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Di, 25. August 2015, 14:00

24 Jahre jung: Das Beste von Linux kommt noch

Linux ist nun 24 Jahre alt. Was wir bisher von Linux gesehen haben, ist aber gewissermaßen erst der Anfang. Linux steht noch eine große Zukunft bevor.

Larry Ewing

Vor genau 24 Jahren veröffentlichte Linus Torvalds eine Nachricht im Usenet: er schreibe gerade ein (freies) Betriebssystem und bitte um Feedback sowie Anregungen für Features. Und er betonte dabei, das Projekt sei »nur ein Hobby«.

Heute, 2015, ist Linux ein entscheidender Treiber für Innovation in vielen der größten und erfolgreichsten Unternehmen wie Google, Amazon oder Facebook. Es ist laut IDC eines von nur zwei Betriebssystemen, die im Markt wachsen. Und während Windows um jährlich etwa 1,9 Prozent wächst, spielt Linux mit einem Wachstum von rund 13,4 Prozent in seiner eigenen Liga.

Wie kam es dazu, dass Linux von »nur einem Hobby« zum weltweit am schnellsten wachsenden Betriebssystem wurde? Und weit wichtiger: Was bringt die Zukunft?

Eigene Bedürfnisse

In den Anfangstagen von Linux dominierten in den meisten Unternehmen Windows- und UNIX-Systeme. Und die Unternehmen standen unter Druck. Als sie ihre Systeme implementiert hatten, waren diese genau auf die damaligen Bedürfnisse zugeschnitten. Bei Wachstum, notwendigen Anpassungen an die Marktlage oder besonderen Anforderungen wurden dieselben Systeme aber zu einem Hindernis, waren sie doch von Natur aus unflexibel.

Dazu kamen eine Bindung an Hersteller auf Gedeih und Verderb sowie die hohen Betriebskosten der klassischen UNIX- und Windows-Systeme.

Zu Beginn adressierte Linux in erster Linie die Bedürfnisse seiner Entwickler, vor allem die seines »Erfinders« Linus Torvalds, doch mit der Zeit kamen immer mehr dazu. Linux wurde zur Lösung für Unternehmen, die die Falle der Herstellerbindung überwinden und bisher unbekannte Flexibilität erreichen wollten.

Als Open Source-Lösung bietet Linux Unternehmen die Möglichkeit zu erfahren, was »unter der Motorhaube« vor sich geht. Auch vertreiben Linux-Distributoren kein klassisches Produkt, sondern sie bieten einen Service an – als wichtigste und einzige Priorität. Durch diese Kombination haben Unternehmen einen echten Einblick sowie Einfluss auf die Entwicklung und erlangen wieder mehr Kontrolle über ihre IT-Infrastruktur.

Und so wurde Linux zu einem populären Eckpfeiler moderner IT-Umgebungen. Aktuelle IDC-Untersuchungen über die weltweite Entwicklung der Betriebssysteme und Subsysteme bestätigen für 2015 - 2019, dass Linux weiter auf dem Vormarsch ist.

Linux setzt sich durch

Über die Jahre hat Linux seinen eigenen Weg gefunden. Dabei geht es schon lange nicht mehr allein um eine flexiblere und kostengünstigere Alternative zu UNIX. Eigenständig, auch in technologischer Hinsicht, hat Linux die Führung übernommen.

Nehmen wir Supercomputer als Beispiel. Die TOP500 Supercomputer-Liste vom Juli diesen Jahres führt unter den führenden Systemen Titan auf, Nummer eins in den USA und weltweit Nummer zwei, gefolgt von Europas Nummer eins und weltweit Nummer sechs, dem Schweizer Piz Daint, sowie der weltweiten Nummer sieben, Shaheen II aus Saudi Arabien. All diese Rechner laufen unter Linux.

Ein weiteres Beispiel ist Big Data – zwei Worte, die fast schon Synonym für Linux sind. Von Hadoop über MapReduce zu SAP HANA haben alle eines gemeinsam: sie laufen auf Linux. Darüber hinaus empfehlen und unterstützen Technologieführer wie Intel, SAP, Teradata und viele andere Linux als die grundlegende Plattform für ihre Big Data-Lösungen. Keine Frage, Linux ist Betriebssystem der Wahl für Big Data.

Was folgt?

Big Data wird immer umfangreicher. Das von uns produzierte Datenvolumen wird laut Prognosen bei 40 Zettabytes bis 2020 liegen (IDC). In diesem Umfeld benötigen Unternehmen neue Strategien, wo sie diese schnell wachsenden Datenmassen speichern können – flexibler und mit mehr Redundanz, zugleich zu bezahlbaren Kosten.

Und so erleben wir gerade einen Paradigmenwechsel im Bereich Storage und Networking. Wie Linux in der Vergangenheit andere Systeme im Servermarkt ersetzte, geschieht dies nun in den Bereichen, die wir unter dem Begriff »Software Defined Everything« zusammenfassen können. Unflexible und teure proprietäre Lösungen werden durch Software Defined Storage (SDS) und Software Defined Networking (SDN) ersetzt – Ansätze, die agiler, kosteneffektiver sowie innovativer sind, und im Endeffekt leistungsfähiger. Linux hat sich in der Welt der Betriebssysteme durchgesetzt, und junge Geschwister wie OpenStack oder Ceph entwickeln sich schnell zu weiteren Pfeilern einer Welt des Software Defined Everything.

Happy Birthday Linux!

Wer hätte 1991, als Linus Torvalds seine Nachricht veröffentlichte, gedacht, dass dies ein erster Schritt war, der unsere bisherige IT-Welt grundlegend verändern würde? Wenn Sie heute Ihr Android-Smartphone in die Hand nehmen, etwas googeln oder eine Nachricht auf Facebook posten, denken Sie daran: alle drei laufen auf Linux. Happy Birthday Linux zum 24. Geburtstag!

Autor

Dr. Gerald Pfeifer ist Senior Director Product Management und Operations bei SUSE.

Kommentare (Insgesamt: 32 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[5]: Linux (hungerrippeqgmail.com, So, 22. November 2015)
Linux wird 24 (Detlef Schneider, Sa, 31. Oktober 2015)
Re[3]: Kinders, wie die Zeit vergeht (ms123, Mi, 26. August 2015)
Re[6]: Linux (schmidicom, Mi, 26. August 2015)
Re[5]: Linux (glasen, Mi, 26. August 2015)
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