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Do, 10. Dezember 2015, 15:00

I2P unter Ubuntu auf dem Raspberry Pi 2 installieren

Das »Invisible Internet Project« (I2P) ist ein Overlay-Netz, welches einen hohen Grad an Anonymisierung bietet. Aufgrund seines geringen Stromverbrauchs eignet sich ein Raspberry Pi hervorragend dazu, einen I2P-Router in Betrieb zu nehmen und damit das Netzwerk zu unterstützen. Der Artikel erklärt, wie man I2P unter Ubuntu auf dem Raspberry Pi installieren kann.

Grundlegendes

Der folgende Artikel versteht sich nicht als Einführung zum Thema I2P und setzt einige Begriffe voraus, die bereits in dem Artikel »I2P – Ein anynomes P2P-Netzwerk« beschrieben wurden. Vielmehr soll aufgezeigt werden, wie man auf dem Raspberry Pi mit seiner Besonderheit einer ARMv7-Architektur ein Ubuntu als Grundsystem einrichtet und darauf einen I2P-Router installieren kann.

Nach erfolgreicher Umsetzung ist es möglich, den Router rund um die Uhr in Betrieb zu nehmen, ohne bei der nächsten Stromabrechnung negative Überraschungen zu erleben. Der 24/7-Betrieb ist natürlich nicht obligatorisch, bietet jedoch wegen der Funktionsweise des I2P-Netzwerkes einige Vorteile:

  1. Das I2P-Netzwerk ist im Gegensatz zum TOR-Netzwerk vollkommen dezentralisiert. Nach jedem Start des eigenen I2P-Routers baut sich dieser über die Zeit seine eigene »Datenbank« mit Informationen zu anderen Routern im Netzwerk auf. Eine längere Laufzeit führt zu einer besseren Integration des eigenen Routers ins Netzwerk.
  2. Der eigene Router wird von anderen Teilnehmern abhängig von seiner Laufzeit für die Datenweitergabe über fremde Tunnel unterschiedlich priorisiert bzw. favorisiert.
  3. Der Dauerbetrieb eines Routers erhöht die Stabilität und Leistungsfähigkeit des Netzwerkes.

Kurzum: Je länger der Router läuft, desto besser ist er für die eigenen Belange ins Netzwerk integriert und desto hilfreicher ist es für das Projekt.

Betriebssystemauswahl

Derzeit gibt es mit Ubuntu-Mate 15.04 und Ubuntu 14.04 LTS (Desktopumgebung wahlweise Xfce, LXDE oder KDE) zwei gut funktionierende Ubuntu-Varianten für den Raspberry Pi, deren Installation im Folgenden beschrieben wird. Man muss sich somit zunächst für eine der beiden Varianten entscheiden. Für die spätere Installation des I2P-Routers hat das zugrunde liegende System jedoch keinen Einfluss, da der Installationsprozess in beiden Fällen identisch ist. Auch in puncto Performance sind die beiden vorgestellten Ubuntu-Varianten durchaus vergleichbar, solange man von der Installation von KDE unter Ubuntu 14.04 LTS absieht und sich für eine der leichtgewichtigen Desktopumgebungen LXDE oder Xfce entscheidet. Für die meisten Nutzer sollte die zur Verfügung stehende Desktopumgebung den entscheidenden Faktor bei der Auswahl ausmachen. Es sei noch erwähnt, dass die Installation von Ubuntu-Mate 15.04 dem eher wenig erfahrenen Nutzern einfacher fallen dürfte, da der Installationsprozess hier komplett in einer grafischen Oberfläche geführt ist. Entscheidet man sich für Ubuntu 14.04 LTS, müssen die grafische Oberfläche und einige Treiber von Hand nachinstalliert werden.

Voraussetzungen

Für die Installation wird benötigt:

  • Ein Raspberry Pi 2 Model B (die Vorgängermodelle der Raspberry Pi 1-Serie werden aufgrund der fehlenden ARM-v7 Architektur nicht unterstützt!)
  • Eine ausreichend große und schnelle microSD-Karte (empfohlen: Class 10 mit min. 6 GB bei Nutzung mit Desktop-Oberfläche und 2 GB Swap-Datei)
  • Stromversorgung für den Pi
  • HDMI-Kabel zum Anschluss des Monitors
  • Eingabegeräte
  • Ethernet-Kabel oder kompatibler WLAN-Stick

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