Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Do, 31. März 2016, 15:00

Die verheißungsvolle Jagd nach 4K/UHD/2160p

Neue Fortschritte bei der Entwicklung des Linux-Kernels ab 4.5.0 machen es möglich: den Genuss einer vollen 4K/UHD/2160p Auflösung mit 3840x2160 Bildpunkten und mehr - und das sogar auf älterer Hardware.

Radeon XFX R5 230

Elmar Stellnberger

Radeon XFX R5 230

Viele Grafikkarten, die nie als 4K/UHD-tauglich beworben worden sind, lassen sich dennoch unter einer solchen Auflösung betreiben, indem man die Parameter richtig einstellt und das TMDS (Transition Minimized Differential Signaling) übertaktet. Auch bei bekannterweise UHD-tauglichen Karten kann es notwendig sein, mit einem Kernel-Parameter den richtigen TMDS-Takt einzustellen.

Auch für alte Core 2 Duo und Core 2 Quad Systeme kann ein Aufrüsten mit einer gar nicht mehr teuren UHD-Karte noch sinnvoll sein. Ein solches System ist vollkommen ausreichend für den normalen Bürobetrieb oder das Anschauen von Fotos bei solchen Auflösungen. Sogar ein kleines Intel Atom Mini-Notebook, das inzwischen mehr als fünf Jahre alt ist, bringt über seinen VGA-Port noch eine Auflösung von 2560x1440 zustande; ganz ohne Übertakten oder spezielle Tricks, die einen neueren Kernel erfordern würden; vorausgesetzt man konfiguriert es richtig.

Wenn Sie diesen Artikel lesen, werden Sie schon bald höhere Grafikmodi unter Linux genießen können, und Sie werden sich nie wieder das alte 1080p, auch »Full HD« genannt zurück wünschen. Unserer Meinung nach sind höhere Grafikmodi einfach eine Wohltat - nicht nur wegen der so schön abgerundeten Form von Buchstaben und der gestochen scharfen Wiedergabe von Fotos. Sie werden sofort merken, dass viel mehr auf ihren Monitor passt-etwas, das Sie nicht unterschätzen sollten, speziell als Programmierer, wenn Sie mit größeren Textmengen arbeiten oder wenn Sie sich auch nur einen ordentlichen Überblick über Ihren Email-Posteingang verschaffen wollen.

Beschaffen Sie sich die richtige Hardware

Das erste, was Sie brauchen werden, ist ein 4K/UHD-fähiger Bildschirm wie beispielsweise der AOC u2868pqu. Während sein Nachfolger, der u3277pqu, mit 3840x2160 Bildpunkten bereits 60 Hz schafft, muss man sich beim u2868pqu über den HDMI-Eingang noch mit 30 Hz begnügen, außer man würde stattdessen den DisplayPort oder dort einen HDMI 2.0-DisplayPort-Adapter verwenden. Da wir aber nun gerade zeigen wollen, dass unter Linux auch ältere Hardware noch gut mit UHD funktioniert, gleichzeitig aber nur die neuesten Karten HDMI 2.0 offiziell unterstützen, werden wir uns in diesem Artikel mit 30 Hz begnügen.

Das wäre bei Verwendung von sogenannten »interlaced« Modi auch völlig ausreichend, ermöglichen diese doch bei gleicher TMDS–Pixelclock ein Betreiben der HDMI Schnittstelle mit denselben Modi wie bei 30 Hz dann bei effektiven 60 Hz, wobei erst die ungeraden, dann die geraden und schließlich wieder reihum die ungeraden Zeilen aufgefrischt werden. Leider hat es bei unseren letzten Tests mit dem Nouveau–Treiber auf einiger Hardware beim Interlacing noch Probleme mit dem Mauszeiger gegeben.

Der eigentliche Grund, warum statt 30 Hz ganze 60 Hz empfehlenswert sind, obwohl für kontinuierliche Bewegtbilder eigentlich 25 Bilder pro Sekunde ausreichend sind, ist, dass die Rate, mit der die Software Bilder produziert, nicht synchron mit jener der Hardware sein muss. Das kann sich vor allem in einer weniger geschmeidigen Bewegung des Mauszeigers niederschlagen, scheint aber beim Abspielen von Videos gar nicht so ins Gewicht zu fallen, wie man das erwarten würde.

Bevor wir mögliche Grafikkarten zur Aufrüstung oder kompatible Core 2-Komplettsysteme vorschlagen, noch ein Wort zu den verwendeten Kabeln: Sowohl bei VGA- als auch vor allem bei HDMI-Kabeln ist die Verwendung eines guten Kabels zur Übertragung essentiell für den Erfolg bei der Wiedergabe höherer Auflösungen. Bei HDMI sollten Sie sicherstellen, dass Sie zumindest ein HDMI 1.3 oder 1.4-Kabel besitzen, obwohl wir hier für all unsere Tests zur Sicherheit ausschließlich HDMI 2.0-Kabel verwendet haben.

Für ältere Desktop-Computer ist uns die Radeon R5 230 Karte eine Empfehlung wert. Mit dem richtigen Kernel-Patch schafft die Karte bei einfacher Bauhöhe, passiver Kühlung und SFF (Small Form Factor)/Half Height-Kompatibilität ganze 3840x2160@30 noch ohne Interlacing. Die einfache Bauhöhe ist vor allem dann wichtig, wenn man etwa, wie bei älteren Core 2-Systemen angezeigt, den darüberliegenden PCIe-Steckplatz etwa für eine USB 3.0-Karte nützen will. Hier hat sich beispielsweise die Silverstone SST-EC04-P, die auch über einen internen Konnektor für CF/SDHC-Kartenlesegeräte verfügt, als einwandfrei kompatibel erwiesen.

Weitere passiv gekühlte UHD–Karten, die allerdings bei uns auf mehreren älteren Core 2-Systemen von Fujitsu unabdingbare Hardware/BIOS-bedingte Suspend-Probleme (s2ram & s2disk) verursacht haben, die folglich auch nicht auf das Betriebssystem zurückzuführen waren, wären u.a. die Radeon R7 240 Core 2GB DDR3 PCIe, die Nvidia GeForce GT 720 GDDR5 oder die GeForce 730. Alle diese Karten sind ebenfalls passiv gekühlt, versperren allerdings auch teilweise oder ganz den darüberliegenden PCIe-Slot, da sie einen ausladenderen Kühlkörper haben. Die Karte mit dem GDDR5-RAM hat im Test zusätzlich undokumentierte Überhitzungsprobleme gezeigt.

Schließlich haben wir auch einige Core 2-Notebooks unter Verwendung eines externen UHD-Monitors erfolgreich auf ihre UHD-Tauglichkeit getestet. Das Fujitsu Siemens Xi 3650 bietet beispielsweise nicht nur Flashrom-Support, eSATAp, einen ExpressCard–Schacht für USB 3.0-Karten und einen integrierten unter Linux bestens funktionsfähigen SDHC-Kartenleser, sondern auch eine GeForce 9600M GT, deren TMDS–Signal sich problemlos auf 225 MHz übertakten lässt und damit einen Modus mit 24 Hz für 3840 x 2160 ermöglicht. In dieser Konfiguration macht sich eine Stärke des u2868pqu-Monitors bemerkbar, der eben nicht nur Standardmodi wie 3840x2160@30 wiedergeben kann, sondern auch Modi mit geringerer Bildwiederholrate oder höhere VGA-Modi als Full HD, wie wir im nächsten Abschnitt sehen werden. Auch über den DVI–Port schafft der Monitor dieselben Frequenzen wie über den HDMI-Port, vorausgesetzt man verwendet ein gutes Kabel.

Wer ein Business-Notebook wie das Fujitsu Siemens Celsius H265/H270 mit Nvidia Geforce G96GLM [Quadro FX 770M] bevorzugt, hat neben Special-Features wie 3G/UMTS und vielen BIOS-Einstellungen wie ein Abschalten des TPM (Trusted Platform Module) von Haus aus eine hardwaremäßig garantierte Ausstattung für 3840x2160@30. Leider konnten wir im Moment mit Kernel 4.5.0 auch hier keine höhere Bildwiederholrate als 24 Hz erreichen, obwohl sich das in Zukunft aufgrund der regen Entwicklungstätigkeit des Nouveau-Treibers sehr rasch ändern dürfte. Wer garantierte 30 oder 60 Hz braucht, sollte deshalb in diesem Fall auf eine neuere Nvidia-Karte zurückgreifen.

Ein Vorteil bei der Verwendung von Nvidia–Karten ist auf jeden Fall, dass alle entsprechenden Änderungen bereits jetzt von vornherein im Mainline-Kernel vorhanden sind, ohne dass man hierzu ein Patch einspielen und den Kernel selbst übersetzen müsste.

Kommentare (Insgesamt: 13 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: Danke! (rttertewrt, Fr, 1. April 2016)
Re: 4K/UHD (Cashpotenz, Fr, 1. April 2016)
Danke! (Linux-User, Fr, 1. April 2016)
Sofware (4 Karl, Do, 31. März 2016)
Sofware (4 Karl, Do, 31. März 2016)
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung