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Do, 16. Juni 2016, 15:00

Interview mit Ulrich Berens von LUKi e. V.

-> Wie groß ist das Interesse in der Kirchen-Gemeinschaft an Linux und den Themen rund um Freie Software? Oder bekommen die normalen Gläubigen davon gar nicht wirklich etwas mit?

<- Letztendlich ist das ja immer eine Frage davon, ob sich jemand für das Thema überhaupt interessiert. Im letzten Jahrzehnt sehe ich aber schon einen Wandel: Als wir anfingen, auf Linux hinzuweisen, wussten die meisten noch nicht einmal, was genau »dieses Linux« eigentlich ist. Mittlerweile zeigt die Resonanz z.B. auf den Kirchentagen, dass die Zahl der Linux-Nutzer und -Fans auch in den Kirchen in jeder Altersgruppe deutlich gestiegen ist.

-> Auf Ihrer Seite wird das Soziale Netzwerk »churchy« erwähnt. Was ist das?

<- churchy ist unser eigenes soziales Netzwerk. Es basiert auf der freien Software Friendica, die es erlaubt, dezentrale soziale Netzwerke auf eigenen Servern zu betreiben. Genau das tun wir mit churchy. Von hier aus können sich unsere Nutzer mit anderen sozialen Netzwerken verbinden, ohne die Hoheit über die eigenen Daten auf- und an eine Firma mit kommerziellem Interesse abzugeben.

-> Wieso nutzen Sie ein eigenes Netzwerk und nicht die bestehenden Dienste wie Facebook, Twitter oder Google+? Und warum nicht ein Forum, Mailingliste oder ähnliches?

<- Wir haben intern lange diskutiert, wie unser Engagement in den sozialen Netzwerken aussehen kann und soll. Wir nutzen als Verein ein Twitter-Konto, wir sind auf GNUSocial und identi.ca vertreten. Facebook und Google+ waren bei uns aber ganz schnell aus dem Rennen. Wie die dahinter stehenden Konzerne die Privatsphäre ihrer Nutzer torpedieren, ist für uns nicht akzeptabel.

Wir haben uns dann alternative Konzepte im Bereich Freier Software angesehen. Friendica gefällt uns gut. Vor allem die Transparenz und die dezentrale Struktur, also die Möglichkeiten, sich über die eigene Friendica-Installation hinaus mit anderen Leuten auf anderen Friendica-Servern oder Leuten, die auf Diaspora unterwegs sind, zu verbinden, sagten uns sehr zu. Unser churchy-Netzwerk ist noch im Aufbau, funktioniert aber schon recht gut. Mailinglisten kommen ja langsam aus der Mode – wir erproben in churchy eine zukunftsfähige attraktive Alternative mit Mehrwert.

-> Vielen Dank für das interessante Interview, Herr Berens.

Autoreninformation

Dominik Wagenführ (Webseite) ist Chefredakteur von freiesMagazin und führte das Interview, auch ohne Anhänger einer bestimmten Religionsgemeinschaft zu sein.

Dieser Artikel ist in freiesMagazin 05/2016 (ISSN 1867-7991) erschienen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung.

  • Das Werk darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes müssen unter den gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Der Name des Autors/Rechteinhabers muss in der von ihm festgelegten Weise genannt werden.

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Kommentare (Insgesamt: 12 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[3]: Selig oder heilig? (jana, Sa, 25. Juni 2016)
Linux hat es da schwer,... (Anonymous, Mo, 20. Juni 2016)
Freut mich ... (friepro, Fr, 17. Juni 2016)
Re: interessant (De Benny, Fr, 17. Juni 2016)
Re[2]: Mehr ... (Kritiker, Fr, 17. Juni 2016)
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