Kdenlive – Der freie Videoeditor für Linux, Mac OS X und FreeBSD
Dieser Artikel stellt das Programm Kdenlive in den Grundzügen vor und will ein erstes Interesse an Videobearbeitung unter Linux wecken.
Zu den Effekten gehören auch Szenenübergänge. So kann sich z.B. eine Szene von oben, unten, rechts oder links vor eine andere schieben oder sich einfach auflösen.
Interessant ist auch die Bild-in-Bild-Option. Möchte man beispielsweise einen Kommentator zu einer Szene einblenden, so ist das darüber möglich.
Zu beachten ist, dass Übergänge nur auf sich überlappenden Clips angewandt werden können. D. h. die zu verbindenden Clips müssen in unterschiedlichen Spuren liegen, dann wählt man einen Clip aus und wählt per Kontextmenü aus. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig, und einige Varianten sollen kurz vorgestellt werden.
- Affine: Größe, Ausrichtung, Drehwinkel und Scherung verändern
- Bereich: Auf das überlagernde Bild einen Wischeffekt (Wipe File) anwenden. Wischeffekte sind u. a. spiral-, wolken- oder explosionsförmig
- Slide: Szene von beliebiger Seite über eine andere schieben lassen
- Wipe: Szenen fließen ineinander über
Erwähnenswertes
Kdenlive bietet daneben noch automatische Backups an, um möglichem Datenverlust vorzubeugen.
Auf der Webseite des Programms sind viele Erklärungen und Informationen zu Effekten vorhanden. Es gibt ausführliche Artikel zum Farben-Histogramm, das für die Darstellung der Farbverteilung wichtig ist, oder zum Vectorscope, das für den Farbabgleich interessant ist, und natürlich vieles mehr. Ein Forum, in dem man sich austauschen und Hilfe finden kann, gibt es selbstverständlich auch.
Effekte, Übergänge und einiges mehr können im Programm über heruntergeladen und über die Webseite kann selbst erstelltes Material mit anderen geteilt werden. Dadurch wächst stetig der Pool an Erweiterungen.
Als letztes sind noch die Video-Tutorials hervorzuheben, die auf anschauliche Weise einzelne Funktionen näher bringen.
Fazit
Kdenlive bringt alles mit, um seine Videos aufzubereiten. Es hat den Vorteil, dass es nativ die unterschiedlichsten Formate beherrscht. Um das Programm fit für die Zukunft zu machen, wurde Mitte März 2012 ein Spendenaufruf gestartet. Das Geld wird verwendet, um den Entwickler und Programmierer Till Theato zwei Monate in Vollzeit an Kdenlive arbeiten zu lassen. Hauptsächlich dreht es sich dabei um die Überarbeitung des Programmkerns. Damit vereinfacht sich neben der Wartung auch die Erweiterbarkeit.
Schon wenige Tage nach Beginn des Spendenaufrufs wurde die erforderliche Summe von 4000 US-Dollar eingesammelt. Insgesamt kamen 7419 US-Dollar zusammen. Man kann also auf viele weitere Features gespannt sein!
Autoreninformation
Stephan Theelke arbeitet seit langem mit Linux und möchte die Möglichkeiten und Vorteile von Open-Source-Software bekannter machen.
Dieser Artikel ist in freiesMagazin 07/2012 (ISSN 1867-7991) erschienen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung.


