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So, 18. September 2005, 00:00

iPod, Podcasts und Linux

Apples iPod ist wahrscheinlich der beliebteste MP3-Player weltweit. Kein Wunder also, dass man ihn auch mit Linux nutzen kann. Welche Programme es gibt und was sie können, zeigt dieser Artikel. Darüber hinaus befasst er sich mit Podcast-Applikationen.

Einleitung

Der iPod

Julius Stiebert

Der iPod

Ob man 2001 bei Apple ahnte, was man da lostrat? Damals kam der erste iPod auf den Markt, der Player, der mittlerweile vermutlich der beliebteste MP3-Player weltweit ist. Trotz vieler Nachteile, wie der nicht austauschbaren Batterie, erfreut sich das Gerät weiterhin großer Beliebtheit. Kein Wunder also, dass auch Linux-Nutzer in die Verlegenheit kommen können, sich einen iPod anzuschaffen. Das Gerät dann zu mounten, ist nicht weiter kompliziert - sowohl FAT- als auch HFS+-formatierte Geräte lassen sich problemlos ins Dateisystem einbinden. Doch mit dem einfachen Kopieren von Musik ist es beim iPod nicht getan. Somit hat man allenfalls eine teure, mobile Festplatte - wiedergeben wird der Player die Lieder nämlich nicht. Wie auch bei anderen, aktuellen Festplatten-Playern verwendet Apples Gerät nämlich eine eigene Datenbank und spielt nur Songs ab, die in dieser eingetragen sind. Das heißt also, dass die Datenbank aktualisiert werden muss - auf dem Mac oder unter Windows geschieht dies via iTunes.

Natürlich ist es keine Frage: Auch unter Linux existieren verschiedene Tools, die mit der iTunes-Datenbank umgehen können. Dieser Artikel stellt einige davon vor, ohne jedoch Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Bevor es jedoch losgehen kann, muss man den iPod erst mounten. An dieser Stelle soll darauf nicht weiter eingegangen werden, es gibt einfach bereits viele Anleitungen im Internet. Dem Leser sei besonders die GNUpod-Dokumentation ans Herz gelegt - die erklärt alles Nötige, egal ob USB, Firewire, FAT32 oder HFS+. Notfalls kann man mit Hilfe dieser Anleitung sogar die Firmware des iPods unter Linux aktualisieren oder die Konvertierung von HFS+ nach FAT32 ohne Windows vornehmen.

Musik

Wie bereits erwähnt, reicht es beim iPod nicht, einfach Audio-Dateien auf das gemountete Gerät zu kopieren. Zum einen müssen diese in einer vorgegebenen Ordnerstruktur landen, zum anderen nimmt der iPod nur dann Notiz von ihnen, wenn sie in die iTunes-Datenbank eingetragen sind. Für diese Aufgabe gibt es unterschiedliche Programme mit unterschiedlichen Ansätzen.

GNUpod

GNUpod ist eigentlich nicht ein Programm, sondern eine Sammlung von Perlskripten, um den iPod unter Linux zu verwalten. Für jede Aufgabe gibt es dabei ein extra Skript; auf eine grafische Oberfläche muss man allerdings verzichten. Wen das nicht stört, der hat mit GNUpod sehr mächtige Werkzeuge an der Hand.

Bevor man mit dem iPod arbeiten kann, muss man ihn mittels gnupod_INIT.pl initialisieren. Dabei legt GNUpod ein eigenes Verzeichnis und eine eigene Datenbank auf dem iPod an. Jetzt kann es losgehen: Beim Arbeiten mit dem iPod lässt GNUpod wirklich keine Wünsche offen. Das Überspielen von Dateien auf den iPod gehört dabei zu den einfachsten Übungen. Doch das dafür zuständige Skript gnupod_addsong.pl kann noch mehr. GNUpod kann die vom iPod unterstützten Formate MP3 und WAV sowie Apples AAC-Variante M4A - sofern die Dateien ohne DRM sind - kopieren. Doch selbst wer seine Musiksammlung im Ogg-Format vorliegen hat, braucht nicht zu verzweifeln. Auch Wunsch kann GNUpod FLAC- und OGG-Dateien konvertieren und als MP3 auf den iPod überspielen. Dass das bei großen Sammlungen viel Zeit kostet, sollte einem natürlich vorher klar sein. Beim Hinzufügen überprüft GNUpod die Stücke und verhindert so doppelte Dateien.

Weiterhin kann man mit GNUpod in den Beständen auf dem iPod suchen und auch ID3-Tags editieren. Das Erstellen und Übertragen von Playlists ist ebenfalls möglich. Insofern kann GNUpod zumindest alles, was »normal« ist. Mit Fotos kann es nichts anfangen und Podcasts kann man nicht automatisch beziehen. Dafür ist das gnupod_check.pl-Skript eine große Hilfe. Sollten einmal verwaiste Dateien auf dem Gerät liegen, da es beispielsweise nicht korrekt ungemountet wurde, so überprüft gnupod_check.pl das Dateisystem und sagt, was zu tun ist.

Ob man nun ohne grafische Oberfläche leben kann, muss jeder für sich entscheiden. Problematischer beim Einsatz von GNUpod ist schon eher, dass es eine eigene XML-Datenbank nutzt. Überträgt man Dateien, so werden diese erst einmal nur in dieser Datenbank notiert. Bevor man also den iPod unmountet, muss man jedes Mal manuell mittels mktunes.pl das Schreiben der iTunesDB veranlassen. Sicher: GNUpod weist nach dem Hinzufügen von Songs darauf hin, vergessen wird man es also nicht. Dennoch ist es sehr umständlich. Wer sich für GNUpod entscheidet, wird sich aber daran gewöhnen müssen. Ansonsten gibt es an der Skriptsammlung nichts auszusetzten. GNUpod erledigt alle Aufgaben sehr gut und kommt seit Version 0.98.2 auch endlich mit iPods zurecht, die eine der im Juni veröffentlichten Firmware-Versionen einsetzten. Ansonsten unterstützt es die komplette iPod-Palette, inklusive iPod mini und Shuffle. Bei früheren GNUpod-Versionen kann der iPod nachher nicht alle Stücke wiedergeben. Wer also ein handliches Tool benötigt und auf eine grafische Oberfläche verzichten kann, wird mit GNUpod glücklich werden.

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