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Do, 29. Juni 2017, 15:00

Debian GNU/Linux 9.0 »Stretch«

LibreOffice

Hans-Joachim Baader

LibreOffice

Die Gnome-Shell kann dank Software-Rendering auf jeder Hardware laufen, auch wenn keine Hardware-3D-Beschleunigung zur Verfügung steht. Das Software-Rendering ist einigermaßen schnell und durchaus noch benutzbar, doch wird man es wohl nur mit einem schnellen Mehrkern-Prozessor ertragen. Trotzdem reicht es unter Umständen noch aus, um Videos in kleineren Formaten verzögerungsfrei abzuspielen.

Das gnome-tweak-tool, auf Deutsch Optimierungswerkzeug genannt, ist standardmäßig installiert, denn man benötigt es, um Erweiterungen für die Gnome-Shell zu installieren, da dafür kein Weg in der Standardkonfiguration vorhanden ist. Daneben kann man auch andere Dinge einstellen, die die Gnome-Entwickler nicht in der GUI konfigurierbar gemacht haben.

Der Standard-Browser in KDE ist laut dem Startmenü Konqueror. Aufgrund der Tatsache, dass es keine Sicherheitsunterstützung für Konqueror gibt, wird dieser jedoch als Dateimanager gestartet. Der eigentliche Webbrowser ist Firefox, der eigentliche Dateimanager dagegen Dolphin. Somit ist der Menüeintrag falsch und es sollte eigentlich Firefox statt Konqueror oben stehen.

Unter KDE ist das IcedTea-Plugin nicht installiert, ansonsten unterscheidet sich die Konfiguration nicht von der unter Gnome. Neben der KDE-PIM-Suite 16.04.3 sind auch LibreOffice und GIMP vorhanden, darüber hinaus außer den zu KDE gehörenden Programmen nur wenig. Als Medienplayer ist JuK 16.08 installiert.

Debian 9 enthält jetzt zum ersten Mal KDE Plasma 5, ein großer Sprung gegenüber dem in Debian 8 enthaltenen KDE 4.14. Die zahllosen Änderungen und Erweiterungen lassen sich nicht einzeln aufführen. Gut für die Anwender ist, dass zwar die Optik des Systems geändert wurde, kaum aber die Bedienung. Bezüglich der Ausgereiftheit und Stabilität nehmen sich beide Versionen nichts. Eines der größten Probleme von KDE ist, dass es mit rund 600 MB ein Speicherfresser ist. Die Aufgeblähtheit geht wie bei Gnome zu einem guten Teil auf den Einsatz von JavaScript für viele GUI-Elemente zurück. Verständnis habe ich dafür keines. Desktops wie LXDE oder Xfce sind um ein Vielfaches schlanker, eleganter und durch die Abwesebheit einer JavaScript-Engine natürlich auch reaktionsfreudiger.

Abseits des Desktops bietet Debian eine sehr große Zahl von Tools, stellt sich aber auch der manuellen Änderung der Konfigurationsdateien nicht in den Weg. Debian hat teils recht aufwendige Konstrukte entwickelt, um die vom System vorgegebene von der durch die Benutzer geänderten Konfiguration zu trennen und die Verwaltung so einfach wie möglich zu machen. Oft muss man erst die README-Datei lesen, um sich mit dem Debian-System vertraut zu machen. Es lohnt sich fast immer, eigene Änderungen an die Debian-Vorgaben anzupassen, da man sonst alles selbst machen muss, Sicherheits-Updates eingeschlossen.

Jedes Tool und jede Konfigurationsdatei ist in einer Manpage zumindest in Minimalform dokumentiert, was von den Debian-Richtlinien vorgeschrieben ist. Diese Dokumentation vermisst man bei vielen anderen Distribution schmerzlich. Für die Debian-Entwickler gehören Manpages zu den Dingen, die die Qualität einer Distribution ausmachen.

Auch wenn Flatpak jetzt nominell unterstützt wird, ist es nicht vorinstalliert, genauso wenig wie Snapd. Beides kann nachinstalliert werden, Flatpak in Version 0.8.5, Snapd in Version 2.21. Auch was Container angeht, ist Debian eher zurückhaltend. Gehypte Werkzeuge wie LXD oder Kubernetes sind wohl noch nicht für Debian paketiert, aber Container-Entwickler werden sich ohnehin die neueste Version direkt von der Quelle holen wollen. Vorhanden, aber nicht vorinstalliert sind Docker 1.5 und LXC 2.0.7.

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