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So, 18. September 2005, 00:00

iPod, Podcasts und Linux

Gtkpod

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich bei Gtkpod um ein grafisches Programm, um Apples iPod zu verwalten. Der Aufbau der Software ist stark an iTunes angelehnt, ohne aber unnötigen Ballast mitzubringen. Vielmehr erscheint die Oberfläche klar und aufgeräumt und lässt sich in einem gewissen Rahmen auch an die eigenen Vorlieben anpassen. Wie iTunes bietet Gtkpod neben den iPod-bezogenen Funktionalitäten auch die Möglichkeit, die lokale Audio-Sammlung zu verwalten und kommt damit dem iTunes-Konzept noch ein Stück näher. Seit Version 0.94.0 unterstützt Gtkpod auch die neuen Firmware-Versionen, anders als bei iTunes, ist aber leider noch keine Podcast-Unterstützung vorhanden.

Gtkpod ist stark an iTunes angelehnt

Julius Stiebert

Gtkpod ist stark an iTunes angelehnt

Wie GNUpod unterstützt auch Gtkpod alle wichtigen Formate, das heißt MP3, WAV sowie AAC ohne DRM mit der Endung M4A und die AAC-Hörbuchvariante M4B. Für die beiden letzteren muss Gtkpod allerdings bei installierten FAAC-Bibliotheken kompiliert werden - bei einigen Distributionen, wie Debian, fehlt daher auch die AAC-Unterstützung in Gtkpod.

Auch ansonsten steht Gtkpod den Perlskripten in nichts nach: Da es darauf ausgelegt ist, eine MP3-Sammlung zu organisieren, kann man selbstverständlich ID3-Tags editieren. Auf Wunsch erkennt Gtkpod Duplikate und verhindert deren doppeltes Hinzufügen auf den iPod. Ferner kann Gtkpod die Lautstärke der Stücke normalisieren - hierfür nutzt es mp3gain, welches die Normalisierung ohne Neukodierung vornimmt. Die Applikation unterstützt sogar etwas fragwürdige Features des iPods, genauer sind damit die »Personal Information Management« (PIM)-Funktionen gemeint - wenn man diese denn als solche bezeichnen kann. Tatsächlich besitzen iPods eine Adressverwaltung, einen Kalender und können Notizen verwalten. Gtkpod kann diese mit diversen Programmen wie KOrganizer, KAddressbook, mit Thunderbird und Evolution sowie vielen weiteren abgleichen. Da diese Aufgabe von Skripten übernommen wird, kann man sie sogar selbst beliebig erweitern - inwiefern das Ganze überhaupt Sinn macht, soll hier nicht diskutiert werden. Schlechter sieht es derzeit bei aktuellen Funktionen aus: In AAC-Dateien eingebettete Cover lassen sich ebensowenig übertragen, wie Podcasts unterstützt werden - wennglich man daran arbeitet. Doch zumindest wird damit verdeutlicht, dass Gtkpod ein Allround-Tool wie iTunes ist.

Anders als bei iTunes kann Gtkpod allerdings auch Dateien vom iPod auf die Festplatte kopieren - eine durchaus nützliche Funktion. Wie eingangs erwähnt, ist Gtkpod vor allem auch ein Programm zur Verwaltung einer Musiksammlung. Das unterstreichen auch die vielfältigen Filterfunktionen, mit deren Hilfe man schnell den gewünschten Titel findet. Ferner bringt Gtkpod mächtige Tools zum Erstellen von Playlisten mit - vielleicht die Stärke der Software. Einige vordefinierte Optionen bringt Gtkpod dafür schon mit, beispielsweise, um eine Playlist mit den höchstbewerteten Stücken zu erstellen. Oder aber, um noch nie abgespielte Stücke in einer Playlist zu vereinigen. Doch auch »intelligente Wiedergabelisten« mit selbstdefinierten Regeln kann man so einfach und komfortabel erstellen.

Gerade diese Funktionen machen Gtkpod unschlagbar. Sollte sich die Software noch weiter in Richtung iTunes-Ersatz entwickeln und zukünftig auch Podcasts unterstützen, so wird es wohl die Applikation für den iPod schlechthin. Gerade, da es dem Anwender nicht wie Apple einen eingebauten Shop aufzwingt und zum anderen auch die lokale Musiksammlung verwalten kann, wird es zum idealen iPod-Programm. Leider zeigte es sich im Rahmen unserer Tests aber nicht immer sehr stabil. Zum Teil schaffte Gtkpod tatsächlich, das komplette System einzufrieren - und das ist gerade für den iPod tragisch. Unter Umständen bleiben da nämlich verwaiste Dateien - also solche, die zwar vorhanden, aber nicht in der iTunes-DB verzeichnet sind - zurück. Im schlimmsten Fall könnte man den iPod damit sogar komplett unbrauchbar machen. Hier sollten die Entwickler dringend nachbessern, zumindest bis man Version 1.0 erreicht.

Andere

Außer GNUpod und Gtkpod gibt es für den iPod noch weitere Programme unter Linux. Im Funktionsumfang kommen diese aber kaum an die beiden näher vorgestellten heran - zum Teil sind es sogar nur Tools für einen bestimmten Zweck. Daher werden diese hier auch nur kurz erwähnt.

So gibt es zum Beispiel SyncPOD, das ein lokales Verzeichnis mit dem iPod synchronisiert - aber nur, wenn ein FAT32-formatiertes Gerät über Firewire angeschlossen ist. Whale hingegen ist ein Programm für Gnome 2. Man kann Songs auf den iPod kopieren und Playlisten erstellen. Der Funktionsumfang kommt aber nicht annähernd an GNUpod oder - das besser vergleichbare - Gtkpod heran. Natürlich gibt es auch reine Frontends: rubyPod setzt GNUpod voraus und bietet damit alle Funktionen, die GNUpod bietet. Wer nicht gerne auf der Konsole arbeitet, kann damit komfortabel GNUpod einsetzten. Mit freemymusic gibt es ferner ein Programm, welches nur Dateien vom iPod auf den PC kopieren kann. Damit eignet es sich eher, wenn man Freunden Musik mitbringen möchte. Darüberhinaus existieren auch Lösungen, die ausschließlich den iPod-Shuffle und dessen Datenbankformat unterstützen.

Generell kommt bei diesen Programmen das Problem hinzu, dass sie häufig schon länger nicht überarbeitet wurden und daher typischerweise bei iPods mit aktueller Firmware nicht richtig oder gar nicht funktionieren. Derzeit ist kaum eine adäquate Alternative zu GNUpod oder Gtkpod absehbar.

Podcasts

Absolut hip sind derzeit Podcasts. Podcasting ist eine Verteilungsmethode für selbstproduzierte Audio- und Videodateien über RSS-Feeds. Diese kann man mit speziellen Programmen abonnieren, so dass neue Dateien automatisch heruntergeladen werden. Seit Version 4.9 unterstützt auch iTunes Podcasts und iPods mit aktueller Firmware haben einen extra Menüpunkt für diese. Unter Linux muss man derzeit noch auf Extra-Programme für Podcasts zurückgreifen, die »normalen« iPod-Verwalter können noch nicht damit umgehen. Da diese Programme die Dateien aber (noch) nicht selber auf den iPod übertragen können, bleibt diese Menüpunkt ungenutzt. Die MP3s erscheinen im normalen Musikmenü. Der Sinn der im Folgenden vorgestellten Programme liegt derzeit also nur im automatischen Beziehen der Podcasts. Auf die im iTunes-Shop - auch kostenlos - erhältlichen muss man dabei als Linux-Nutzer natürlich verzichten. Leider ist das Angebot an Podcast-Software für Linux jedoch noch etwas mau.

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