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Do, 6. Februar 2014, 15:00

Die PDF-Werkstatt für Linux

Schneiden – Kleben – Kombinieren: Wer PDFs erstellen oder bearbeiten will, bekommt unter Linux einiges geboten, um jedes Dokument in Form zu bringen zu können.

PDF-Dokumente sind dann ideal, wo es um den unkomplizierten Austausch von Dokumenten zwischen Geräten aller Art geht – egal ob Linux-PC, Windows-Notebook oder Smartphone. Das Format sorgt dafür, dass ein Dokument immer gleich aussieht, da auch die Beschreibung von Schriftarten im Dokument mit enthalten ist. Layout, Vektorelemente und Text sind problemlos skalierbar. Ursprünglich entwickelte Adobe 1993 das Portable Document Format (PDF) als geschlossenen, kommerziellen Standard, dem erst die kostenlose Version des Acrobat Reader auf die Sprünge half. Seit 2008 ist das Format eine ISO-Norm und damit zum offenen Standard avanciert.

Okular: Der PDF-Reader unter KDE ist das Gegenstück zu Evince (Dokumentbetrachter) und bietet ein nützliches Werkzeug, um Ausschnitte in die Zwischenablage zu befördern

David Wolski

Okular: Der PDF-Reader unter KDE ist das Gegenstück zu Evince (Dokumentbetrachter) und bietet ein nützliches Werkzeug, um Ausschnitte in die Zwischenablage zu befördern

PDF-Reader als Grundausstattung

Ein PDF-Betrachter ist heute Teil einer jeden Linux-Distribution, die auf den Desktop abzielt: Bei Linux-Systemen mit Gnome und Gnome-affinen Desktop-Umgebungen wie XFCE und Cinnamon ist dies meist das Programm Evince. Bei KDE kümmert sich Okular um die Darstellung von PDF-Dateien. Und in schlanken Distributionen ist meist das schlichte Xpdf an Bord.

Die Linux-Version des Acrobat Reader sollten Sie hingegen links liegen lassen, denn das Programm wird von Adobe für Linux seit der Version 9 nicht mehr aktiv weiterentwickelt und ist damit anfällig für Sicherheitslücken, die von eingebetteten Javascript-Schnipseln in PDFs ausgenutzt werden könnten. Die alternativen Anzeigeprogramme sind dem Adobe-Produkt unter Linux also sogar vorzuziehen.

Adobe übergab mit der Standardisierung des Formats auch die Urheberrechte über die Spezifikationen zum Erstellen und Bearbeiten von PDF an die ISO-Vereinigung. Damit fiel die Monopolstellung des Adobe Distiller als eines der wenigen Programme, das PDFs erzeugen konnte. Gerade unter Linux entstanden seitdem zahlreiche Open-Source-Lösungen zur Erstellung und Bearbeitung von PDFs. Die folgenden Programme und Tools helfen dabei, auch trickreiche Aufgaben rund um das nützliche Dokumentformat zu meistern.

Front-End für pdftk: PDF Chain stellt mehrere PDF-Dokumente neu zusammen, kann Dateien in einzelne Seiten aufteilen, mit Wasserzeichen versehen und Dateien in ein PDF einbetten

David Wolski

Front-End für pdftk: PDF Chain stellt mehrere PDF-Dokumente neu zusammen, kann Dateien in einzelne Seiten aufteilen, mit Wasserzeichen versehen und Dateien in ein PDF einbetten

PDF Chain: Dokumente neu zusammenstellen

Aus mehreren PDF-Dateien macht PDF Chain ein neues Dokument. Bis zu 26 Einzeldateien kann das Open-Source-Programm dazu öffnen. Auch einzelne Seiten lassen herauspicken und in eine neue PDF-Datei schreiben. Zudem kann es alle Seiten eines Dokuments automatisch in einzelne PDFs zerlegen und ganze Dokumente mit Wasserzeichen versehen. Im Hintergrund nutzt PDF Chain für viele Aktionen das mächtige Kommandozeilen-Tool pdftk. Die grafische Oberfläche ist zwar in Englisch, die Bedienung ist aber weitgehend intuitiv.

Installation: PDF Chain ist den meisten Linux-Distributionen bekannt und dort in den Software-Quellen enthalten. Unter Ubuntu, Debian und Fedora liegt es im Paket mit dem Namen »pdfchain« vor, und für Opensuse gibt es immerhin ein inoffizielles Paket im Build Service unter http://software.opensuse.org/package/pdfchain. Quelltext und Dokumentation bietet die Webseite der Entwickler unter http://pdfchain.sourceforge.net an.

Verwendung: Nach dem Start von PDF Chain präsentiert ein mehrseitiges Programmfenster alle einzelnen Funktionen mit jeweils eigenen Menüs: Unter Concatenate fügen Sie Dateien zusammen, Burst teilt eine Datei in einzelne PDFs auf, Background Stamp dient für Wasserzeichen, und Attachment kann fremde Dateien in ein PDF einbetten. Weitere Funktionen, etwa zum Komprimieren eines PDFs und zum Abspeichern eingebetteter Dateien, finden sich unter dem Menüpunkt Tools.

Um aus mehreren PDF-Dokumenten eines zu machen, laden Sie über das Plus-Zeichen unter Merge die gewünschten Dateien. Zur Auswahl einzelner Seiten markieren Sie eines der geladenen Dokumente in der Liste, klicken in der ersten Spalte die Angabe 1-end an und tragen dort stattdessen die gewünschten Seiten ein. Beispielsweise übernimmt die Angabe 2-5 die Seiten zwei bis fünf und 8,11,15 würde die Seiten 8, 11 und 15 aus einem Dokument übernehmen. Die Seitenorientierung stellen Sie in Schritten von 90 Grad unter Rotation ein. Ein Klick auf Speichern erzeugt das neue Dokument.

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