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Do, 26. Juli 2012, 15:00

Kdenlive – Der freie Videoeditor für Linux, Mac OS X und FreeBSD

Dieser Artikel stellt das Programm Kdenlive in den Grundzügen vor und will ein erstes Interesse an Videobearbeitung unter Linux wecken.

Vorwort

Durch die vielfältigen Möglichkeiten, fast immer und überall Videos erstellen zu können, kommt man irgendwann an den Punkt, dass man sie nicht nur auf der Festplatte schmoren lassen, sondern auch Freunden und Bekannten präsentieren möchte. Nur muss vielleicht nicht jedes Detail einer Party zusehen sein. Als Linux-Nutzer ist man dabei bei Kdenlive an der richtigen Adresse.

Ein anderes Beispiel ist die Rettung von alten privaten Videokassetten. Sind sie erst einmal auf dem PC, ist es ganz einfach, sie aufzufrischen, zu schneiden oder auch zusammenzufassen. Das heißt, fehlerhafte oder langatmige Stellen können herausgeschnitten oder gekürzt werden. Farb- und Tonkorrekturen sind natürlich ebenfalls möglich.

Dieser Artikel stellt das Programm in den Grundzügen vor und will ein erstes Interesse an Videobearbeitung unter Linux wecken.

Allgemeine Informationen

Die Entwicklung des freien Videoeditors geht bis auf das Jahr 2002 zurück. Zehn Jahre später erschien im Mai 2012 die Version 0.9.2. Ziel der Entwickler ist außerdem, zum Ende des Jahres 2012 die erste 1.0er-Version veröffentlichen zu können.

Die Installation des Programms lässt sich bequem über die Paketverwaltung durchführen.

Rendereinstellungen

Stephan Theelke

Rendereinstellungen

Wie der Name andeutet, ist das Programm auf den KDE-Desktop zugeschnitten und seit letztem Jahr auch Bestandteil der KDE SC, was unter anderem bedeutet, dass Übersetzungen zentral verwaltet werden. Somit ist Kdenlive für alle Distributionen, die KDE unterstützen, verfügbar.

Außerdem gibt es Pakete für FreeBSD und den Mac. Einschränkend muss man dazu sagen, dass es die Mac-Pakete nicht nativ gibt, sondern dass sie nur für MacPorts zur Verfügung stehen.

Unterstützte Formate

Kdenlive unterstützt viele bekannte Formate. Es ist möglich, von Videokameras Filme auf den Rechner zu importieren, da Kdenlive mit den gängigen Camcorder-Formaten zusammenarbeitet. Im Speziellen sind das MiniDV, HDV und AVCHD, wobei letzteres noch experimentell ist. Daneben beherrscht es aktuelle Video-, Audio- und Bildformate. Man kann unter anderem Flash-Videos, ohne sie umzuwandeln, bearbeiten oder die angesammelten Handyvideos endlich ansprechend präsentieren.

Wenn der Film fertiggestellt ist, stellt sich die Frage, ob man ihn z.B. ins Internet stellen oder auf DVD festhalten will. Zum Glück bringt Kdenlive auch dafür alles Erforderliche mit. In den Einstellungen zum Rendern findet man sehr viele passende Profile, die das Leben in dieser Beziehung stark vereinfachen und trotzdem ein hervorragendes Ergebnis zu Tage fördern.

Wem die gebotene Auswahl nicht ausreicht, der kann sich darüber hinaus ganz einfach ein eigenes Render-Profil anlegen.

Unterstützte Formate (Auswahl):

  • Video: flv, mpeg, avi, mp4 und mov
  • Audio: mp3, vorbis, wav, ogg und ac3
  • Bild: gif, png, jpeg, xcf und svg

Benötigte Hardware

Soll die Bearbeitung und später das Rendern nicht Ewigkeiten in Anspruch nehmen, ist die nötige Hardware, gerade bei hochauflösenden Aufnahmen in HD, gefragt.

Empfohlen wird für den normalen Nutzer ein PC ab Baujahr 2006. Das entspricht einem Rechner mit Single oder Dual Core. Für die Filme wird freier Festplattenplatz von mindestens 20 GB benötigt, außerdem ein Firewire-Anschluss für die Aufnahme von einem Camcorder. Zudem sollten mindestens 1 GB RAM an Arbeitsspeicher verbaut sein und auf dem Schreibtisch ein Bildschirm mit einer Auflösung von mindestens 1024x768 Pixel stehen.

Fortgeschrittene und Semi-Profis sollten sich aber damit nicht zufrieden geben. Sie sind mit einer Maschine, die einen Vierkern-Prozessor und mindestens 4 GB RAM enthält, besser beraten. Auch ist eine Grafikkarte, die zwei Bildschirme unterstützt, von großem Vorteil, da alle Fenster in Kdenlive abgedockt und beliebig auf dem Desktop arrangiert werden können. Zuletzt wird für einen vernünftigen Datendurchsatz ein Festplattenaufbau im RAID5-Verbund nahegelegt.

Programmstart

Beim ersten Start von Kdenlive öffnet sich der Konfigurationsassistent, in dem man die Grundeinstellungen vornimmt. Dort werden zuerst die installierten Module und Codecs, die zum Arbeiten mit den Audio- und Videodateien benötigt werden, geprüft. Ggf. muss etwas nachinstalliert werden, was im Assistenten durch ein rotes Kreuz angezeigt wird.

Als nächstes kann man das Videoprofil für das Projekt auswählen. Die Einstellung des Profils sollte immer mit der Auflösung, der Bildwiederholfrequenz und dem Seitenverhältnis des zu bearbeiteten Videomaterials übereinstimmen. Eine genauere Erklärung kann man dazu im Kdenlive-Forum finden. Danach folgt die Auswahl des Standardordners für die Projekte, und anschließend wird überprüft, ob eine Webcam vorhanden ist. Zum Schluss folgt die Abfrage, ob die benötigten Zusatzprogramme, zum Beispiel für das Importieren des Films über Firewire oder die Aufnahme des Desktops, installiert sind.

Xine ist nicht installiert

Stephan Theelke

Xine ist nicht installiert

Einige der möglichen Videoprofile

Stephan Theelke

Einige der möglichen Videoprofile

Der Konfigurationsassistent

Stephan Theelke

Der Konfigurationsassistent

Das Abbrechen des Assistenten stellt auch kein Problem dar, da man ihn jederzeit über den Menüpunkt Einstellungen erreicht.

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