracker zusätzlich das kleine Programm pavucontrol installiert. Damit lässt sich grafisch der Kanal einstellen, und weil diese Einstellung auch nach einen Reboot erhalten bleibt (im Gegensatz zur Vorgängerversion), kann man es danach auch wieder vergessen. Allerdings bleibt mir völlig unverständlich, warum es überall sinnvolle und funktionale Mixerapplets gibt, nur KDE schafft es seit Jahren nicht, etwas ähnliches hinzubekommen. Aber weiter im Text.

Googletalk installiert man am einfachsten über das bereitgestellte RPM auf der Google-Webseite, welches auch gleich ein passendes Repo einträgt, sodass das Plugin immer aktuell gehalten werden kann. Funktioniert einwandfrei, die integrierte Webcam wird sauber erkannt.

Auch Virtualbox hat kürzlich eine aktualisierte Version für openSUSE 11.4 bereitgestellt, welche das nun standardmäßige Python 2.7 akzeptiert, anstatt auf 2.6 zu beharren. Zur Kompilierung des Kernelmoduls werden noch das Paket kernel-devel sowie die üblichen Compilerwerkzeuge benötigt. Da ich auch anderweitig immer wieder mal etwas kompiliere, habe ich der Einfachheit halber hierfür das komplette Pattern Base Development installiert.

Zur Verwendung von USB muss seit kurzem noch das optionale Extension Pack heruntergeladen und installiert werden, was man per root-Account mit dem Befehl

VBoxManage extpack install Oracle_VM_VirtualBox_Extension_Pack-4.0.4-70112.vbox-extpack

schnell erledigt. Abschließend werden die relevanten Nutzer noch zur Gruppe vboxusers hinzugefügt, und alles ist bereit.

In Ermangelung einer integrierten KDE-VoIP-Lösung (und weil ich die Hoffnung aufgegeben habe, dass sich das in mittlerer Zukunft noch ändert) verwende ich seit ein paar Monaten den schlanken und funktionalen Sip-communicator, welcher seinen Dienst tut, allerdings keine Adressbuchintegration bietet. Da aber das KDE-PIM-Framework in den letzten beiden Jahren sowieso kontinuierlich unbenutzbarer geworden ist, insbesondere KAdressbook, habe ich ohnehin alles in die Google-Cloud verlagert und bereue das bislang absolut nicht. Mein Mobiltelefon kommt damit eh besser zurecht :)

Bislang existiert für Dropbox noch keine richtige native Integration für Dolphin. Das ist aber nicht weiter schlimm, da mir die angebotene Minimallösung ohnehin besser behagt. Der Tarball muss lediglich im Homeverzeichnis ausgepackt werden. Darin enthalten ist ein versteckter Ordner .dropbox-dist, der den Dämon enthält. Man führt ihn einfach per Kommando aus:

$HOME/.dropbox-dist/dropboxd

Der Sync-Dämon wird allerdings nicht bei jedem Login automatisch gestartet. Hierzu müsste man die Startup-Optionen der KDE-SystemSettings entsprechend erweitern. Mir reicht es allerdings, den Dämon nur dann zu starten, wenn ich ihn brauche, und habe daher einen Starter auf den Desktop abgelegt.

Fazit

Diese Version ist ein absolut solides Stück Software, das weder im Kern noch an der Oberfläche böse Überraschungen bietet. Alles funktioniert einwandfrei, und lediglich ein paar zusätzliche Softwarepakete erfordern überschaubares Feintuning. Die Handhabung vorhandener verschlüsselter Partitionen lässt keinerlei Wünsche offen, und vorhandene Nutzerprofile laufen bis auf ein totes Firefox-Icon im Panel problemlos.

Derartiges habe ich seit Jahren nicht mehr erlebt, genaugenommen seit ich Mandriva 2008.0 installiert habe, damals noch mit KDE3.

Die Unrundheiten im KDE 4.6 Desktop, insbesondere das ziemlich frickelige Mixerapplet, kann man wohl eher nicht dem openSUSE-Team anlasten, zumal der Desktop sich ansonsten von seiner allerbesten Seite zeigt: schnell, schön, praktisch, modern, ohne Ballast. Ob es klug war, jetzt schon auf die nächste FF-Version zu setzen, wird sich zeigen, aber Flash war noch nie eine sonderlich tolle Angelegenheit, der ich also die baldige Ausrottung herzlichst wünsche.

Volle Empfehlung! Uneingeschränkt!

Pro-Linux
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