Der GNU Privacy Guard
Dieser Artikel beschreibt die Nutzung von GNU Privacy Guard (GnuPG), einem freien OpenPGP-kompatiblen Verschlüsselungssystem.
Zuerst wäre da die Schlüsselverwaltung: für jeden öffentlichen Schlüssel im Schlüsselbund sieht man unten eine Detailansicht (mit allen wichtigen Informationen), im -Tab kann man lesen, wer diesen Schlüssel signiert hat und wenn man die aktiviert, sieht man auch die untergeordneten Schlüssel. Durch Anklicken der Tabellenköpfe in der Tabelle kann man die Sortierung ändern - intuitiv - wie auch die Menüführung an sich. Schlüsselgenerierung, Import, Export, Löschen, an Keyserver exportieren, von Keyserver importieren (allerdings keine Suche), das Ändern der Passphrase, des Owner-Trusts und des Verfallsdatums - man kann sagen, dass zur Schlüsselverwaltung alles Wichtige enthalten ist. Das Einfügen von Fotos kann der GNU Privacy Assistant allerdings nicht.
Klickt man auf oder auf das -Icon, so öffnet sich ein neues Fenster. Hier kann man eine oder mehrere Dateien verschlüsseln, signieren, entschlüsseln oder prüfen. Dabei sind stets wichtige Einstellungen möglich, z.B. ob man eine »Ascii-Verpackung« (armor) will oder nicht. Auch hier kann man bei der Bedienung nicht viel falsch machen. Einfach nett.
Einen Haken gibt es bei der getesteten Version 0.7.0 trotzdem: Es ist mir mehrfach beim Arbeiten in der Schlüsselverwaltung wegen mißglücktem free() eines falschen Pointers abgestürzt - z.B. beim Laden des Preferences-Dialogs, nach einer Umsortierung, während es noch lädt, oder beim Suchen eines Schlüssels im Schlüsselbund - nie ganz rekonstruierbar. Unschön.
gPGP
gPGP wartete mit einer schlichten Gnome/GTK1-Oberfläche auf. Dürre Menüs, nicht implementierte Funktionen und die nicht ganz so intuitive Bedienung ließen mich nicht lange an gPGP kleben. Zum Verschlüsseln, Signieren, Entschlüsseln, Überprüfen, Exportieren und Importieren taugt es wohl trotzdem.
Seahorse
Seahorse kommt mit einer recht netten und simpel gehaltenen GNOME2-Oberfläche. Im Gegensatz zu GPA und entgegen der Programmbeschreibung ist Seahorse eine reine Schlüsselverwaltung und man kann keine Dateien verschlüsseln - zumindest konnte ich solche Funktionen nicht finden. Dafür steht im -Menü z.B. die in GPA fehlende Foto-Funktion. Allerdings hab ich sie in der Version 0.7.5 nicht aktiviert bekommen - ist wohl immer noch nicht implementiert. In GPA fehlte außerdem die Funktion, sich ein Widerrufs-Zertifikat zu erstellen. Dies ist hier möglich. Außerdem ist der gesamte Schlüsselbund sofort verfügbar und muss sich nicht erst ewig aufbauen, wie in GPA. Dafür konnte ich keine Keyserver-Funktionen in Seahorse finden. Für sich ganz nett, aber im Vergleich ist GPA nutzbarer.
TkPGP
TkPGP ist, wie der Name schon sagt, eine Tcl/Tk-Anwendung und auf PGP ausgelegt, hat aber ebenso Support für GnuPG. Die Oberfläche ist recht spartanisch. Eine Schlüsselverwaltung ist mit TkPGP gar nicht möglich, sondern nur das Verschlüsseln, Signieren und Entschlüsseln von möglichst nicht-binären Daten. Ich würde insgesamt wohl eher zum Kommandozeilentool gpg greifen als zu TkPGP.
kgpg
kgpg scheint die einzige noch entwickelte GnuPG-GUI zu sein, die die KDE-Bibliotheken nutzt. Das heißt für mich: erst mal 60 Megabyte (ungepackt) KDE-Bibliotheken installieren :-) Bei meinem ersten Aufruf des Programms entgegnete mir nach wenigen Sekunden ein »KGpg Wizard«, der mich fragte, wo sich meine GnuPG-Konfiguration befindet, und ob er ein »Shredder«-Icon auf meinem Desktop installieren darf, welcher Dateien, die man darauf zieht, 35 mal überschreibt und löscht. Danach kam der »Generate Key Pair«-Dialog, den ich abbrach, da ich ja schon einen Schlüsselpaar habe, und dahinter öffnete sich das Fenster mit der Schlüsselverwaltung.





