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Do, 29. Juni 2017, 15:00

Debian GNU/Linux 9.0 »Stretch«

JuK in Aktion

Hans-Joachim Baader

JuK in Aktion

Multimedia

Es mag viele Benutzer überraschen, dass Debian seit einiger Zeit Codecs für alle populären Multimediaformate mitliefert und somit ohne jede Umstände, die man in manch anderen Distributionen hat, über vollständige Multimedia-Unterstützung verfügt. Somit laufen unter Debian MP3 und alle Videoformate ohne Zutun, auch Flash-Videos. Es dürfte bekannt sein, dass das einzige Problem dieser Codecs ist, dass sie von Softwarepatenten betroffen sind. Dies gilt hauptsächlich für die USA und Japan, in geringerem Maße aber auch für die EU. Debian fürchtet jedoch nicht, jemals verklagt zu werden. Anwender von Debian, die hohe Gewinne erwirtschaften, sollten jedoch Vorsicht walten lassen und genau prüfen, inwieweit sie vom Open Invention Network oder anderen Initiativen vor Patentklagen geschützt sind, denn Debian selbst kann keinen Schutz bieten.

Das Thema Flash kann man mittlerweile ganz entspannt sehen. Neuentwicklungen mit Flash sind verpönt, und die Zahl der Webseiten, die Flash einsetzen, sinkt. Das heißt aber natürlich nicht, dass alle Flash-Videos jetzt einfach so verschwinden. Es wird sicher noch viele Jahre lang Flash-Videos im Web geben. Während die proprietären Webbrowser meist einen eingebauten Flash-Player mitbringen, liefert Debian die freien Webbrowser ohne Flash-Plugin aus. Da aber zum Beispiel Firefox über GStreamer alles abspielen kann, wofür Plugins installiert sind, also auch Flash, ist es auch meist nicht nötig. Wenn eine Webseite explizit das Adobe-Flash-Plugin benötigt, kann man es manuell installieren. Ein Paket »flashplugin-installer« wie Ubuntu liefert Debian allerdings nicht.

Das Debian Multimedia-Projekt deb-multimedia.org ist in vielen Fällen nicht mehr nötig. Eine Ausnahme ist das Abspielen von verschlüsselten DVDs. Die benötigte Bibliothek libdvdcss2 kann Debian nicht mitliefern, man findet sie aber beim Debian Multimedia-Projekt oder auf VideoLAN.org. Debian hatte vor zwei Jahren untersucht, ob diese Bibliothek nicht doch offiziell mitgeliefert werden kann, allerdings offenbar ergebnislos.

Unter KDE ist zum Abspielen von Audio kein Standard-Player definiert. Amarok ist gar nicht installiert, stattdessen steht die Jukebox JuK bereit. JuK ist ein simpel gestricktes Programm. Es funktioniert zwar, aber die meisten Benutzer werden wohl lieber ein anderes Programm einsetzen wollen, das auch konfigurierbar ist. Neben Amarok ist z.B. auch Clementine in den Archiven verfügbar.

Videos werden mit Dragonplayer abgespielt. Dragonplayer ist, anders als unter Ubuntu und Fedora in der Lage, Videos korrekt abzuspielen. Dennoch ist es zu empfehlen, auf andere Videoplayer auszuweichen, meine Favoriten sind smplayer, VLC, Xine und MPV.

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