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Do, 29. Juni 2017, 15:00

Debian GNU/Linux 9.0 »Stretch«

Nach der Komplettierung der Netzwerkeinrichtung ist ein Root-Passwort einzugeben, wobei Debian auch schwache Passwörter akzeptiert. Das ist gut für Testinstallationen. Das Passwort kann auch leer gelassen werden, was zu einer Ubuntu-ähnlichen Einrichtung führt, bei der man nur mit sudo zum Root-Account wechseln kann.

Darauf kann man einen separaten Benutzer anlegen. In aufeinanderfolgenden Dialogen werden der vollständige Name, der Name des Benutzerkontos und das Passwort abgefragt. Man hätte an verschiedenen Stellen mehrere dieser Dialoge zusammenlegen und die Installation damit etwas straffen können. Leider hat sich diesbezüglich gegenüber Debian 8 nichts getan, andererseits ist es kein wesentlicher Zeitverlust. Eine Installation von Ubuntu, Opensuse, Mandriva oder Fedora mag eleganter wirken, in Sachen Features und Flexibilität bietet Debian aber mindestens genausoviel.

Nun kommt man zur Partitionierung, einem Punkt, der mit fünf Klicks auf Weiter und einer Bestätigung erledigt werden kann, aber auch längere Zeit in Anspruch nehmen kann, wenn man sein System für eine langfristige und/oder komplexe Nutzung auslegt. Für letzteres wählt man Manuelle Partitionierung. Nun kann man völlig frei partitionieren, LVM, Software-RAID (einschließlich Fake-RAID), Verschlüsselung und Multipath in beliebigen Kombinationen einsetzen und die Dateisysteme und Mount-Punkte zuweisen. Alles lässt sich wieder rückgängig machen, außer der Einrichtung von LVM, die vor der weiteren Arbeit auf die Platte gespeichert werden muss. Dabei schließt das Programm unmögliche oder problematische Konfigurationen aus bzw. warnt vor diesen. Angebotene Dateisysteme sind ext2, ext3, ext4 (Standard), Btrfs, jfs, xfs, FAT16, FAT32, sowie qnx4 und NTFS (nur lesend).

Auswahl von Software-Sammlungen

Hans-Joachim Baader

Auswahl von Software-Sammlungen

Bootloader installieren

Hans-Joachim Baader

Bootloader installieren

Nach der Partitionierung und Formatierung folgt die Installation des Basissystems, während derer man sich anderen Dingen widmen kann. Danach kann man weitere Software nach groben Kategorien auswählen. Standardmäßig sind »Debian desktop environment«, »Druckserver« und »Standard-Systemwerkzeuge« aktiviert. Falls die Pakete aus dem Internet heruntergeladen werden müssen, wird zuvor der Paketmanager konfiguriert. Auch die folgende Installation dauert eine Weile. Man hätte diese Auswahl vorziehen sollen, wodurch es nicht nötig wäre, zwischendurch an den Rechner zurückzukommen. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Installation kann man den Bootloader installieren lassen. Standardmäßig installiert Debian GRUB 2 im Bootsektor, doch wenn man »nein« wählt, kann man ein anderes Gerät für die Installation auswählen. Nachdem das Ende der Installation, die im Vergleich zu anderen Distributionen etwas länger dauert, erreicht ist, kann man das neue System starten.

Update

Das Update einer bestehenden Debian-Installation ist möglich und dürfte meist reibungslos funktionieren. Installierte Pakete aus externen Repositorien, unter Umständen auch aus den Backports, können allerdings Probleme bereiten. Dennoch kann man zunächst das Update normal probieren; sollten Probleme auftreten, kann man die betroffenen Pakete entfernen und später eventuell in einer neueren Version wieder installieren.

Ein Online-Update liefert nicht notwendigerweise dasselbe Ergebnis wie eine Neuinstallation. Der Hauptgrund dafür sind diverse Pakete, die in der neuen Version durch andere ersetzt wurden. Als Beispiel könnte man PostgreSQL 9.4 nennen, das nicht automatisch auf 9.6 aktualisiert wird.

Natürlich wird ein Update nur von der direkten Vorgängerversion 8 unterstützt. Alle Einzelheiten zum Update sind in einem eigenen Kapitel der Anmerkungen zur Veröffentlichung ausführlich erläutert.

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