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Do, 29. Juni 2017, 15:00

Debian GNU/Linux 9.0 »Stretch«

Auswahl der Sitzung beim Login

Hans-Joachim Baader

Auswahl der Sitzung beim Login

Der Desktop

Debian 9.0 startet vergleichbar schnell wie andere Linux-Distributionen, wobei keine genauen Zeiten gemessen wurden. Wie gehabt werden je nach Desktopsystem unterschiedliche Display-Manager eingesetzt. Wurde Gnome installiert, dann startet Debian mit dem Display-Manager gdm, für KDE ist es jetzt sddm. Das ergibt Sinn, da diese Display-Manager für die jeweilige Desktopumgebung optimiert sind und sich am besten in dieser integrieren. Der Login-Bildschirm wurde in allen Fällen mit einem neuen Debian-Design versehen. Das neue Design ist vom Bootloader bis zum Desktop durchgängig.

Gnome ist in Version 3.22 enthalten, da Gnome 3.24 erst nach dem Freeze-Termin erschienen ist. Gnome 3.22 kommt mit umfassender Flatpak-Unterstützung. Die »Software«-Anwendung ist jetzt imstande, Dateien aus Flatpak-Quellen zu installieren. Die Befehlszeile zu bemühen, ist also nicht mehr nötig. Zahlreiche andere kleinere Änderungen machen es leicht, Flatpak-Anwendungen zu installieren und zu aktualisieren. Dazu zählen die Anzeige von Informationen zur Quelle jeder Anwendung sowie Details darüber, ob es sich um Anwendungen im Sandkasten handelt. Gnome 3.22 führt auch Entwicklungswerkzeuge ein, die Anwendungen den Zugriff auf alle Sicherheitsfunktionen von Flatpak ermöglichen.

Der Dateimanager unterstützt jetzt das Umbenennen mehrerer Dateien zugleich. Dateien können entweder unter Verwendung einer Vorlage umbenannt werden, die auf jede Datei angewendet wird, oder durch Suchen und Ersetzen von Teilen aller Dateinamen. Der Vorlagemodus ermöglicht es, Details der Dateien selbst als Teil ihrer Namen zu verwenden. Dazu zählen zum Beispiel Erstellungsdatum, Titelnummer, Künstler- oder Albumname für Musikdateien. Daneben wurden noch weitere Verbesserungen implementiert, darunter die direkte Unterstützung komprimierter Dateien ohne externe Programme und Umschalten zwischen der Gitter- und Listenansicht mit einem einzelnen Klick.

Die »Software«-Anwendung besitzt eine umgestaltete Startseite, die mehr Anwendungen anzeigt. Darüber hinaus ermöglicht der Abschnitt »Kategorien« ein einfaches Durchstöbern von Anwendungen. Die Bewertungen mit Sternen sind jetzt deutlicher dargestellt, so dass die am besten bewerteten Anwendungen leichter zu finden sind. Farbsymbole zeigen jetzt deutlich an, ob eine Anwendung freie Software ist. Darüber hinaus hat Gnome seit Version 3.14, die in Debian 8 im Einsatz ist, noch viele weitere Änderungen erfahren, die hier nicht alle aufgeführt werden können.

Gnome Classic

Hans-Joachim Baader

Gnome Classic

Gnome 3.22 ist zudem erstmals ohne Einschränkungen unter Wayland lauffähig. Daher bietet nun auch Debian eine Gnome-Sitzung unter Wayland an, die man im Login-Bildschirm auswählen kann. Diese Sitzung benötigt mit rund 513 MB weniger Speicher als der normale Gnome-Desktop (564 MB), teils auch deshalb, weil beim normalen Desktop völlig unnötig Xwayland gestartet wird. Noch etwas weniger Speicher (500 MB) benötigt »Gnome Classic«.

Zu den standardmäßig installierten Programmen unter Gnome gehören LibreOffice 5.2.7, der Mail- und Kalender-Client Evolution, Gimp 2.8.18, Inkscape 0.92.1 und Rhythmbox 3.4.1. Das Videokonferenzprogramm Empathy ist nicht mehr vorinstalliert. GStreamer 1.10 und PulseAudio 10.0 werden standardmäßig installiert.

Der Standard-Browser unter Gnome ist nun Firefox, aktuell ist es Version 52.2. Wichtig zu wissen ist, dass Debian nicht den üblichen Support für alle auf Gecko oder Webkit beruhenden Browser bereitstellt, da diese zu schnelllebig sind und es Distributionen zu schwer gemacht wird, Sicherheitskorrekturen zurückzuportieren. Stattdessen führt Debian regelmäßige Aktualisierungen der Browser durch und kann keine der sonst üblichen Kompatibilitätsgarantien geben. Das gilt vor allem für die beiden empfohlenen Browser Firefox und Chromium. Für andere Browser wird überhaupt keine Sicherheitsunterstützung gegeben.

Vorinstallierte Plugins von Firefox sind die Gnome Shell-Integration, IcedTea (völlig unverständlicherweise) zum Ausführen von Java-Applets und ein iTunes Application Detector. Alle werden erst nach einer Bestätigung des Benutzers ausgeführt. Zusätzlich ist der OpenH264-Codec vorhanden, dessen eigentliche Installation aber erst bei einer expliziten Aktivierung erfolgt. Der Quellcode dieses Codecs ist frei, die benötigte Binärdatei jedoch proprietär. Darüber hinaus sind in Firefox keine Erweiterungen vorinstalliert.

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