Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Do, 26. November 2015, 15:00

OpenSuse 42.1 Leap

Neuerungen und Verbesserungen der Anwenderdistribution

Ein Jahr ist es her, dass die von der Gemeinschaft erstellte OpenSuse-Distribution eine Aktualisierung erfuhr. Nun liefern die Entwickler die Version 42.1 aus und versprechen, das Produkt - dem Versionssprung gemäß - stabilisiert, modernisiert und massiv verbessert zu haben. Nach Aussagen der Ersteller bietet die neue OpenSuse 42.1 alles, was zeitgemäße Linux-Benutzer benötigen. Pro-Linux schaute sich deshalb die Boxversion der Distribution eine Zeit lang an und testete sie in einer produktiven Umgebung.

Allgemein

opensuse.org

Knapp zwanzig Jahre nach der ersten Ausgabe von »Suse Linux« im März 1994 steht die klassische Suse-Distribution in einer Sackgasse. Seit geraumer Zeit bereitet den Entwicklern der Distribution der Umstand Sorgen, dass das Produkt in eine Position gerutscht sein könnte, die für zahlreiche Anwender nicht mehr zufriedenstellend ist. Versuche, diesen Umstand zu ändern gab es bereits, doch verliefen die meisten Ansätze entweder im Sand oder sie brachten keine zufriedenstellenden Resultate. Im Jahr 2014 hatte das Team die beiden Entwicklerprojekte »Tumbleweed« und »Factory« zusammengelegt und ein Rolling-Release angekündigt. Das führte allerdings weniger zu neuen Anwendern, sondern eher dazu, dass viele Gemeinschaftsmitglieder und Entwickler sich dem Rolling-Release »Tumbleweed« zuwandten. Die stabile Ausgabe verwaiste weiter.

Die Veröffentlichung von OpenSuse 13.2, das eigentlich für Sommer 2014 geplant war und verschoben werden musste, markierte schließlich eine imaginäre Wende. Vor allem die Bekanntgabe, wonach die Mitarbeiter von Suse sich künftig anderen Aufgaben widmen sollten, stieß auf Skepsis in der Gemeinschaft und bekräftigte die Meinung, wonach von OpenSuse nicht mehr mit Innovationen zu rechnen sei. Das Team sah sich deshalb zu einer Klarstellung gezwungen und erklärte, dass Suse sich keinesfalls aus der Entwicklung von OpenSuse verabschieden, sondern nur die Ressourcen besser verteilen wolle.

Im April hatte Suse schließlich erklärt, die Entwicklung von OpenSuse direkt zu unterstützen und einen Großteil der Quellen für Suse Linux Enterprise (SLE) auch in den OpenSuse-Build-Service (OSB) einzuspeisen. Die Idee dahinter - Suse kümmert sich um die Basis, wohingegen die freie Gemeinschaft den Desktop und die darauf aufbauenden Anwendungen im Rahmen von »Tumbleweed« pflegt. Jetzt steht das Resultat in Form von »OpenSuse 42.1 Leap« allen Interessenten zum Bezug bereit.

Lieferumfang

Nun ist sie da, die neue OpenSuse und bietet wie immer eine Fülle von Applikationen. Bereits beim Herunterladen fällt auf, das OpenSuse in puncto Vielfältigkeit in der neuen Version zurückstecken musste. So gibt es in der Downloadoption weder eine 32-Bit noch eine Live-Variante des Produktes. Das Fehlen der beiden Versionen ist dem neuen Unterbau geschuldet, von dem es solche Varianten ebenso nicht gibt. Da die Download-Zahlen der Live- und x86-32-Medien ohnehin rückläufig gewesen sein sollen, fiel dem Projekt die Wahl wohl auch nicht wirklich schwer. Auch der Wunsch, die so frei geworden Ressourcen in die Qualitätskontrolle zu stecken, kann nur begrüßt werden. Ärgerlich ist es trotz allem für all jene, die das Produkt nicht kennen und es beispielsweise ausprobieren oder auf älterer Hardware installieren wollten.

Der Kernel weist nun die Versionsnummer 4.1.12 auf. Das entspricht weitgehend dem derzeit aktuellsten von Greg Kroah-Hartman betreuten Zweig mit Langzeit-Support. Insgesamt bringt der Linux-Kern 4.1 über 11.660 Änderungen und ist um über 200.000 Zeilen Code gewachsen. Das Dateisystem Ext4 bietet jetzt eine transparente Verschlüsselung. Aufgenommen wurde auch das neue virtuelle Dateisystem tracefs, das dazu dient, Tracing zu steuern und die Daten auszulesen. Ein neuer Treiber ermöglicht die effektive Nutzung von großen nichtflüchtigen Speichern als Blockgeräte. Der zram-Treiber dagegen erhielt die Möglichkeit, Datenblöcke zu komprimieren.

OpenSuse 42.1 Leap Installationsbildschirm

Mirko Lindner

OpenSuse 42.1 Leap Installationsbildschirm

... und der von SLES SP1

Mirko Lindner

... und der von SLES SP1

Die Basis der Distribution bildet im Gegensatz zu vorherigen Versionen nicht mehr OpenSuse Tumbleweed, sondern Suse Linux Enterprise. Abgesehen von dem Kernel – OpenSuse nutzt die Version 4.1.10 und SLE in der neuesten Testversion den Kernel 3.12.49 – sind die Unterschiede zwischen der Basis beider Distributionen marginal. Vergleicht man die aktuelle RC-Version von SLE mit dem von OpenSuse, so finden sich in der Basisauswahl kaum Unterschiede. Die Komponenten von OpenSuse 42.1 sind glibc in der Version 2.19, GCC 4.8.5 und X.org 7.6.

Aufgrund der veränderten Basis erfolgte auch eine Anpassung der Versionsnummer und der Supportdauer. So richtet sich die Veröffentlichung neuer Versionen am Releasezyklus von SLE aus, so dass eine neue Hauptversion von OpenSuse für mindestens 36 Monate unterstützt werden soll. Jährliche Aktualisierungen der SLE-Basis führen zur Anhebung der Unterversion von OpenSuse, die wiederum für jeweils 18 Monate gültig sein wird. So wird aller Voraussicht nach die kommende Version der Distribution (OpenSuse 42.2) in einem Jahr erscheinen und über dieselbe Basis verfügen, wie die momentan aktuelle Version. Den Unterschied werden dann Anwendungen, Desktops oder Server ausmachen - so der grobe Plan.

Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung