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Di, 22. Juli 2014, 14:00

NAS-Server mit Nas4Free aufsetzen

Das auf Free BSD basierende Nas4Free macht aus alten Netbooks und Notebooks solide 32- oder 64-Bit-Server. Die Hardware-Ansprüche an das Gerät sind bescheiden, und die Funktionalität kann mit echten NAS-Systemen mithalten.

Wer mehrere Geräte nutzt, kennt das Problem verstreuter Dateien auf PCs, Notebooks, Tablets. Ein zentraler Daten-Server ist die probate Antwort auf dieses Problem. Hersteller wie Dlink, Freecom, Iomega, Netgear bieten dafür Network Attached Storage in unterschiedlichsten Konfigurationen an. Solche NAS-Geräte bringen meist außer einem Dateiserver Web-, FTP- und Mediaserver sowie RAID-Technologie mit. Die Preise kleinerer Geräte liegen zwischen 60 und 300 Euro ohne Festplatte(n). Wer einen Daten- und Medienserver braucht und ein passendes Altgerät besitzt, kann sich aber mit dem kostenlosen Nas4Free einen eigenen Server einrichten. Lesen Sie hier, was Sie beachten müssen und wie die Ersteinrichtung funktioniert.

Nas4Free oder FreeNAS?

Die folgenden Anleitungen beziehen sich ausschließlich auf das Projekt NAS4Free 9.2.0.1. Das namentlich populärere System FreeNAS 9.2.0 ist zwar die technische Basis von NAS4Free, bedient aber inzwischen ausschließlich den professionellen und gewerblichen Sektor. Aufgrund seiner inzwischen sehr hohen Speicheranforderungen von mindestens 8 GB RAM scheidet es als System für einen Home-Server auf älterer Hardware-Basis aus. Aus genau diesem Grund entstand das Projekt NAS4Free: Dieses bietet bei praktisch identischer Oberfläche und Benutzung ein anspruchsloses System für Heimbenutzer. NAS4Free läuft bereits mit 512 MB tadellos und stellt auch geringe Ansprüche an die CPU.

FreeNAS 9.2.0: für betriebliche Datenserver. unter www.freenas.org (160 MB)

NAS4Free 9.2.0.1: für Home-Server www.nas4free.org, unter sourceforge.net/projects/nas4free (230 MB)

Hardware-Voraussetzungen

Eine wesentliche Eigenschaft echter NAS-Hardware ist der geringe Stromverbrauch. Denn ein NAS steht – einmal konfiguriert – in einer vergessenen Ecke und läuft wartungsfrei wochen- und monatelang durch. Die PC-Welt-Schwester PC-Tipp aus der Schweiz hat den Verbrauch in einem NAS-Vergleichstestgeprüft. Das Fazit: »Das stromhungrigste NAS verbraucht im laufenden Betrieb lediglich 15,6 Watt«. Ein solches Gerät kostet dann im Dauerbetrieb pro Jahr kaum mehr als moderate 30 Euro bei einem angenommenen Preis von 25 Cent pro Kilowatt.

Der Stromverbrauch sollte daher auch bei einem NAS-Eigenbau mit NAS4Free in die Gesamtrechnung eingehen: Alte PCs, selbst mit Onboard-Grafikkarte und schwächerer Single-Core-CPU bis zwei GHz verbrauchen mindestens 50 Watt aufwärts und damit locker 100 bis 200 Euro im Jahr. Bessere Kandidaten sind ausrangierte Netbooks und Notebooks mit abgeschaltetem, eventuell defektem Display. Netbooks und sparsame Notebooks kommen dem Verbrauch von echter NAS-Hardware recht nahe.

Das Gerät braucht lediglich für die Ersteinrichtung Monitor oder Display. Bei defektem Display kann für die Ersteinrichtung ein Monitor temporär am VGA-, DVI- oder HDMI-Port aushelfen. Im späteren Betrieb wird NAS4Free via Weboberfläche an einem beliebigen anderen Rechner konfiguriert und gesteuert. Aus Energiespargründen sollte das geräteeigene Display abschaltbar sein oder notfalls abgeklemmt werden.

Sehr zu empfehlen ist eine verkabelte Netzwerkverbindung zum NAS-Gerät, also ein Gerät mit Ethernet-Anschluss – mindestens Fast Ethernet (100 MBit/s), besser Gigabit-Ethernet. Damit erreichen Sie nicht nur den schnellsten Datentransfer, sondern gehen auch eventuellen Treiberproblemen mit WLAN aus dem Weg.

Entbehrlich ist ein optisches CD- oder DVD-Laufwerk. Um das NAS4Free-System installieren zu können beziehungsweise das System von einem externen Datenträger (CD, USB-Stick) booten zu können, muss das Gerät dann allerdings das Booten von USB-Stick beherrschen.

Das Speicherminimum für Nas4Free liegt bei etwa 384 MB, 1 GB RAM ist völlig ausreichend. Um flexibel Speicherplatz über externe USB-Platten anbieten zu können, sollte das Altgerät mindestens zwei USB-2.0-Schnittstellen besitzen.

Installation von NAS4Free: Das Setup erfolgt auf der Konsole durch die Auswahl der angebotenen Kennziffer. Am besten installieren Sie auf einen USB-Stick

Hermann Apfelböck

Installation von NAS4Free: Das Setup erfolgt auf der Konsole durch die Auswahl der angebotenen Kennziffer. Am besten installieren Sie auf einen USB-Stick

Die Installation: Vom ISO-Image zum USB-Stick

Auf der oben bereits genannten Sourceforge-Adresse erhalten Sie das aktuelle Image NAS4Free-x64-LiveCD-9.2.0.1.943.iso. Wenn Sie die 32-Bit-Variante benötigen, finden Sie dort den Link Browse All Files, über den Sie auch diese Variante erreichen (NAS4Free-x86-LiveCD-9.2.0.1.943.iso). Wenn Sie sich nicht sicher sind, verwenden Sie die 32-Bit-Variante.

Für die nachfolgende Anleitung benötigen Sie einen (eventuell zweiten) Rechner mit CD/DVD-Brenner, einen CD-Rohling sowie einen USB-Stick mit einem GB Kapazität. Hintergrund für die Installation auf USB-Stick ist die Tatsache, dass NAS4Free die Systempartition komplett für sich reserviert. Eine Nutzung für Datenfreigaben ist nicht möglich. Daher ist es zwar nicht der einzig mögliche, aber der effizienteste und auch von den Entwicklern empfohlene Weg, das System auf einen kleinen USB-Stick zu installieren:

Die heruntergeladene ISO-Datei brennen Sie unter Linux etwa mit Brasero und der Option Abbild brennen. Unter Windows nutzen Sie am besten die Freeware Imgburn mit der Option Imagedatei auf Disc schreiben. Die Kapazität eines CD-Rohlings ist ausreichend.

Punkt 2 des Konsolenmenüs ist Pflicht: Das NAS-Gerät sollte in jedem Fall eine feste IP erhalten. Dann wissen Sie jederzeit, wie Sie in die Konfigurationsoberfläche kommen

Hermann Apfelböck

Punkt 2 des Konsolenmenüs ist Pflicht: Das NAS-Gerät sollte in jedem Fall eine feste IP erhalten. Dann wissen Sie jederzeit, wie Sie in die Konfigurationsoberfläche kommen

Booten Sie dann einen Rechner mit optischem Laufwerk über die neu gebrannte CD. Lassen Sie Nas4Free durchstarten bis zum Auswahlbildschirm mit neun Optionen. Wählen Sie mit der Eingabe »9« und Eingabetaste die letzte Option: Sie lautet InstallUpgrade NAS4Free. Nun stecken Sie einen USB-Stick an und wählen im Untermenü den ersten Punkt Install Embedded OS on CFUSB. Dann müssen Sie das richtige Laufwerk mit dem USB-Stick wählen. Typisch ist die Kennung devda0, wenn Sie keine weiteren USB-Laufwerke angeschlossen haben. Die Auswahl erfordert Sorgfalt, weil Nas4Free den betroffenen Datenträger immer komplett löscht und mit seinem System überschreibt.

Booten Sie nun das tatsächliche Zielgerät – Notebook oder Netbook – mit dem Nas4Free-USB-Stick. Lassen Sie Nas4Free durchstarten bis zum Auswahlbildschirm mit acht Optionen (die »Install«-Option entfällt jetzt). Wenn Sie mit der gelb angezeigten IP-Nummer bereits mit anderen Netzgeräten auf den Nas4Free-Server zugreifen können, ist die primäre Konsoleninstallation bereits abgeschlossen. Versuchen Sie daher den Zugriff mit Eingabe der angezeigten IP-Nummer im Adressfeld eines Browsers. Wenn sich dann der Login-Bildschirm von Nas4Free meldet, könnten Sie sich mit »admin« und dem Standardkennwort »nas4free« bereits einloggen.

Das Nas4Free-System hat sich per DHCP eine zufällige IP-Nummer abgeholt. Für einen Server ist es in jedem Fall sinnvoll, eine feste IP (ohne DHCP) einzurichten, die dann dauerhaft gilt. Dann wissen Sie jederzeit, wie Sie die Konfigurationsoberfläche erreichen, und können ein Browser-Lesezeichen ablegen. Auf dem NAS-Gerät sehen Sie als Punkt 2 des Konsolenmenüs die Option Configure Network IP Address. Tragen Sie hier eine IP aus Ihrem lokalen Adressraum ein, nehmen Sie als Subnetz-Maske 255.255.255.0 und als »default gateway« und »dns server« jeweils die IP-Adresse Ihres Routers. Starten Sie das System dann mit der Option 7 neu (Reboot Server).

Die weiteren Punkte des Konsolenmenüs müssen Sie wahrscheinlich weder bei der Einrichtung noch im Server-Betrieb jemals bemühen. Der gesamte Rest der Konfiguration verläuft im Browser auf einem anderen Rechner.

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