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Do, 28. April 2016, 15:00

Ubuntu und Kubuntu 16.04 LTS

Dieser Artikel beleuchtet die Neuerungen von Ubuntu 16.04 LTS »Xenial Xerus« vor allem in den beiden wichtigsten Desktop-Ausgaben, Unity und KDE.

Ubuntu 16.04 LTS

Hans-Joachim Baader

Ubuntu 16.04 LTS

Vorwort

Ubuntu 16.04 LTS »Xenial Xerus« wurde, wie immer genau im Zeitplan, am 21. April veröffentlicht. Ubuntu, Ubuntu Kylin, Ubuntu Cloud, Ubuntu Core sowie die Server-Variante erhalten als LTS-Versionen wieder fünf Jahre Unterstützung, die anderen Varianten drei Jahre. Damit tritt »Xenial Xerus« die Nachfolge des jetzt zwei Jahre alten Trusty Tahr an. Ein Update bestehender Trusty-Installationen soll aber erst nach dem ersten Wartungs-Update 16.04.1 angeboten werden. Von Hand kann man dieses Update natürlich bereits jetzt vornehmen.

Im Verlauf der Entwicklung von »Xenial Xerus« wurde eine Entscheidung von Canonical verlautbart, die innerhalb der Gemeinschaft kontrovers aufgenommen wurde: Die Bereitstellung von Binärdateien des ZFS-Kernelmoduls. Für die Anwender stellt diese Maßnahme eine Erleichterung dar, da sie das Modul nicht selbst compilieren müssen. Das altbekannte Problem mit ZFS ist jedoch, dass der Code unter der CDDL steht, Linux hingegen unter der GPL. Obwohl beide Lizenzen geistesverwandt sind, sind ihre Bestimmungen nicht miteinander vereinbar. Das ist zumindest die Auffassung der FSF und Richard Stallman sowie weiterer Experten der GPL-Lizenzierung, des SFLC und der SFC. Dem entgegen steht eine Rechtsauskunft, die Canonical zu der Sache eingeholt hat.

Eine Klärung der Sache würde wohl erst ein Gerichtsurteil bringen - wobei die Richter in unterschiedlichen Instanzen durchaus unterschiedlich entscheiden könnten. Ob es jemals dazu kommt, ist allerdings noch offen. Zwar scheint durch die Binärmodule niemandem ein Schaden zu entstehen, doch bei der FSF dürfte es durchaus Überlegungen geben, dass man es nicht hinnehmen kann, wenn Canonical einen Präzendenzfall einer Lizenzverletzung schaffen würde, der nicht verfolgt wird. Nicht zuletzt steht im Hintergrund auch noch Oracle als Inhaber der Rechte an ZFS, und niemand weiß, wie Oracle zu der Sache steht. Auch aus diesem Grund würden es FSF, SFLC und SFC vorziehen, wenn keine Klage notwendig wäre. Sie appellieren schon länger an Oracle, den ZFS-Code einfach unter der GPL zu lizenzieren. Bis das geschieht, ist der Fall ZFS nicht ausgestanden und könnte für Canonical durchaus noch Konsequenzen haben.

Beginn der Installation

Hans-Joachim Baader

Beginn der Installation

Wie sich nun herausstellt, ist ZFS in Ubuntu 16.04 LTS tatsächlich als Binärmodul vorhanden. Die zugehörigen Werkzeuge sind jedoch nicht vorinstalliert, sondern müssen aus dem Archiv bezogen werden. Auch wird ZFS bei der Installation nicht als Option angeboten. Eine Nutzung von ZFS für die Rootpartition ist somit in Ubuntu 16.04 LTS (noch) nicht vorgesehen.

Installation

Die Installation von Ubuntu ist wie immer kein Problem, denn sie geht schneller und einfacher vonstatten als bei den meisten anderen Distributionen. Für Testzwecke ist extrem schnell ein lauffähiges System installiert, weil man hier größtenteils die Standardeinstellungen verwenden kann. Für ein dauerhaft eingesetztes System lohnt es sich allerdings, mehr Aufwand zu betreiben und von den erweiterten Optionen Gebrauch zu machen, die weitgehend alle nur denkbaren Bedürfnisse abdecken.

Die einfachste Installation bietet ein Live-System, das als ISO-Image zum Download bereitsteht. Dieses »Desktop-Image« ist rund 1,5 GB groß und kann auf DVD oder einem USB-Medium verwendet werden. Gegenüber der Vorversion ist es um satte 0,4 GB angewachsen. Das ISO der Kubuntu-Variante ist um 0,2 GB gewachsen und mit etwas über 1,5 GB geringfügig größer als Ubuntu.

Kein ZFS während der Installation

Hans-Joachim Baader

Kein ZFS während der Installation

Gegenüber der Vorversion hat sich an der Installation nichts Merkliches geändert. Das Installationsprogramm Ubiquity bietet ähnlich wie der Debian-Installer oder Anaconda von Fedora alle Möglichkeiten an, die Festplatten zu partitionieren und das System darauf zu installieren. Die gesamte Festplatte oder einzelne Partitionen können verschlüsselt werden, und LVM wird unterstützt, wenn man die automatische Partitionierung auswählt. Merkwürdigerweise fehlt LVM, wenn man manuell partitionieren will. Auch ZFS wird zum Installationszeitpunkt noch nicht unterstützt. Das gilt auch, wenn man die Installation im Expertenmodus startet, was nur über eine Option des Bootloaders möglich ist. Unklar ist dabei aber, ob der Expertenmodus überhaupt noch eine Auswirkung hat.

Nachdem die Partitionierung definiert ist, beginnt im Hintergrund bereits die Installation, die in weniger als einer halben Stunde abgeschlossen ist. Währenddessen wird man nach weiteren Parametern gefragt. Mit Zeitzone, Tastaturbelegung, Name und Passwort ist dieser Part auch schon abgeschlossen, weitere Angaben werden nicht benötigt.

Für die Installation der Desktop-Version erwiesen sich im Test 1 GB RAM nicht mehr als ausreichend. Zumindest bei Kubuntu kam es zu einem Abbruch der Installation wegen Speichermangel. Der Grund ist sicher der exorbitante Speicherbedarf von Umgebungen wie Gnome, KDE und Unity, der deshalb zuschlägt, weil die Installation von einem Live-System aus durchgeführt wird. Es sind also 1,5 oder 2 GB Speicher nötig, um das System zu installieren. Auch für den späteren Betrieb empfiehlt sich diese Menge oder noch mehr, um flüssig arbeiten zu können. Eine große Einschränkung ist das nicht, da kaum ein x86-Rechner in den letzten zehn Jahren mit weniger RAM gebaut worden sein dürfte. Mit alternativen Installationsmethoden genügt auch weniger RAM immer noch.

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