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Do, 11. September 2014, 15:00

Netbook als Access Point einsetzen

Netbooks versprachen Mobilität, wurden aber schnell von Tablets abgelöst. In vielen Haushalten liegen Netbooks inzwischen ungenutzt in der Schublade. Sie gehören aber genauso wenig zum Elektroschrott wie alte Notebooks: Beide machen als Access Point eine gute Figur.

Ubuntu-System als Hotspot

Stephan Lamprecht

Ubuntu-System als Hotspot

Rein funktional gesehen bündeln Hardware-Router, die im Fachhandel angeboten werden, eine ganze Reihe von Programmen und Anwendungen. Neben der Kernfunktion, nämlich der Weiterleitung von Datenpaketen von einem Netzwerk in ein anderes, sind zumindest ein DHCP-Server sowie eine Firewall enthalten. Alle Funktionen eines Routers können auch mit Programmpaketen unter Linux abgebildet werden. Um einen Computer als Router einzusetzen, muss dieser über zwei Netzwerkadapter verfügen. Bei den meisten Notebooks und Netbooks ist dies der Standard. Über den einen Netzwerkadapter wird die Verbindung mit dem Internet hergestellt; der zweite leitet die Datenpakete dann in das interne Netz weiter. Einfach ist das keineswegs – grundlegende Netzwerk-Kenntnisse sind, wie Sie sehen werden, unbedingt notwendig.

Wie Sie die Aufgabe konkret realisieren, erklärt die folgende Anleitung. Sie orientiert sich an Ubuntu, ist aber dem Prinzip nach auch auf andere Distributionen übertragbar.

Access Point in wenigen Schritten

Etwas versteckt bieten alle aktuellen Ubuntu-Versionen direkt eine Option, um einen Rechner in einen Access Point zu verwandeln. Sie können also eine Verbindung mit dem Internet mit anderen WLAN-Geräten teilen. Über eine so genannte Bridge ist es dann auch möglich, kabelgebundene Geräte wie Spielekonsolen oder Smart-TVs mit dem so aufgespannten Netzwerk zu verbinden. Rufen Sie dazu die Systemeinstellungen auf, und klicken Sie hier in die Rubrik »Netzwerk«. In der Kategorie »Drahtlos« klicken Sie auf die Schaltfläche »Als HotSpot verwenden«. Das System blendet Ihnen jetzt einen Hinweis ein, der Sie darüber aufklärt, dass eine eventuell bestehende WLAN-Verbindung damit unterbrochen wird. Akzeptieren Sie das mit Klick auf »Einschalten«.

Einschalten des Ad-hoc-Netzwerks

Stephan Lamprecht

Einschalten des Ad-hoc-Netzwerks

In einer Zusammenfassung lesen Sie nun den Namen des Netzwerks sowie den Sicherheitsschlüssel, der benötigt wird, um sich mit diesem Netz verbinden zu können. Sobald Sie den Dialog verlassen, ist das Ad-hoc-Netzwerk betriebsbereit. Allerdings besitzt es einen nicht unerheblichen Schönheitsfehler: Android-Geräte finden dieses Netzwerk nicht, da sie von Haus aus keine Ad-hoc-Netzwerke unterstützen. Um den Rechner in einen dauerhaften regulären Hotspot zu verwandeln, der dann auch von Android-Tablets und Smartphones gefunden wird, sind einige zusätzliche Arbeiten zu erledigen.

Tauglichkeit testen

Für die Einrichtung des Netbooks oder Notebooks als Hotspot wird eine spezielle Software benötigt, die allerdings nicht mit allen Chipsätzen kompatibel ist, wie sie in WLAN-Karten verbaut werden. Sie sparen sich eine Menge Arbeit und Ärger, wenn Sie zuerst prüfen, ob Ihr System die notwendigen Voraussetzungen erbringt. Dazu öffnen Sie ein Terminal und geben dort iw list ein. Antwortet Ubuntu gleich mit einer Reihe von Ausgaben, sind das bereits gute Nachrichten. Finden Sie im Abschnitt Supported interface modes die beiden Einträge »AP« und »AP/VLAN«, ist die Einrichtung als regulärer Hotspot möglich. Taucht dagegen ein lapidares »nl80211 not found« als einzige Ausgabe des Befehls auf, ist nur die Einrichtung als Ad-hoc-Netzwerk möglich.

Programmpakete installieren

Für die weiteren Schritte brauchen Sie zwei Software-Pakete. Sie können für deren Installation das Software-Center oder auch den Paketmanager Synaptic mit seiner grafischen Oberfläche verwenden. Am schnellsten geht die Installation aber immer noch mit dem Terminal:

sudo apt-get install hostapd
sudo apt-get install dnsmasq

Ist die Installation abgeschlossen, machen Sie sich an die eigentliche Arbeit der Einrichtung des Systems.

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