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Do, 15. Dezember 2011, 15:00

OpenSuse 12.1

»Ab in die Cloud«

Man mag zur Cloud stehen, wie man will, doch ist die Einrichtung im Jahre 2011 dank sozialer Netzwerke und diverser Dienste in aller Munde. Mit ownCloud binden die OpenSuse-Entwickler nun ein alternatives System ein, das vor allem an sicherheitsbewusste Nutzer gerichtet ist. Gepaart mit der Mirall-Desktop-Integration verspricht das Team eine private Cloud, die vollständig unter der Kontrolle des Anwenders liegt.

ownCloud und das Synchronisationswerkzeug »Mirall« überzeugen (noch) nicht

Mirko Lindner

ownCloud und das Synchronisationswerkzeug »Mirall« überzeugen (noch) nicht

Doch hat vor allem ownCloud zwei Nachteile. Zuerst dürfte die Lösung vor allem für unbedarfte Anwender recht schwer einzurichten sein. Zum anderen integriert sich der Dienst nicht wirklich gut in den eigenen Desktop. Wer Daten auch offline auf seinem System haben möchte, muss dies manuell durchführen. Eine Lösung für das Dilemma liegt laut Aussagen der Entwickler in der Kombination mit ownCloud und Mirall.

Die Anwendung installiert ownCloud entweder lokal auf dem System oder auf einem entfernten Server. Ferner zeigt sich das Programm für die Kommunikation zwischen einer Cloud und dem Desktop zuständig. Lokal geänderte Daten werden dementsprechend aus freigegebenen Ordnern automatisch in die Cloud übertragen, oder aus der Cloud heruntergeladen.

Das Zusammenspiel zwischen ownCloud und Mirall funktionierte in der Praxis allerdings eher holprig. Abgesehen von diversen fehlenden Funktionen in dem Desktop-Client bereitete Mirall bei der Nutzung erhebliche Probleme und wirkte nicht gerade fertig. Die Applikation schreckte sogar nicht davor zurück, alle Daten der Cloud zu löschen, als ein Synchronisierungsversuch eines Ordners scheiterte. Erschwerend kommt auch noch hinzu, dass Mirall den lokalen Ordner als Master betrachtet und bei der Verwendung von mehr als einem Gerät Probleme faktisch vorprogrammiert sind.

Doch auch die Installation einer neuen Cloud könnte ein wenig mehr Politur vertragen. So installiert die Applikation beispielsweise den Dienst auch, wenn kein Webserver eingerichtet wurde, ohne dass der Anwender über diesen Zustand informiert wurde. Uns missfiel zudem, dass alle Passwörter im Klartext gespeichert wurden und die Ausgabe auf der Konsole so gesprächig war, diese auch in der Log-Ausgabe anzuzeigen. In der Summe kann deshalb die Mirall-Desktop-Integration nicht wirklich überzeugen.

Oberflächen: KDE

Wie üblich stehen auch mit OpenSuse 12.1 den Anwendern zahlreiche Umgebungen zur Auswahl. Der Standarddesktop der Distribution bleibt allerdings weiterhin KDE SC, diesmal in der Version 4.7.2. Zu den Neuerungen in KDE SC 4.7 gehören unter anderem Verbesserungen an bereits bestehenden Komponenten sowie weitere Anpassungen. So wurde der Dateimanager Dolphin in der neuen Version an mehreren Stellen überarbeitet. Zahlreiche Neuerungen hat der virtuelle Globus Marble erfahren. Die wohl wichtigste Neuerung stellt dabei die Möglichkeit der Offline-Routenplanung dar, was Nutzern mit mobilen Geräten unterwegs zugute kommen soll. Die bereits in KDE 4.6 erneuerte PIM-Suite Kontact wurde auch in KDE 4.7 weiter ausgebaut und setzt nun vollständig auf das Akonadi-Framework auf. Der Dateibetrachter Okular kann dagegen Verzeichnisse in Form eines Comics anzeigen. Zudem wurde Kate stabilisiert. Entwickler können sich darüber hinaus auf eine bessere Unterstützung von Python in KDevelop freuen. Der Desktop der KDE-Umgebung gestaltet sich aufgeräumt und übersichtlich und unterscheidet sich augenscheinlich - abgesehen vom Hintergrundbild - kaum von OpenSuse 11.4. Doch durch den Einsatz des KDE-Plasma-Arbeitsplatzes ist es dem Anwender mit wenigen Klicks möglich, den kompletten Desktop zu verändern. Dazu gehört lediglich ein Klick auf den neben dem Startmenü angeordneten Manager, um von der klassischen Desktop-Ansicht auf eine Bild- oder Icon-basierte Ansicht zu wechseln.

Mit Oyranos CMS bietet OpenSuse etwas für Grafiker. Hinter der Anwendung verbirgt sich eine Farbverwaltung für die KDE-Oberfläche, die über beachtliches Potential verfügt. Denn Oyranos arbeitet nicht wie colord als Daemon im Hintergrund, sondern mit den Rechten des Benutzers. Für Farbverwaltungseinstellungen, Profilsuche und Profilinstallation benötigt die Applikation kein Compiz. Will man allerdings mit einem komplett farbkorigierten Desktop arbeiten, so benötigt man dazu auch den Composition- und Fenstermanager und das Plugin CompICC. Eingesetzte Profile können mühelos direkt von KDE aus ausgewählt werden. Dazu steht im Kontrollzentrum von KDE die Anwendung »Kolor-Manager« zur Auswahl.

Zwei Welten: Desktop- und...

Mirko Lindner

Zwei Welten: Desktop- und...

...Icon-basierte Ansicht der KDE-Umgebung

Mirko Lindner

...Icon-basierte Ansicht der KDE-Umgebung

Wieder mit von der Partie: KDE3 - Konqueror contra Dolphin

Mirko Lindner

Wieder mit von der Partie: KDE3 - Konqueror contra Dolphin

Eine andere große neue Änderung in KDE ist der Ersatz von KPackageKit durch Apper. Bei unseren Test hinterließ die Applikation einen gemischten Eindruck. Während die Bedienung der Anwendung durchaus gelungen ist, vermissten wir den letzten Schliff, was die Stabilität anbetrifft. So stürzte Apper etliche Male auf verschiedenen Systemen ab. Als Standardbrowser fungiert auch in der KDE-Umgebung der Firefox 7.0.1. Alternativ ist es allerdings auch möglich, den KDE-eigenen Konqueror zu nutzen, der nun dank der Einbindung von WebKit nun auch mit HTML5-Audio und -Video klarkommt.

Wer weiter in den Paketgruppen stöbert, findet in der Rubrik »KDE« nun auch wieder Pakete für die alte 3er-Version der Desktop-Umgebung. Dabei handelt es sich allerdings nicht um die aktuell vom Trinity-Projekt gepflegte Variante, sondern um die letzte stabile Version 3.5.10, die um diverse Patches aus verschiedenen Projekten, darunter Chakra, Alt Linux und Trinity erweitert wurde. Anwender können so unter der jeweiligen Version der Umgebung die dafür existierende Applikation starten. Bei Kollisionen werden die unterschiedlichen Varianten durch den Zusatz des Gegenparts gekennzeichnet. So wird beispielsweise unter KDE4 die dafür entwickelte Version von Amarok unter »Amarok«, und die für KDE3 als »Amarok KDE3« ausgewiesen.

Die neue Tablet-Oberfläche Plasma Active ist kein fester Bestandteil der neuen OpenSuse. Laut Aussage der Entwickler soll das erst in einer späteren Version der Distribution passieren. Bis dahin können Tablet-Anwender die Neuerung bei Bedarf nachrüsten.

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