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Do, 29. Juni 2017, 15:00

Debian GNU/Linux 9.0 »Stretch«

Gut zwei Jahre nach Debian 8.0 »Jessie« und viele Aktualisierungen später ist jetzt Debian 9.0 »Stretch« erschienen. Dieser Artikel stellt das neue Debian mit einem Fokus auf den Neuheiten dieser Version vor.

Bootscreen von Debian 9

Hans-Joachim Baader

Bootscreen von Debian 9

Vorwort

Debian GNU/Linux bezeichnet sich als »das universelle Betriebssystem« und ist zweifellos die größte Distribution, sowohl von der Entwickler- als auch der Anwenderzahl, die unabhängig von einzelnen Unternehmen entwickelt wird. Debian steht auf eigenen Füßen und bildet die Basis für viele weitere Distributionen, insbesondere Ubuntu. Mehrere sehr große Installationen wie das System der Münchner Stadtverwaltung oder das der spanischen Provinz Extremadura beruhen auf Debian.

Die neue Version 9.0 »Stretch« wurde am 18. Juni veröffentlicht, einen Tag später als geplant. Die Pakete in der Distribution wurden allerdings bereits Anfang November des vergangenen Jahres eingefroren. Das bedeutet, dass bis zur Veröffentlichung überwiegend nur noch Korrekturen vorgenommen werden durften. Die Stabilisierungsphase war dann mit sieben Monaten Dauer auch relativ lang - länger, als so manche anderen Distributionen für einen ganzen Entwicklungszyklus benötigen.

Das gleiche Design in den Login-Bildschirmen und Desktops

Hans-Joachim Baader

Das gleiche Design in den Login-Bildschirmen und Desktops

Die lange Freeze-Phase führt dazu, dass, von Ausnahmen abgesehen, keine in Debian vorhandene Software jünger als sieben Monate ist. In der Praxis spielt das erfahrungsgemäß kaum eine Rolle. In der Regel will man als Benutzer im Verlauf der nächsten Jahre allenfalls ein paar einzelne Pakete aktualisieren. Um eine neuere als die angebotene Version zu bekommen, gibt es genug Möglichkeiten. Auf der Habenseite steht dagegen, dass man den Aufwand der Aktualisierung nur alle zwei Jahre einmal einplanen muss. Seit Debian nun auch verlängerten Support erhält, kann man die Distributionen Debian 7 »Wheezy«, Debian 8.0 »Jessie« und auch Debian 9 sogar fünf Jahre lang nutzen.

Wie beschreibt man nun ein System, das auf diversen eigenen Rechnern, insbesondere den Desktopsystemen, bereits seit Monaten läuft? Die Antwort lautet »virtuelle Maschinen«. In diesen kann man auf einfache Weise ein unverändertes System zeigen. Für den Artikel werden daher zwei identische virtuelle Maschinen (eine für Gnome, eine für KDE), 64 Bit, unter KVM mit jeweils 2 GB RAM verwendet.

Unterstützte Systeme

Anders als viele andere Distributionen beschränkt sich Debian nicht auf die x86-Architektur in ihren 32- und 64-Bit-Varianten. Debian 9 unterstützt wie Debian 8 offiziell zehn Architekturen, wobei die 32 Bit PowerPC-Plattform aufgegeben, dafür aber mips64el (64 Bit MIPS Little Endian) hinzugenommen wurde. Weiter unterstützt werden x86 in 32 und 64 Bit, IBM S/390 (64 Bit), MIPS 32 Bit in Big- und Little-Endian-Konfigurationen, armel und armhf für 32 Bit ARM-Systeme und 64 Bit ARM. Zu beachten ist allerdings, dass x86-Prozessoren der 586-Klasse (ca. 18 Jahre alt) nicht mehr unterstützt werden.

Neben den offiziellen Portierungen existieren weitere, nicht ganz aktualisierte oder noch unvollständige Portierungen wie auch Debian/kFreeBSD und Debian/Hurd. Damit unterstützt Debian fast alle Architekturen, auf denen der Linux-Kernel laufen kann. Prinzipiell bietet Debian Platz für jede Architektur, wenn sich Freiwillige dafür finden. Die Portierungen-Seite listet sie alle auf.

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