Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Do, 17. Januar 2013, 15:00

Installation eines Samba-Dateiservers

Dieses Tutorial beschreibt die Installation eines Samba-Dateiservers u.a. für Multimedia. Es richtet sich an Einsteiger und erklärt daher alle Schritte ziemlich genau.

Einleitung

Da heutzutage viele Daten, wie zum Beispiel Multimedia-Dateien, Tabellen, Briefe und so weiter, in einem Haushalt oder einer kleinen Firma auf verschiedenen PCs gespeichert sind, bietet es sich an, diese Daten zentral auf einem Server zu verwalten. Dadurch ist es nicht mehr nötig, diese Daten unter den einzelnen PCs abzugleichen. Auch Datensicherungen können auf einem Dateiserver abgelegt werden. Hat man zum Beispiel einen Multimedia-Player, der am TV-Gerät angeschlossen ist, so kann dieser ebenfalls mit dem Server verbunden werden, somit sind im Wohnzimmer keine störenden Geräusche einer laufenden Festplatte zu hören (außer man verwendet eine große, teure SSD). Der Samba-Server wurde gewählt, weil sich nahezu jedes Betriebssystem mit ihm verbinden lässt. Als Server-Betriebssystem wurde Ubuntu 12.04 Server LTS gewählt, es wird bis zum April 2017 mit Updates versorgt.

In dieser Anleitung wird von einer vierköpfigen Familie ausgegangen. Außerdem wird noch der Zugriff für ein Multimediaplayer beschrieben. Die Namen der Familienmitglieder lauten:

  • Mutter: Eva Tux
  • Vater: Adam Tux
  • Tochter: Karin Tux
  • Sohn: Abel Tux
  • Multimedia-Player: Multimedia Player

Diese Namen sind natürlich an die eigenen Gegebenheiten anzupassen.

Folgende drei Typen von Freigaben (Shares) werden angelegt:

  • Für jeden Benutzer eine private Freigabe (außer dem Multimedia-Player), auf die nur der jeweilige Benutzer Zugriff hat.
  • Eine Freigabe für gemeinsame Dateien, auf die alle Benutzer (außer dem Multimedia-Player) Zugriff haben.
  • Eine Freigabe für Multimedia-Dateien, auf die alle Benutzer Zugriff haben.

Dies ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung (Kochbuch), für erfahrene Benutzer dürfte das hier Beschriebene viel zu ausführlich sein, aber vielleicht findet sich auch für diese etwas Interessantes.

Diese Anleitung gliedert sich in folgende Abschnitte:

  • Die Hardware
  • Das Installations-Medium
  • Installation des Grundsystems
  • Restliche Pakete installieren und die Grundkonfiguration durchführen
  • Samba-Installation und -Konfiguration
  • Quota-Installation und -Konfiguration
  • Samba-Passwort eines Benutzers ändern
  • Den Server starten (aufwecken) von einem anderen Linux-PC
  • Server durch berechtigte Benutzer herunterfahren
  • Sichern des kompletten Servers
  • Updates

Die Hardware

Es kann ein älterer, vorhandener PC genutzt werden, jedoch sollte bedacht werden, dass die Netzwerk-Schnittstelle des Boards einen Datendurchsatz im Gigabit-Bereich zulässt. Schaufelt man zum Beispiel Video-Dateien mit einer Größe von etlichen GB auf den Server, so macht das bei einer 100-MBit-Schnittstelle schnell keinen Spaß mehr. Auch der Switch muss mit dieser Geschwindigkeit klar kommen, es bringt nichts, die PCs und den Server über einen DSL-Router zu verbinden, der nur 100 MBit zulässt, ein Gigabit-Switch ist also zu empfehlen. 2 GB Arbeitsspeicher sollten es schon sein, mehr schadet aber auch nicht. Die Festplatte sollte eine Größe von mindestens 500 GB haben.

Soll ein Server mit neuer Hardware aufgebaut werden, so ist ein günstiges (ca. 55 EUR) µATX-Board mit Onboard-Grafik zu empfehlen. Der Prozessor braucht auch keine »Rakete« zu sein, eine einfache Dual-Core CPU (ca. 60 EUR) sollte locker reichen. Bei der Festplatte bitte darauf achten, falls der Server rund um die Uhr laufen soll, eine 24/7 Festplatte zu verbauen, zum Beispiel eine WD aus der RE-Serie. Viele Leute wundern sich, warum eine Standard-Festplatte schon nach einem halben Jahr Dauerbetrieb seltsame Geräusche von sich gibt oder defekt ist. Ganz einfach, sie wurde nicht für den Dauerbetrieb gebaut, die Lager vertragen das nicht. Die Belüftung der Festplatte ist auch nicht zu vernachlässigen, am besten wählt man ein Gehäuse, bei dem die Festplatte vorne unten eingebaut wird und wo man davor einen 120-mm-Lüfter installieren kann, so dass die Platte immer im Luftzug liegt.

Bei nahezu allen neueren Boards kann über einen USB-Stick installiert werden, ein optisches Laufwerk (CD-ROM oder DVD) ist daher nicht notwendig. Benötigt werden also: ein Gehäuse, ein Netzteil, ein Board (µATX) mit Onboard- Grafik, ein Prozessor, mindestens 2 GB RAM (besser 4 GB), eine Festplatte (mehrere sind auch möglich) und eventuell Zusatzlüfter.

Der Server wird nach der Installation ohne Monitor und Tastatur betrieben. In manchen BIOS muss die Option »Halt on all errors, but keyboard« oder ähnlich eingestellt werden, da sonst der Server ohne Tastatur nicht bootet. Zur Administration des Servers ist ein Linux-PC nötig, über den per Netzwerk (SSH) auf den Server zugegriffen werden kann.

Das Installationsmedium

Zunächst muss festgestellt werden, was für eine Server-Hardware vorhanden ist: 32 oder 64-Bit. Wurde ein neuer Server aufgebaut, wird es natürlich ein 64-Bit-System sein. Ist man sich nicht sicher, kann man einfach probieren, ob sich die Installation einer 64-Bit-Version starten lässt. Klappt das nicht, muss eben eine 32-Bit Version verwendet werden.

Das Installations-Abbild (12.04) kann von folgender Adresse heruntergeladen werden: http://www.ubuntu.com/download/server

Kann nur über eine CD installiert werden, das Abbild auf eine CD brennen. Soll über einen USB-Stick installiert werden, das Abbild auf einen USB-Stick schreiben. Hierbei ist zu beachten, dass der USB-Stick eine Kapazität von 1 GB oder größer haben sollte und alle Daten auf dem USB-Stick überschrieben werden. Zuerst finden wir heraus, unter welchem Gerätenamen der USB-Stick ansprechbar ist. Den USB-Stick einstecken und folgenden Befehl in einem Terminal ausführen:

dmesg

Nun sollte am Ende der Ausgabe in eckigen Klammern der Gerätename zu lesen sein, zum Beispiel:

... [sdb] ...

In diesem Fall also /dev/sdb. Wird hier das falsche Gerät gewählt, können die Daten der lokalen Festplatte beschädigt werden!

Zur Zeit, als diese Anleitung geschrieben wurde, war der Name der Abbild-Datei ubuntu-12.04.1-server-amd64.iso. Sollte eine neuere Datei vorhanden sein oder eine 32-Bit Version verwendet werden, muss der Dateiname im folgenden Befehl angepasst werden:

sudo umount /dev/sdb1
sudo dd if=~/Downloads/ubuntu-12.04.1-server-amd64.iso of=/dev/sdb oflag=direct bs=1048576

Das Schreiben auf den USB-Stick wird einige Zeit dauern. Wenn eine Ausgabe wie die folgende erscheint:

689221632 Bytes (689 MB) kopiert, 43,9692 s, 15,7 MB/s

kann der USB-Stick entfernt werden.

Kommentare (Insgesamt: 20 || Alle anzeigen || Kommentieren )
ladm-skripte (JoergSH, So, 28. Juli 2013)
Re[4]: homes (Sie haben vergessen, Ihren Nam, Sa, 19. Januar 2013)
Re[3]: homes (Samba, Sa, 19. Januar 2013)
Re[2]: homes (Sie haben vergessen, Ihren Nam, Sa, 19. Januar 2013)
Re: homes (Samba, Fr, 18. Januar 2013)
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung