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Do, 1. Oktober 2015, 15:00

Firefox Hello: Der Videochat im Test

Mit dem Videotelefoniedienst »Hello« sind in Firefox Gespräche im Browser über den Webstandard Web RTC möglich. Unter Linux ist der integrierte Dienst besonders nützlich, weil keine zusätzliche Software nötig ist.

Die Mozilla Foundation will Firefox, der zuletzt deutliche Marktanteile an Chrome/Chromium abgegeben hat, wieder attraktiver machen: Der Dienst »Hello« erweitert die Fähigkeiten des Browsers um einen Video-Chat im Stil von Google Hangouts, Apple Facetime oder Microsoft Skype. Hello macht den Aufbau von Gesprächen zu anderen Firefox-Anwendern demonstrativ unkompliziert: Weder braucht der kostenlose, plattformübergreifende Dienst ein zusätzliches Plugin, noch ist ein Benutzerkonto bei Mozilla zwingend Voraussetzung. Die Kontaktaufnahme zu einem Gesprächspartner funktioniert einfach per Einladung an den gewünschten Gesprächspartner mit einer eindeutiger URL, die Firefox bei Bedarf generiert. Zur Annahme eines Gesprächs ist nur der Klick auf die URL nötig, die man beispielsweise per E-Mail oder Instant Messenger überträgt.

Hello in Firefox für Android

David Wolski

Hello in Firefox für Android

Der Browser lernt telefonieren

Sein Debüt gab Firefox Hello in der Version 34 des Browsers als frühe Beta, die vorerst noch standardmäßig deaktiviert war. Der Dienst befand sich auch in Firefox 37 noch in der Betaphase, funktioniert aber weitgehend reibungslos.

Ganz allein stemmt die Mozilla Foundation die Technik hinter Hello nicht: Der Dienst basiert auf dem noch recht jungen Webstandard WebRTC (Web Real-Time Communication), und die Einbindung in Firefox erfolgte in Zusammenarbeit mit dem spanischen Telekommunikationskonzern Telefónica, dem auch O2 gehört. Die Partnerschaft ist nicht neu: Telefónica brachte 2013 als erster Anbieter ein Mobiltelefon mit dem Mobilsystem Firefox-OS auf den Markt. Für Firefox Hello betreibt Telefónica die Vermittlungs-Server zum Kommunikationsaufbau.

WebRTC: So funktioniert das Protokoll

Das von Hello genutzte WebRTC geht auf eine Open-Source-Entwicklung von Google zurück. Google nutzt die Technik beispielsweise für seine Google Hangouts, reichte WebRTC aber zur Standardisierung durch die Internet Engineering Task Force ein. Der verabschiedete Standard definiert die verwendeten Protokolle und eine API für die Einbindung im Browser.

Im Gegensatz zu proprietären Diensten wie Skype, Apple Facetime oder Viber ist die Funktionsweise komplett offengelegt und nicht durch Patente belastet. Es handelt sich um ein Peer-to-Peer-Protokoll, das wie HTTPS mit SSL (TLS) verschlüsselt und bei korrekter Umsetzung eine abhörsichere Verbindung zwischen zwei Teilnehmern aufbaut.

Die Datenübertragung kann theoretisch ganz ohne zentralen Server erfolgen, in der Praxis übernimmt aber ein Vermittlungs-Server zwei Aufgaben für einen unkomplizierten Betrieb: Erstens stellt der Server die initiale Verbindung zwischen zwei Peers her, zweitens ermöglicht er als Relay die Kommunikation, wenn die Teilnehmer hinter einer Firewall oder einem Router mit NAT sitzen, was bei den meisten Anwendern der Fall ist. Als Relay bekommt der Server dabei aber nur die verschlüsselten Daten zu sehen, die nur an den beiden Endpunkten mit den privaten Session-Schlüsseln der Gesprächspartner dechiffriert werden.

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