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Do, 20. Dezember 2012, 15:00

Video Disk Recoder auf Basis von easyVDR 1.0

Hardware-Auswahl

Für ein HDTV-taugliches System ist ein Rechner aus den letzten Jahren mit Intel- oder AMD-Prozessor mit mindestens einem Gigabyte Arbeitsspeicher nötig. Empfohlen wird dazu eine passiv gekühlte NVIDIA-Grafikkarte ab der 8x00-Serie mit mindestens 512 MB Grafikspeicher auf der Karte. Onboard-Lösungen mit vergleichbaren Grafikchips auf Basis z.B. des NVIDIA ION-Konzepts funktionieren aber auch, mit kleinen Abstrichen bei der Bildoptimierung, zufriedenstellend.

Grundlagen für ein leises System

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die akustische Dämmung von PCs nicht zielführend ist. Somit geht der Trend heute zur Vermeidung von Wärme und Lärmquellen und der Wärmeabführung sowohl über das Blechgehäuse als auch über große, langsam drehende Lüfter. Diesen Trend bestätigen auch zahlreiche Bauvorschläge in Computermagazinen.

Ein großes Gehäuse als Basis erleichtert die Kühlung und bietet Platz für zusätzliche große Lüfter. Dazu noch ein gutes Netzteil, welches keinesfalls überdimensioniert sein sollte. 250 bis 300 Watt reichen in der Regel völlig aus.

Als Hauptplatine kommt meist die µATX-Variante mit einem dazu passenden schwachen und preiswerten Prozessor zum Einsatz. Gekühlt wird dieser notfalls von einem Boxed-Kühler, der bei geringer Last und guter Hauptplatinen-Firmware nur langsam läuft. Flexibler sind große Kühler mit großem Lüfter. Der Arbeitsspeicher (RAM) muss ebenfalls zur Hauptplatine passen. Derzeit wird meist DDR3 verwendet, aber DDR2-Systeme (z.B. auf Core2- bzw. Pentium-Dual-Core-Basis) funktionieren genauso gut.

Die Grafikkarte ist bevorzugt passiv gekühlt und mit NVIDIA-Grafikchip. Aufgrund deren Wärmeentwicklung empfiehlt sich jedoch der Einsatz eines großen, langsam drehenden und damit leisen Gehäuselüfters, der auf die Grafikkarte und möglichst die benachbarten Empfangskarten gerichtet ist, da erhältliche passive Grafikkarten leider auf extrem hohe, für die Lebensdauer schädliche Betriebstemperaturen ausgelegt werden.

Tipp: Bei NVIDIA-Onboard-Grafikkarten wird meist ein Teil des Arbeitsspeichers als Grafikspeicher genutzt. Beim Heruntertakten kommt es bei älteren AMD-K8-Prozessoren zu Bildstörungen. Deshalb ist darauf zu achten, in diesen Fällen einen Prozessor der K10-Generation oder neuer zu verwenden. Bei einem K8-Prozessor gibt es die Notlösung, über das OSD-Setup das tiefe Heruntertakten zu unterbinden. Der Grafikspeicher sollte bei Onboard-Grafik im BIOS auf die maximal einstellbare Größe eingestellt sein.

Als Festplatte sind langsamer drehende und damit leisere Green- bzw. Eco-Modelle zu empfehlen. Der Speicherbedarf liegt je Stunde bei circa 2 GB für SD-TV und ungefähr dem Doppelten für HDTV. Wenn die Filme auf einem externen NAS oder Server gespeichert werden, reicht z.B. auch eine leise kleine 2,5-Zoll-Notebook-Festplatte.

Geräuschlos ist dagegen eine SSD, welche aktuell ab 50 Euro erhältlich ist. Deren meist vorhandener Geschwindigkeitsvorteil ist für einen VDR allerdings, von der Bootzeit abgesehen, unerheblich. Als Aufnahmespeicher eignen sich diese aufgrund ihres sehr hohen Preises für größere Modelle und der beschränkten Anzahl an möglichen Schreibzyklen derzeit eher nicht.

Optische Laufwerke sind heutzutage nicht mehr zum Installieren nötig. Ein mindestens 2 GB großer USB-Stick ist dazu oft die umweltbewusstere und einfachere Lösung.

Bei den Empfangskarten ist die Unterstützung durch entsprechende Linux-Treiber erforderlich. Es handelt sich im Regelfall um Kernelmodule. Aktuelle Linux-DVB-Treiber unterstützen bereits eine Vielzahl an DVB-Hardware.

Wenn funktionierende Treiber für die Hardware bereitstehen, ist es unerheblich, ob es sich um PCI-, PCIe- oder USB-Geräte handelt. Informationen über bereits erfolgreich getestete Hardware sind im easyVDR-Wiki zu finden.

Tastatur und Maus sind für den VDR-Betrieb unnötig, da für die Steuerung eine Fernbedienung ausreicht. Für Anwender, die gerne basteln, und auch in der Anfangszeit schaden allerdings eine Maus und eine Tastatur nicht. Eine kleine Funktastatur mit Touchpad erleichtert die Bedienung des Webbrowsers bei Bedarf ebenso erheblich.

Tipps zur Hardware-Konfiguration:

  • Gehäuse nach Geschmack und vorhandenem Platz. Größer ist besser zu kühlen!
  • Zusatz-Lüfter sind optional. 120mm und niedrige Drehzahl sind am besten.
  • Netzteil: z.B. be quiet! Pure Power L7 300W (40 Euro) oder Cougar A300 300W ATX 2.3
  • Prozessor: z.B. Intel Celeron Dual-Core G530, Sockel 1155 »boxed« (37 Euro), alternativ von AMD
  • großer, massiver Kühler mit Kupferkern wie z.B. Scythe Katana4 (25 Euro), Scythe Ninja 3 Rev. B (38 Euro), Scythe Shuriken Rev. B (27 Euro) oder Arctic Freezer 13 (25 Euro). Vorsicht mit den Abmessungen!
  • Mainboards gibt es unendlich viele, deshalb keine Empfehlung, sondern nur als Muster: ASRock B75 Pro3-M (58 Euro). Es gibt günstigere, wie z.B. das MSI H61M-P31 (45 Euro), aber auch wesentliche teurere Boards.
  • DDR-3 Arbeitspeicher: zwei Riegel vom Markenhersteller kaufen, z.B. Kingston oder Corsair; 2*2 GB sind aktuell für 20 Euro zu haben. Kits sparen hier Ärger durch gleiche Chargen. Overclocker-Speicher mit Kühlkörpern machen meist Probleme, da leider oft nicht standardkonform.
  • Grafikkarte: jede neuere NVIDIA-Geforce-Karte z.B.: ASUS GT610-SL-1GD3L. Neuere Karten haben auch einen Soundchip integriert, so dass direkt am HDMI-Ausgang Mehrkanal-Ton anliegt. Mutige kaufen ein Mainboard mit integriertem Intel-Grafikchip. Im Problemfall kann das System immer noch mit einer Grafikkarte im PCI-Express-Steckplatz ergänzt werden.
  • Festplatte: Samsung F3 2 TB oder Western Digital Green 2 TB, da bei 3-4 TB-HDDs Probleme noch häufiger sind aufgrund eines neuen Partitionierungssystems.

Die Preise sind Stand November 2012 und ändern sich genauso wie die Lieferbarkeit. Aber als Ausgangsbasis für eigene Recherchen sollte diese Übersicht dennoch hilfreich sein.

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