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Do, 11. Mai 2017, 15:00

FreeBSD 4.11 im Jahr 2017: Ein Vermächtnis

FreeBSD 4 gilt in BSD-Kreisen als legendär. Dieser Artikel erläutert, wie der Autor dazu kam, das an die 17 Jahre alte System im Jahr 2017 erneut zu installieren.

FreeBSD

Dieser Artikel ist der erste Teil einer Umarbeitung der von mir ab Januar zuerst auf Englisch veröffentlichten Serie (siehe u.a. hier). Alle Teile können Sie über das Inhaltsverzeichnis erreichen.

»Legacy«-Systeme

Ah, Wochenende. Und dann ist es auch noch ein schöner Tag: Die Sonne scheint über der schneebedeckten Landschaft! Ideale Voraussetzungen, um mit den Kindern nach draußen zu gehen - oder aber, um eine ganz andere Art von Abenteuer zu suchen... Ja, der Titel ist korrekt; es geht nicht um vier Installationen von FreeBSD 11, sondern wirklich um eine Maschine mit FreeBSD 4.11 - im Jahr 2017!

Warum sollte man sich heute überhaupt mit FreeBSD 4.11 herumschlagen? Die meisten Leute würden wohl historisches Interesse als Grund gelten lassen und tatsächlich war ich neugierig auf das legendäre alte 4.x und wollte damit ein wenig basteln. Aber das wäre ein typisches Projekt für Zeiten, in denen man einfach nichts anderes zu tun hat. Ich gehöre nicht zu den glücklichen (?), Menschen, auf die das zutrifft und daher liegt nahe, dass es noch einen anderen Grund gibt.

»Totgesagte leben länger« sagt man. Und in der IT-Welt ist es eine kaum bestreitbare Tatsache, dass Dinge, die erst einmal da sind und genutzt werden, nicht mehr so leicht verschwinden. Noch heute gibt es eine beträchtliche Anzahl von DOS-Maschinen - im Produktiveinsatz. Betraut mit wichtigen Aufgaben. Manchmal einfach, weil es noch immer zufriedenstellend läuft, oft genug aber, weil damit spezielle Aufgaben bewältigt werden, die aus irgendwelchen Gründen nie auf ein moderneres System umgezogen werden konnten, da niemand auch nur einen blassen Schimmer hat, wie man das am besten täte (oder dafür keine finanziellen Mittel bereitstehen).

Beispiele für alte Systeme gefällig? Gerne. Da wäre z.B. Star-Author George R. R. Martin, der nach eigenen Worten z.B. seinen Welterfolg »Game of Thrones« mit WordStar 4.0 auf einer DOS-Maschine verfasst. Eine ganze Menge Firmen verwenden auch noch immer DOS, aber davon hört man üblicherweise nichts. Jedenfalls ist DOS nicht tot - gerade kürzlich erst wurde eine neue Version von FreeDOS (FreeDOS. 1.2) veröffentlicht. Außerdem kann ich aufgrund vergangener Kommunikation mit dem Programmierer eines USB-Treibers für DOS berichten, dass wohl noch immer neue Lizenzen nachgefragt und erworben werden!

Und dann war da diese Geschichte mit dem französischen Flughafen, der wegen Problemen mit Windows 3.11 einen Ausfall hatte. Das war im Jahre des Herrn 2015 - und damals kündigten sie ihre Pläne an, das alte System offiziell bis 2017 abzulösen (wobei man inoffiziell eher von 2019 oder sogar 2021 ausging)!

Wer etwas tiefer gräbt, kann zu diesem Thema so manches entdecken, über das man - je nach Veranlagung - Schmunzeln oder ungläubig den Kopf schütteln kann. Ich denke, diese beiden Beispiele sprechen für sich und damit wollen wir uns aus der seltsamen Welt der rückwärtigen Schrägstriche, Dateisystemen ohne Beachtung von Groß-/Kleinschreibung und anderer Absurditäten mehr verabschieden und uns etwas Vertrauterem (*nix-)Territorium (wo es genug vielfach Unbekanntes zu entdecken gibt!) zuwenden.

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