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Do, 22. Mai 2014, 15:00

Fritzbox mit Linux im Heimnetzwerk

Die DSL-Endgeräte von AVM gehören nicht nur in Deutschland zu den beliebtesten Produkten ihrer Art. Dazu tragen Funktionen bei, die sie beim Einsatz im Heimnetz überaus interessant machen.

Hersteller AVM spendiert seinen Fritzboxen in regelmäßigen Abständen eine völlig neue interne Software. Die integrierte Firmware kann dabei weit mehr als nur die Verbindung mit dem Internet herzustellen. Und dank der übersichtlich gestalteten Benutzeroberfläche müssen Sie kein Experte sein, um die Fritzbox für den Aufbau eines internen Netzwerks zu verwenden.

Hardware-Voraussetzung: Mit dem Terminal-Programm ethtool überprüfen Sie zunächst, ob der Chip des Netzwerkadapters die Funktion »Wake on LAN« unterstützt

Stephan Lamprecht

Hardware-Voraussetzung: Mit dem Terminal-Programm ethtool überprüfen Sie zunächst, ob der Chip des Netzwerkadapters die Funktion »Wake on LAN« unterstützt

Aktivieren Sie die Fernwartung

Eine der zentralen Funktionen, die Sie auf Ihrer Fritzbox aktivieren sollten, ist der Fernwartungszugang. Es ist dabei ratsam, bei den Zugangsdaten ein möglichst starkes Passwort und einen individuellen Benutzernamen zu verwenden. Dies gilt aber eigentlich für alle Türen in das eigene Netzwerk.

Die Konfigurationsoberfläche der Fritzbox erreichen Sie mit jedem Browser und der Adresse http://fritz.box oder auch der IP-Adresse 192.168.178.1, sofern Sie dies nicht manuell geändert haben. In der Fritzbox-Konfiguration wählen Sie Internet -> Freigaben. Wechseln Sie dann auf die Registerkarte Fernwartung. Aktivieren Sie die Option Fernwartung freigeben und geben Sie einen gewünschten Benutzernamen und ein Passwort ein. Wenn Sie auf Übernehmen klicken, ist der Zugang sofort freigeschaltet. Erreichbar ist die Box damit von außen über die öffentliche IP-Adresse, die der Internetanbieter zugewiesen hat. Da es hier zu täglichen Zwangstrennungen, aber auch zu unvorhersehbaren Trennungen der DSL-Leitung kommen kann, kann sich diese IP-Adresse jederzeit ändern.

Deswegen sollten Sie sich bei einem der bekannten Anbieter einen dynamischen DNS-Zugang besorgen. Die Zugangsdaten, die Sie von dort erhalten, tragen Sie dann unter Dynamic DNS ein, das Sie ebenfalls unter den Freigaben finden.

Systemvoraussetzung: Damit beim Stromsparen nicht der ganze Chipsatz in den Schlafmodus versetzt wird, müssen Sie an dieser Stelle manuell nachhelfen

Stephan Lamprecht

Systemvoraussetzung: Damit beim Stromsparen nicht der ganze Chipsatz in den Schlafmodus versetzt wird, müssen Sie an dieser Stelle manuell nachhelfen

Linux aus der Ferne wecken

Sie haben auf Ihrem Ubuntu-Rechner Ordner für das lokale Netzwerk freigegeben oder setzen den Rechner als Datei-Server ein? In Zusammenarbeit mit einer Fritzbox können Sie auf diese Daten auch von einem externen Ort zugreifen. Allerdings ist es teuer und auch aus Versicherungsgründen nicht zu empfehlen, Computer dauerhaft laufen zu lassen, während Sie das Haus verlassen. Sie brauchen also eine Möglichkeit, sich extern in Ihrem Netzwerk anzumelden, um dann den Rechner zu starten. Genau für diesen Einsatzzweck gibt es die Funktion »Wake on LAN«. Computer, die dieses Verfahren unterstützen, warten auf ein besonderes Datenpaket. Trifft dieses ein, startet das System und fährt die notwendigen Dienste hoch, vergleichbar mit einem Gerät, das sich in Standby befindet. Damit Wake on LAN funktioniert, muss die Hardware mitspielen und die Option aktiviert sein. Beides sollten Sie zunächst im BIOS Ihres Rechners überprüfen. Starten Sie den PC neu und rufen Sie das BIOS auf (meist durch Drücken der Taste Entf oder F2). Sehen Sie nach, ob Sie dort einen Eintrag wie Wake on LAN oder auch Power on PCI Devices finden. Aktivieren Sie diesen gegebenenfalls.

Im nächsten Arbeitsschritt richten Sie Ubuntu für die Nutzung des Dienstes ein. Hier hilft Ihnen ein kleines Werkzeug weiter, mit dessen Hilfe Sie die verbaute Netzwerkkarte überprüfen können. Der Ethernet-Anschluss Ihres Computers sollte üblicherweise den Namen eth0 tragen. Öffnen Sie ein Terminal und geben Sie

sudo ethtool eth0

ein. Meldet das System zurück, dass der Befehl nicht gefunden wurde, führen Sie

sudo apt-get install ethtool

aus, um das notwendige Paket zu installieren. Fragen Sie den Netzwerkanschluss nun erneut ab. Suchen Sie bei der Ausgabe des Befehls nach einem Eintrag, der mit Supports Wake on und Wake on bezeichnet ist. Meldet Ihnen das Werkzeug dort den Buchstaben g zurück, kann das System mit einem sogenannten Magic Packet (»magisches Paket«) geweckt werden.

Seinen Voreinstellungen gemäß schaltet Ubuntu einen angeschlossenen Netzwerkadapter ab – sowohl beim Shutdown als auch im Stromsparmodus. Das ist in diesem Fall natürlich kontraproduktiv. Ändern Sie dazu einfach das Skript ab, das beim Herunterfahren ausgeführt wird.

Rufen Sie ein Terminal auf und geben Sie hier

sudo gedit /etc/init.d/halt

ein. Damit bearbeiten Sie die maßgebliche Datei mit dem Standardeditor. Suchen Sie in dieser Datei die Zeile

NETDOWN=yes

und ändern Sie den Wert auf no. Danach speichern Sie die Datei.

Mit dem Werkzeug ethtool können Sie nun den Modus »Wake on LAN« aktivieren. Die manuell gesetzte Einstellung überdauert allerdings nicht einen Systemstart. Deswegen ist es ratsam, den Modus in der Konfiguration Ihres Systems dauerhaft zu hinterlegen.

Öffnen Sie dazu erneut ein Terminal, um eine weitere Systemdatei zu bearbeiten:

sudo gedit /etc/rc.local

Ergänzen Sie die Datei um den Eintrag

ethtool -s eth0 wol g

Um einen PC aufzuwecken, loggen Sie sich von unterwegs in das Backend der Fritzbox ein. Dann wählen Sie den gewünschten Rechner und klicken auf »Computer starten«

Stephan Lamprecht

Um einen PC aufzuwecken, loggen Sie sich von unterwegs in das Backend der Fritzbox ein. Dann wählen Sie den gewünschten Rechner und klicken auf »Computer starten«

Nach dem Speichern müssen Sie nun zur Sicherheit abschließend noch eine Datei bearbeiten. Die Einstellungen, die Sie dort vornehmen, legen fest, dass die Konfiguration auch genutzt wird, wenn der Rechner lediglich in den Energiesparmodus gesetzt wird.

Öffnen Sie wieder mit dem Editor gedit und mit root-Rechten die Datei /etc/default/acpi-support. Suchen Sie hier nach einer Zeile, die mit STOP_SERVICES= beginnt. Fügen Sie zwischen die nachfolgenden Anführungszeichen den Wert networking ein. Sofern hier bereits Einträge vorhanden sind, fügen Sie networking nach einem Leerzeichen hinzu. Damit sind die vorbereitenden Arbeiten unter Ubuntu beendet.

Um nun den präparierten Rechner von einem anderen Ort starten zu können, müssen Sie sich mittels des Fernwartungszugangs bei der Fritzbox anmelden. Dieser Schritt ist notwendig, weil das »magische Paket« nur aus dem lokalen Netzwerk stammen darf. Genau dies ist bei der Nutzung des Fernzugangs gewährleistet.

Rufen Sie die Konfigurationsoberfläche der Fritzbox im Browser auf. Wechseln Sie in den Abschnitt Heimnetz. Im Register Geräte und Benutzer klicken Sie auf das Stift-Icon neben jenem Rechner, um den es Ihnen geht. Klicken Sie auf den Schalter Computer starten. Damit sollte der Rechner erwachen und alle benötigten Dienste aktivieren. Allerdings dauert dies einen kleinen Moment. Wenn Sie also per FTP auf den Rechner zugreifen wollen, sollten Sie sich noch 10 bis 20 Sekunden gedulden, bevor Sie den ersten Versuch machen. Damit Sie im Bedarfsfall keine böse Überraschung erleben, probieren Sie die Funktion am besten einmal lokal aus, bevor Sie sich unterwegs darauf verlassen.

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