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Mi, 6. Oktober 1999, 00:00

gPhoto

Mit gPhoto ist es möglich, Bilder von einer Digitalkamera zu laden.

Einleitung

Im folgenden Text will ich über das Programm gphoto berichten. Mit diesem Programm ist es möglich, Bilder von einer Digitalkamera zu laden. Das Besondere daran ist, dass nicht nur ein oder zwei Kameramodelle unterstützt werden, sondern zur Zeit ca. 80 Modelle von ca. 16 Herstellern. Damit muss sich Linux im Bereich digitale Fotografie keineswegs hinter Windows oder dem Mac verstecken.

Startbildschirm von gPhoto

Stephan Tijink

Startbildschirm von gPhoto

Auswahldialog für die verschiedenen Kameramodelle

Stephan Tijink

Auswahldialog für die verschiedenen Kameramodelle

Das Programm

Das Programm ist zum großen Teil GUI-basiert. Das heißt, dass man seine Digitalkamera sehr komfortabel, und ohne komplizierte Kommandos einzutippen, ansteuern kann. Das GUI basiert auf der GTK+-Grafikbibliothek und ist somit unter allen Window-Managern einsetzbar, vorausgesetzt, GTK+ ist installiert. Für die ganz Hartgesottenen steht nach einmaliger Konfiguration im GUI-Modus auch noch eine Kommandozeilen-Version von gphoto zur Verfügung. Diese ist vor allem für die etwas Ressourcen-schwachen Systeme interessant. Mit gphoto ist es möglich, Kameras, je nach Modell, sowohl über die serielle Schnittstelle als auch über USB anzusteuern.

Die Funktionen

Die Funktion von gphoto variiert etwas je nach Leistungsfähigkeit der digitalen Kamera. Als Grundfunktion bietet gphoto die Möglichkeit, sich eine Übersicht der Bilder als Index oder als Thumbnails anzeigen zu lassen. Hat man einmal diese Übersicht geladen, ist es möglich, einzelne Bilder recht komfortabel auszuwählen. Diese ausgewählten Bilder können dann zur Nachbearbeitung in gphoto geladen werden. Außerdem ist es möglich, die ausgewählten Bilder direkt in Dateien speichern zu lassen. Dies ist eine sehr erfreuliche Funktion, die ich bisher bei allen Programmen aus der Windows-Welt vergeblich gesucht habe. Lädt man die Bilder in das Programm gphoto, so können diese dort weiter verarbeitet werden. Hier stehen einige nützliche Grundfunktionen bereit. Dies sind z.B. Spiegeln und Drehen des Bildes. Außerdem kann man Farbwerte wie Helligkeit und Kontrast einstellen. In einem kleinem Fenster kann man sich Informationen über die Digitalkamera anzeigen lassen.

Desweiteren ist es möglich, direkt aus gphoto heraus Bilder von der Kamera zu löschen. Je nach Kameramodell bietet das Programm weitere Features. Dazu gehören das Erstellen von Schnappschüssen gesteuert von gphoto, sowie die Funktion »Live Kamera«, die als Plugin bereitgestellt wird. Sehr interessant ist auch, das man aus den geladenen Bildern eine HTML-Galerie erstellen kann. Dies ist nicht nur mit Bildern aus einer Digitalkamera möglich, sondern auch mit Bildern, die bereits auf dem System vorhanden sind. Hier bietet gphoto die Möglichkeit, ganze Verzeichnisse mit Bildern auszuwählen. Für die HTML-Galerie gibt es verschiedene Themes. Somit kann das Aussehen der HTML-Bildergalerie variieren.

Thumbnail-Index der Kamera

Stephan Tijink

Thumbnail-Index der Kamera

Farbmanipulation

Stephan Tijink

Farbmanipulation

Kritikpunkte

Das Laden der Thumbnails von der Kamera dauerte mit meiner Kamera extrem lange (Canon Powershot A5). Dies muss aber an der verwendeten Kamera liegen. Mit einer zweiten Testkamera (Kodak DC210+ Zoom) ging dieser Vorgang sehr schnell. In einigen Fällen hat das Programm immer nur das Thumbnail anstatt des gesamten Bildes von der Kamera geladen. Dies kann allerdings auch vom Modell abhängig sein, da ich mit der zweiten Testkamera dort ebenfalls keine Probleme hatte.

Als normaler User hatte ich erst nach der Änderung einiger Attribute Zugriff auf die serielle Schnittstelle.

Quellen

Die Homepage des gphoto-Teams ist unter http://www.gphoto.org zu erreichen.

Das Programm steht auf der Seite zum Download bereit und ist mit unter einem Megabyte angenehm klein. Es stehen folgende Pakete zum Download bereit:

  • Quellcode im tar.gz-Format
  • RPM für Intel, Alpha und für PowerPC
  • DEB-Paket für Debian.

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