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Do, 14. April 2011, 15:00

Test: OpenDocument-Format für den Datenaustausch

Man liest ja des Öfteren in den Nachrichten, dass sich irgendeine Regierung der Welt (zuletzt Lettland dazu entschließt, das OpenDocument-Format (ODF) in Behörden zu akzeptieren bzw. zu nutzen. Als Vorteil von ODF wird – vor allem von Linux-Anhängern – oft genannt, dass sich das Format auf jedem Linux-Rechner öffnen lässt und immer gleich aussieht, weil es ja ein offener Standard ist. Sprich, das Problem wie bei Microsoft Office, dass ein Dokument (auch bei gleicher MS-Office-Version) auf jedem Rechner anders aussehen kann, gibt es angeblich nicht. Dieser These soll in diesem Artikel nachgegangen werden.

Ergebnis

Das Resultat des Tests ist eher ernüchternd. Wenn überall OpenOffice.org oder TextMaker als Programm der Wahl eingesetzt wird, sind zwar kleinere Probleme vorhanden, mit denen man aber meist leben kann. Sobald aber »Exoten« wie KWord oder Abiword ins Spiel kommen, sieht es sehr schlecht aus.

Die Formatierung bei mit KWord geöffneten Dokumenten stimmte so gut wie nie und brachte das komplette Layout aufgrund der falschen Zeilenabstände völlig durcheinander. Bei Abiword dagegen scheinen die Entwickler den OpenDocument-Export etwas verhauen zu haben, da in der ersten Version des Abiword-Exports kein Programm das ODT öffnen konnte. Selbst Abiword, mit dem das Original-Dokument gespeichert wurde, stellte das ODT nicht mehr korrekt dar.

Die letzte Anmerkung ist sowieso etwas, was kaum ein Anwender verstehen wird: Wenn ein Dokument in einem Programm in einem standardisierten und angepriesenem Format gespeichert wird, sollte man auch erwarten können, dass es nach dem Öffnen mit dem gleichen Programm genauso aussieht. Seltsamerweise schafft dies nur OpenOffice.org mit seinem Writer und Google Docs. Alle andere Programme stellten das geladene ODT nicht exakt so dar wie vor dem Speichervorgang.

Als Fazit kann man festhalten, dass ODF zwar ein freies und standardisiertes Dokumentenformat ist, aber zum Dateiaustausch genauso viel taugt wie Microsofts DOC bzw. DOCX. Wer (einigermaßen) sicher sein will, dass sein Dokument beim Empfänger so aussieht, wie er es bei sich entworfen hat, sollte dieses als PDF speichern/exportieren/drucken und so verschicken.

Alle Testdateien können im Original, als ODT und als PDF in einem Archiv odf-gesamt.tar.gz heruntergeladen werden.

Autoreninformation

Dominik Wagenführ (Webseite) ist zwar Verfechter von Freier Software und freien Standards, findet aber auch, dass bei manchen Diskussionen die Probleme damit oft einfach unter den Tisch gekehrt und ignoriert werden.

Dieser Artikel ist in freiesMagazin 04/2011 erschienen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung.

  • Das Werk darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes müssen unter den gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Der Name des Autors/Rechteinhabers muss in der von ihm festgelegten Weise genannt werden.

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