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Fr, 3. Januar 2003, 00:00

Zuhause aufräumen

Wer kennt das nicht: Früher oder später sitzt man vor seinem Home-Verzeichnis und denkt sich: »Ich müsste mal wieder den ganzen Kram aufräumen...«

Hier einige in meinen Augen nützliche Kommandos und Tools für diese Aufgabe. Wie meistens bei *nix-Systemen gilt natürlich auch hier wieder: Es gibt sicherlich auch andere Wege, um die hier dargestellten Aufgaben zu lösen. Wer vielleicht den ein oder anderen eleganteren Ansatz hat, möge mir diesen einfach mailen.

Zuerst würde mich interessieren, wie gross der Inhalt meines kompletten Home-Verzeichnisses ist:

cd ~
du -sh

Das Kommando du -sh gibt unter Linux die Gesamtgrösse des aktuellen Verzeichnisses (inklusiver aller Unterverzeichnisse) in einer lesbaren Form aus.

Und sicherlich haben sich auch wieder einige grosse unnötige Kameraden angesammelt:

find . -size +10000k

Dieser Befehl listet alle Dateien, die grösser als 10 MB sind, auf. Erweitert man diesen Befehl wie folgt:

find . -size +10000k | wc -l

werden nicht mehr die einzelnen Dateinamen, sondern nur noch die Anzahl der Dateien, die grösser als 10 MB sind, aufgelistet.

Und wieviele Tar-Archive sind vom letzten Systemupdate noch übrig geblieben?

find . -name "*gz"

Es werden alle Dateien, die auf "gz" enden, aufgelistet. Es gilt wieder: Ein angehängtes | wc -l gibt nur die Anzahl und nicht mehr die einzelnen Dateinamen aus.

Hat man nun mittels "rm" genug aufgeräumt, geht's ans Sichern:

tar cfvz backup.tar.gz ~/*

Das komplette Home-Verzeichnis wird in ein gezipptes Tar-Archiv mit dem Namen backup.tar.gz gepackt.

Nun nützt so ein Backup des eigenen Home-Verzeichnisses in selbigem nicht viel, wenn die Platte einen Abgang macht... Also wäre es angebracht, dieses Archiv auf CD zu brennen. Was aber machen, wenn die Datei backup.tar.gz zu gross für einen Rohling ist? Dann splittet man sie in mehrere Dateien auf die sich jeweils einzeln brennen lassen:

split -b 675000000 backup.tar.gz

Für Rohlinge mit 700 oder mehr MB Kapazität muss der Parameter nach -b natürlich entsprechend angepasst werden.

Aus diesen Dateien lassen sich dann ISO9660-Images erstellen:

mkisofs -o backup.iso backup.tar.gz

(Wobei ich hier davon ausgehe, dass die Datei backup.tar.gz nicht zu gross für einen Rohling war und der split-Befehl deshalb nicht benötigt wurde. Ansonsten müssen aus den einzelnen Dateien, die split erzeugt hat, jeweils eigene ISO-Images erzeugt werden).

Die Datei backup.iso kann nun auf CD gebrannt werden:

cdrecord -v speed=12 dev=0,0,0 backup.iso

Achtung: Die Parameter von cdrecord müssen natürlich an das jeweilige System angepasst werden! Bei mir gibt der Befehl

cdrecord -scanbus

die Meldung aus, dass sich ein Brenner (mit 12facher Geschwindigkeit) in der SCSI-Kette an der Stelle 0,0,0 befindet (ist eigentlich ein IDE-Brenner - für weitere Informationen diesbezüglich empfehle ich andere Tutorials sowie die man- und Help-Seiten von cdrecord).

Sollte der GAU dann passiert sein, lässt sich die gebrannte CD einfach mounten und die Datei backup.tar.gz wieder ins Home-Verzeichnis entpacken:

mount /cdrom
cd /
tar zxvf /cdrom/backup.tar.gz

Die mount-Befehle sind natürlich wieder system-spezifisch.

Noch etwas: Musste die Datei backup.tar.gz mittels split auf mehrere CDs verteilt werden, ist die Vorgehensweise wie folgt:

  • Die erste CD mounten und die enthaltene Datei auf die Festplatte kopieren:

    mount /cdrom
    cd /cdrom
    cp xaa ~/backup.tar.gz
    
  • Alle weiteren CDs werden nun nacheinander gemountet und mittels

    cat /cdrom/xab >> ~/backup.tar.gz
    
    an die Datei backup.tar.gz angehängt (wobei xab natürlich wieder durch den jeweiligen Dateinamen ersetzt werden muss).
  • Last not least:

    cd / && tar zxvf ~/backup.tar.gz
    

Die hier aufgeführten Befehle und Tools habe ich erfolgreich unter SuSE und unter Red Hat Linux in verschiedenen Versionen getestet. Auch unter FreeBSD war die Vorgehensweise meistens ähnlich. Unter Solaris scheinen einige der Befehle allerdings andere Parameter zu erwarten.

Anregungen, Verbesserungen etc. werden dankend unter chef@thomas-zastrow.de entgegengenommen!

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