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Do, 24. November 2011, 15:00

Pixelfreie Screenshots

Graphische Programme malen seit Jahrzehnten Pixel auf den Bildschirm. Was dort gut und richtig aussieht, wird, als Screenshot gedruckt, schnell unscharf und pixelig. Bei modernen GTK-Anwendungen gibt es nun mit gtk-vector-screenshot eine Alternative: Screenshots als Vektorgraphik.

Vorwort

Screenshots sind allgegenwärtig: Man braucht sie, um Programme zu bewerben und zu dokumentieren, um Fehler zu berichten oder um freie Magazine herauszugeben. Dabei werden bisher immer Pixelgraphiken eingesetzt. Diese sind mit der Bildverarbeitung der Wahl, etwa GIMP, oder über die Kommandozeile, etwa mit xwd, einfach erstellt und geben die Anzeige exakt wieder.

Aber alle Wünsche erfüllen sie nicht. In Programm-Dokumentationen wäre es schön, wenn die Volltextsuche auch die Texte in den Screenshots durchsucht, um etwa die Dokumentation zu einem bestimmten Dialogfenster zu finden. Bei Screenshots von Fehlermeldungen hat es der Entwickler einfacher, wenn er Teile der Anzeige per Copy und Paste extrahieren kann. Und im Print-Bereich mit seiner deutlich höheren Auflösung wäre es wünschenswert, wenn dem Leser auch auf den Bildschirmbildern gestochen scharfe Schrift statt großer Pixel geboten wird.

Zumindest für die Anwendungen, die mit dem Toolkit GTK+ implementiert sind und schon auf dessen Version 3 portiert wurden, kann man sich nun diese Wünsche erfüllen. Das GTK-Modul gtk-vector-screenshot vom Autor dieses Artikels macht es möglich. Vergleicht man die zwei Screenshots der Hallo-Welt-Anwendung aus der GTK-Dokumentation, so kann man im zweiten Bild, sofern man diesen Artikel in der PDF-Version (PDF-Ausgabe des freien Magazins) liest, den Text markieren und hineinzoomen, ohne dass die Schrift pixelig wird.

PNG-Screenshot der Hallo-Welt-Anwendung

Joachim Breitner

PNG-Screenshot der Hallo-Welt-Anwendung

gtk-vector-screenshot einsetzen

Wer Debian ab Wheezy, Ubuntu ab Oneiric oder Arch-Linux einsetzt, kann sich gtk-vector-screenshot über die Paketverwaltung installieren; alle anderen seien auf das Quellpaket verwiesen. Danach sollte man sich neu einloggen, damit das Modul in alle laufenden GTK3-Anwendungen geladen wird. Um zu prüfen, ob dies geklappt hat, führt man echo $GTK_MODULES im Terminal aus; die Ausgabe muss gtk-vector-screenshot aufführen.

Um nun einen Screenshot aufzunehmen, startet man das Programm take-vector-screenshot, drückt den daraufhin erscheinenden Knopf und wählt das Fenster aus, das man aufnehmen will. Dann öffnet sich ein Datei-Speichern-Dialog, in dem man neben dem Dateinamen auch das Bildformat festlegen kann. Dabei stehen PDF, SVG, PS und (etwas witzlos) PNG zur Auswahl. Speichern – und fertig.

Da der Webbrowser Epiphany auch GTK+ einsetzt, funktioniert gtk-vector-screenshot auch damit, und so kann man sogar beliebige Webseiten als Vektor-Graphiken festhalten.

Ihr Browser kann das SVG-Objekt leider nicht anzeigen!
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