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Do, 15. Dezember 2016, 15:00

Automatisierung mit Jenkins 2.0

Jenkins ist eine vielgenutzte Software, welche im Zusammenhang mit kontinuierlicher Integration von Software zur Automatisierung eingesetzt wird. Jenkins wurde im Frühjahr 2016 in der Version 2.0 freigegeben, wodurch sich der Fokus vom reinen CI-Server zum generellen Automation Server änderte.

Im Artikel »Kontinuierliche Integration mit Jenkins« wurde Jenkins bereits im Bezug zur kontinuierliche Integration behandelt. Der Fokus in diesem Artikel liegt weniger auf dem Thema Kontinuierliche Integration, sondern mehr auf den Neuerungen, die in Version 2.0 Einzug hielten.

Jenkins-CI 1.x

Bevor es an die Neuerungen von Jenkins 2.0 geht, erfolgt zuvor noch eine Einführung in die wesentlichen Elemente und Funktionen, die sowohl in Jenkins-CI 1.x als auch in Jenkins 2.0 verfügbar sind. Jenkins ist ein Tool, womit sich vieles automatisieren lässt. Es wird am häufigsten im Rahmen der kontinuierlichen Integration genutzt, um regelmäßig das jeweilige Software-Projekt zu bauen, zu testen und ein Release-Paket zu schnüren.

Einfach ausgedrückt ist Jenkins eine Oberfläche, womit sich regelmäßige Aktionen verwalten und ausführen lassen. Man könnte fast sagen, dass es eine aufgeblähte Cron-Oberfläche ist, aber das stimmt natürlich so nicht ganz.

In Jenkins lassen sich sogenannte Jobs definieren, deren Hauptbestandteil häufig Shell-Skripte sind. Ein solcher Jenkins-Job teilt sich in sechs Teile auf. Der erste Teil sind die allgemeinen Einstellungen des Jobs, in denen etwa der Name und eine Beschreibung des Jobs spezifiziert werden kann. Der zweite Teil ist das Source-Code-Management. Dort wird angegeben, an welchem Ort der Code des Projektes liegt. Jenkins unterstützt nativ und durch den Einsatz diverser Plug-ins zahlreiche Versionskontrollsysteme wie CVS, Subversion und auch Git. Es lassen sich sowohl die Quelle angeben als auch mögliche Branches, die ausgecheckt werden sollen.

Nachdem man diese beiden Einstellungen getätigt hat, folgt die eigentliche Konfiguration des Builds. Wie zuvor erwähnt, kann man Jenkins auch ein wenig mit Cron vergleichen, da regelmäßig Jobs ausgeführt werden können. Wie und wann die Jobs ausgeführt werden, kann im Build-Auslöser-Schritt definiert werden. Eine einfache Möglichkeit ist die Ausführung zu bestimmten Uhrzeiten, diese verwendet sogar die Cron-Syntax. Damit lassen sich etwa Nightly-Builds umsetzen, bei denen die Jenkins-Jobs einmal in der Nacht ausgeführt werden. Alternativ ist es ebenfalls möglich, bei jedem neuen Commit das Projekt zu bauen oder im Nachgang eines Vorgänger-Jenkins-Jobs.

Der eigentliche Ablauf wird im Buildverfahren abgebildet. Dies sind häufig Shell-Skripte unter Linux- und BSD-Systemen und Batch unter Windows. Durch den Einsatz von Plug-ins lassen sich einige Build-Schritte im Build-Verfahren auch ohne Skripte lösen; das kommt dann jeweils auf die Projekt-Art und Programmiersprache an. Statt Skripte sind dort dann Formularfelder enthalten, die man ausfüllen muss. Im Build-Verfahren wird bei einem Software-Projekt häufig das Projekt zuerst gebaut und anschließend die geschriebenen Tests ausgeführt. Sofern bei beiden Schritten kein fataler Fehler auftritt, sollten die Test-Ergebnisse als XML-Dateien herausgeschrieben werden, die in den Post-Build-Aktionen von Jenkins ausgewertet werden. Das ist somit auch der letzte Schritt, bei dem nicht nur die Test-Auswertung stattfinden kann, sondern die Ergebnisse auch per Jabber, E-Mail oder sonstigem Kommunikationsmittel versandt werden können.

Im definierten und ausgeführten Job kann man nach der Ausführung des Jobs den Status sehen. Falls das Projekt erfolgreich gebaut und die Tests fehlerfrei ausgeführt wurden, ist der Status des Jobs »Erfolgreich«, was mit einer blauen Kugel dargestellt wird. Auch gelbe bei instabilen Jobs mit einigen fehlgeschlagenen Tests oder rote Kugeln bei fehlgeschlagenen Jobs sind möglich. Der Job zeigt mehr oder weniger übersichtlich an, welche Tests fehlschlagen sind, seit wann diese Tests fehlschlagen und auch einen übersichtlichen Graphen mit der Anzahl und Ergebnisse der Tests.

Jenkins lässt sich vielfältig einsetzen und das nicht nur zur Ausführung von Builds und Tests von Projekten. Die größte Stärke liegt in den zahlreichen Erweiterungsmöglichkeiten mittels Plug-ins. Jenkins-Jobs laufen auf einem Jenkins-Knoten – welche auch häufig Jenkins-Slaves oder Build-Executors genannt werden – und diese können auf allen gängigen Betriebssystemen laufen, da fast nur Java gebraucht wird.

Jenkins hat immer zwei aktuelle Versionen: eine LTS-Version und eine normale Version. Die normale Version folgt einem wöchentlichen Rhythmus und ist die »Bleeding Edge«-Version. Diese sollte man nicht im produktiven Einsatz verwenden, da dort häufig noch viele Fehler enthalten sind. Stattdessen sollte man lieber zur LTS-Version greifen, die einen stabilen Stand darstellt und alle drei bis vier Monate auf Basis der Nicht-LTS-Version gebaut wird. Je nachdem, wie intensiv man Jenkins nutzt, passiert es auch schnell, dass viele Funktionen in Plug-ins genutzt werden, die nochmal separat aktualisiert werden müssen. Dafür gibt es auch eine eigene Plug-in-Verwaltung, die installierbare und aktualisierbare Plug-ins auflistet.

Übersicht über die konfigurierten Jenkins-Jobs

Sujeevan Vijayakumaran

Übersicht über die konfigurierten Jenkins-Jobs

Jenkins 1.x hatte einige Nachteile, die in Jenkins 2.0 ausgemerzt werden sollten. Ein Punkt war, dass die initiale Konfiguration von Jenkins durchaus zeitaufwendig und wenig intuitiv war. In der Standard-Installation war der Server nämlich komplett offen und frei zugänglich. So konnte jeder ohne irgendeine Authentifizierung Jobs anlegen und auf dem Server laufen lassen. Die Absicherung mit Vergabe von passenden Rechten war für Jenkins-Einsteiger eher schwierig und umständlich, was den Einstieg deutlich erschwerte.

Ein weiterer wesentlicher Nachteil von den oben vorgestellten »Free Style«-Jenkins-Jobs ist, dass die Konfiguration der Jobs vollständig auf dem Jenkins-Master gespeichert ist. Die Jobs sind aber in der Regel abhängig von dem Code, der im Source-Code-Management-System hinterlegt ist. Einzelne Teile der Job-Konfiguration ließen sich zwar im Repository speichern und ausführen, aber eben nicht alles und schön war dies auch nicht sonderlich. Das Problem ist insbesondere, dass keine Versionierung erfolgte und man über die Zeit gegebenenfalls keine älteren Stände mittels Jenkins bauen konnte, außer, wenn die alten Jobs gesichert wurden. Das war in der Regel wenig komfortabel und wurde über die Zeit meist unübersichtlich.

Außerdem war auch die Konfiguration von Jenkins-Jobs mit steigender Komplexität von Projekten immer aufwendiger. Wenn man etwa in einem Projekt mehrere Branches hatte, bei denen die gleichen Jobs mit einigen Änderungen ausgeführt werden sollten, dann musste der Job mehrfach kopiert werden und bei Änderungen, die jeden Job betrafen, musste jeder Job einzeln angepasst werden. Das machte die Jenkins-Konfiguration weder einfach, noch machte es Spaß. Diese drei Punkte waren die wesentlichen Punkte, die in Jenkins 2.0 verbessert werden sollten.

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