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Do, 6. September 2012, 15:00

LanguageTool – Freie Stil- und Grammatikprüfung

Die freie Stil- und Grammatikprüfung LanguageTool ist in Version 1.8 verfügbar und erkennt neben Grammatik-, Zeichensetzungs- und Tippfehlern auch Rechtschreibfehler. Wie und wo LanguageTool eingesetzt werden kann, was das Tool kann und wie es funktioniert, wird im folgenden Artikel beschrieben.

Wozu eine Grammatikprüfung?

Man könnte sich vielleicht fragen, warum man eine Grammatikprüfung braucht, wenn man doch überzeugt ist, die deutsche Grammatik zu beherrschen. Bei der Nutzung von LanguageTool, z.B. als Erweiterung für LibreOffice (s.u.), fällt aber schnell auf, dass man schon mal gerne eine Buchstaben vergisst, und man froh ist, wenn man auf diesen Fehler, der von einer einfachen Rechtschreibprüfung nicht erkannt wird, hingewiesen wird.

Die mehr als 1400 Regeln für die deutsche Sprache, mit deren Hilfe LanguageTool Fehler erkennt, dienen aber nicht nur zum Auffinden von Fehlern in den Kategorien Grammatik, Groß- und Kleinschreibung, Zusammen- und Getrenntschreibung und Zeichensetzung, sondern das Programm weist auch auf mögliche Tippfehler hin, z.B. wenn zwei Leerzeichen aufeinander folgen, vor einem Komma fälschlicherweise ein Leerzeichen gesetzt wird, eine schließende Klammer fehlt oder wenn Wörter wie »Mine« und »Miene« verwechselt werden. LanguageTool macht darüber hinaus auch auf umgangssprachliche Ausdrücke, wie z.B. »Volt-Zahl« (besser: »elektrische Spannung«) oder redundante Akronyme wie beispielsweise »ABM-Maßnahme«, aufmerksam.

Des Weiteren prüft LanguageTool, ob Wörter, für die es mehrere Schreibweisen gibt (z.B. »Photographie/Fotografie«) in einem Text einheitlich geschrieben werden (die Prüfung funktioniert zur Zeit [Juli 2012] allerdings wegen eines Fehlers nicht in LibreOffice). Auch typographische Fehler, wie z.B. die Verwechslung von Viertel- und Halbgeviertstrich, werden erkannt. Außerdem warnt das Tool in fremdsprachigen Texten vor »falschen Freunden«, sodass aus dem deutschen »Chef« nicht so schnell der englische »chef« (Koch) werden kann.

LanguageTool findet Fehler, indem nach Fehlermustern gesucht wird. Dies ermöglicht das einfache Schreiben neuer Regeln, die mehr oder weniger einfach von Menschen verstanden werden können, hat aber auch den Nachteil, dass nur Fehler, für die es Regeln gibt, gefunden werden und es vereinzelt zu Fehlalarmen kommen kann.

Testen Sie Ihr Wissen doch mal selbst: Wie viele Fehler finden Sie im folgenden Text? (LanguageTool findet 13 Fehler. Hier die Auflösung.)

Nachdem Max nun beinahe drei Stunden mit unbewegter Miene und fast geschlossenen Liedern auf das LCD-Display starrte, forderte ihn seine Mutter auf, doch mal rauszugehen, und mit seine Freunden zu speilen. Ihr wurde immer Angst und bange, wenn sie sehen muss, wie viel Zeit ihr Sohn vor dem Computer verbingt. Sie glaubst manchmal dass sie ihn bald nur noch per Email erreichen kann. Vielleicht zu recht.

Im Folgenden wird beschrieben, wie LanguageTool als Einzelanwendung und als Erweiterung für LibreOffice oder Apache OpenOffice (der Name »LibreOffice« bezieht sich in diesem Artikel auf beide Office-Pakete) eingesetzt werden kann.

Die Benutzeroberfläche von LanguageTool

Markus Brenneis

Die Benutzeroberfläche von LanguageTool

Die LanguageTool-Oberfläche

LanguageTool kann als eigenständige Anwendung auf jedem Computer, auf dem Java ausgeführt werden kann, benutzt werden. Ist Java nicht installiert, kann es in der Regel über die Paketverwaltung installiert oder alternativ von der offiziellen Website www.java.com bezogen werden. LanguageTool muss zunächst in der Stand-Alone-Version heruntergeladen und das Zip-Archiv entpackt werden. Der Download kann je nach Geschwindigkeit der Internetverbindung etwas länger dauern, da die Stand-Alone-Version auf Grund der enthaltenen Wörterbücher relativ groß ist. Danach muss die Datei LanguageToolGUI.jar mit Java ausgeführt werden; dies ist normalerweise per Einfach- bzw. Doppelklick möglich. Unter Linux muss vor dem Starten für die Datei zudem noch die Eigenschaft »Ausführbar« gesetzt werden, was über den Dateieigenschaftsdialog oder den Befehl

$ chmod a+x LanguageToolGUI.jar

gemacht werden kann. Alternativ kann das Programm auch über den Befehl

$ java -jar LanguageToolGUI.jar

gestartet werden.

Die Oberfläche ist schnell erklärt: Im oberen Teil kann der zu prüfende Text eingegeben werden und unten können die Textsprache eingestellt und die Prüfung gestartet werden. Zu den Einstellungen gelangt man über Datei -> Optionen..., wo einzelne Regeln aktiviert und deaktiviert werden können. Manche Regeln sind standardmäßig nicht aktiviert, da sie entweder nur für bestimmte Textarten (z.B. »Briefe und E-Mails«) geeignet sind, zu viele Fehlalarme erzeugen oder einfach nur ein Scherz sind. Damit LanguageTool auf falsche Freunde hinweisen kann, muss in den Einstellungen eine Muttersprache eingestellt sein.

Neben direkt eingegebenem Text kann auch sehr einfach und schnell Text aus der Zwischenablage geprüft werden. Dazu kann das Fenster über Datei -> In den System Tray verkleinern in den Systemabschnitt minimiert werden. Wenn das Fenster durch Klicken auf das xz-Symbol wiederhergestellt wird, wird automatisch der Text, der sich gerade in der Zwischenablage befindet, geprüft. Zum Kopieren von Text in die Zwischenablage reicht es unter Linux übrigens meistens, den Text zu markieren.

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