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Do, 20. Dezember 2012, 15:00

Video Disk Recoder auf Basis von easyVDR 1.0

Dieser Artikel erklärt den Aufbau eines MediaCenters auf Basis der Distribution easyVDR und stellt die Neuerungen der Version 1.0 sowie deren Installation und Konfiguration vor. Der Schwerpunkt des Artikels liegt dabei in der Hardwareauswahl und den neuen Features der jetzt auf der Linux-Distribution Ubuntu basierten Version 1.0 sowie deren »easy« Inbetriebnahme.

easyVDR ist eine Distribution rund um den VDR (Video Disk Recorder) von Klaus Schmidinger. Sie verwandelt handelsübliche PC-Hardware in einen digitalen Videorekorder und ermöglicht so Empfang, Aufnahme und Wiedergabe von digitalem Fernsehen sowie viele Zusatzfunktionen zur Medienwiedergabe.

Der Hauptanspruch von easyVDR ist es, »easy« zu sein, das heißt zum einen den Erwartungen von Linux-Einsteigern gerecht zu werden, aber auch Standards zu nutzen, damit sich Experten nicht umstellen müssen. easyVDR bündelt das »TV-Programm« VDR mit vielen sinnvollen Erweiterungen, aber auch mit dem Medien-Abspielprogramm XBMC als alternative Oberfläche.

Zu den easyVDR-Versionen 0.6 und 0.8 sind bereits zwei Artikel in freiesMagazin erschienen. Die VDR-Grundlagen wurden in Ausgabe 07/2009 beschrieben, und neuere Funktionen inklusive der Erweiterung um HDTV wurden in Ausgabe 12/2010 behandelt, nachzulesen auch hier auf Pro-Linux.

Grundfunktionen des VDR

Nach wie vor unterstützt der VDR alle denkbaren Empfangsquellen für digitales Fernsehen: Satellit (DVB-S; -S2), Kabel (DVB-C), terrestrisch (DVB-T) und Internet-TV (IP-TV). Diese unterschiedlichen Empfangsmöglichkeiten können natürlich auch beliebig kombiniert verwendet werden.

Zu dem beliebten Programm VDR gibt es inzwischen rund 300 Erweiterungen (Plug-ins). Als Grundfunktionen ist es heute selbstverständlich, Serientimer via Webbrowser zu programmieren und mittels der Timeshift-Funktion bei einer Störung bei der Liebingssendung diese auf Knopfdruck aufzuzeichnen und dann zeitversetzt weiterzuschauen. Das automatische Überspringen von Werbung ist ein besonderes, einzigartiges Feature des VDR. Auch das Pausieren, Schneiden von Aufzeichnungen sowie das Musik- und Radiosender-Hören sind natürlich möglich. Nur die Hardware, also die Anzahl verfügbarer Empfänger, setzt Grenzen bei der Anzahl möglicher paralleler Aufnahmen.

Stand der easyVDR-Distribution

Die aktuelle »stable«-Version 1.0 basiert auf Ubuntu Oneiric Ocelot mit Kernel 3.0 und VDR 1.7.21. Mit stetig eingepflegten Weiterentwicklungen bleibt easyVDR 1.0 weiterhin auf dem aktuellen Stand der technischen Entwicklung und der Unterstützung aktueller Hardware. Dieser Wechsel bietet durch die strikte Nutzung von Paketen viele Möglichkeiten bezüglich Updates und der Nachinstallation von zusätzlichen Plug-ins.

easyVDR bietet eine ausgefeilte Basiskonfiguration. Die Installation erfolgt soweit möglich automatisch. Dennoch sind die meisten Sonderwünsche individuell einstellbar. Auch das Kompilieren von eigenen Plug-ins ist jederzeit möglich, um persönliche Wünsche zu erfüllen. Sinnvolle Plug-ins wurden vom Setup, passend zur erkannten Hardware, aktiviert und konfiguriert. Dies lässt sich natürlich auch ändern.

Die Menüstruktur wurde verschlankt. Die Pakete werden über die Launchpad-Plattform, die auch beim normalen Ubuntu verwendet wird, gebaut und bereitgestellt. Im Prinzip ist auch eine nachträgliche Installation der Pakete auf bestehenden Ubuntu-Systemen möglich. Dieses kann allerdings vom Team nicht unterstützt werden. Ein Update auf eine vollwertige Desktop-Ubuntu-Version ist theoretisch ebenso möglich, um den VDR auch für andere Dinge mitzuverwenden. Basisfunktionen wie XBMC und das Internetsurfen am VDR sind aber natürlich schon integriert und werden unterstützt.

Der Standard im VDR-Bereich ist derzeit für den neuen HDTV-Standard ganz klar die Ausgabe auf NVIDIA-basierten Grafikkarten per Xineliboutput-Frontend-Plug-in. Der Trend geht aber sehr stark in Richtung des neuen schlanken SoftHD-Devices, welches sehr rasch an Liebhabern (und Verbesserungen) gewinnt. Der Wechsel zu anderen Ausgabevarianten einschließlich XBMC ist im laufenden Betrieb jederzeit über den Program-Changer am TV via Fernbedienung möglich.

Weitere Alternativen werden im folgenden Kapitel beschrieben.

Alternative Ausgabevarianten

Auch für die Freunde von Hardwarelösungen ist gesorgt. So wird z.B. die Ausgabe mit einer eHD (Extension HD) PCI-Steckkarte von Reel unterstützt. Diese Lösung ist allerdings eingeschränkt, weil auf der eHD kein X-Desktop angezeigt werden kann; sie hat aber aufgrund der Stabilität und jahrelangen Praxiserfahrungen dennoch zahlreiche Liebhaber gefunden. Diese Karte ist neu für 150 Euro oder gebraucht manchmal für circa 50 Euro zu bekommen. Sie besitzt allerdings keinen Tuner.

Eine weitere Ausgabe-Variante bietet die Technotrend TT6400, eine sogenannte Full-Featured-HD-Karte. Zwei Tuner sowie das Ausgabegerät sind direkt auf einer PCI-Express-Karte verbaut. Auch diese Karte bietet keinen X-Desktop, ist dafür aber, neben den inzwischen veralteten Full-Featured-Karten mit SD-TV Qualität, das einzige direkt vom VDR unterstützte Ausgabegerät.

AMD/ATI-Grafik kann prinzipiell auch verwendet werden. Allerdings haben die AMD-Treiber in Linux-Kreisen keinen besonders guten Ruf. Für deren hardwarebeschleunigte HD-Ausgabe über VAAPI-Treiber besteht noch keine saubere Unterstützung. Die Nutzung als VDR-Ausgabegerät ist zwar möglich, wird aber von easyVDR wegen erhöhter CPU-Last und schlechterer Bildqualität nicht empfohlen.

Ein großes Potential bieten Intel-Grafikchips. Mehrere Nutzer berichten von guten Ergebnissen. Allerdings gibt es hier bis jetzt nur wenige Testergebnisse. Bis zu einer Nutzung von VAAPI-Treibern muss noch mit einer höheren CPU-Belastung gerechnet werden. Die Unterstützung von Intel-Karten richtet sich daher derzeit noch an fortgeschrittene Anwender.

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